poems off the road

herbst ist…

herbst ist es
der fall
von den üblichen
den gestrauchelten
blättern
wie sie
dem leben ähnlich
zur urvernunft
der erde
sich bäugen

leben gereicht
einer vergänglichen idee
welche die fülle des sommers
wie eine arie
verblichener gedanken rezitiert
und die schwärme der hoffnung
mit ihrer furcht überziehen

der letzte besuch
bevor wieder
in langer nacht des erinnerns
nächste schritte
ihren weg
in unbekanntes bahnen
so wir dies noch kennen

die letzten krümel
verbergen plötzlich
eine größere aussage
die bedeutung des verlusts
ein rest
gefährdeter nähe
die den frühling
eines wandels
keimt

reisende…

Anfänge,
wie knospen
auf lose wippenden tagen
im herbst,…
sprachlos…
schweigen sie früh
in der geburt
langer gedanken
 
so geh’n wir vorbei
an den heiligen stätten des seins
huschen wie fremde im eigenen haus
der ahnung
unerfüllter nähe
entgegen
 
geborgene einer ferne
die im gebüsch der stunden
uns
in den schlund
einer unerwähnten zeit stoßen will,
stehen wir
am rande unserer selbst

alles schweigende…

Alles Schweigende spricht einen an. Die Antwort zeitigt Geburt eines vergänglichen Augenblicks. Dieser schweigt in seiner Erfahrbarkeit so lange, als ein Anderer sich diesem annimmt, aus dem „Angefragt sein“ ein Weiteres entwirft.

Endlose Ketten von An – Fragen und Antworten. Ein vordem unbekanntes Bild ergibt sich, wartend auf sein angenommen sein.

zwischenzeitlich…

 
im warteraum
meiner seele
ziehen wasserperlen
an den glasscheiben
einer grenze
von gesprächiger traurigkeit
ihre bahnen
in’s nichts
 
hören wollen
wird zur irritation
eines aufbruch’s
den ich
wiederholte male
in zeiten der geworfenheit
bitter
im nicht endenden schock
wie ein fall aus großer höhe
erfuhr
 
ein
eben gesprochenes wort
verflüchtigt sich
in ein endloses trommelfeuer
von tausendmal
geschwiegenen sätzen
die im hohlweg der täuschung
auf die wegelagerer
ihrer selbstbehauptung lauern.
 
auswendig rezitiere ich
die mir bekannten zustände
schmerzerfüllten da seins,
die wie schwarze krähen
auf winterlichen feldern
nach weggeworfenem suchen
um das leben
in der kalten luft der mißverständnisse
ertragen zu können

vergangenes gesucht…

kesswill / schweiz
 
vergangenes gesucht
nicht mehr gefunden
sogar meine gedanken
gingen verloren
eroberten sich einen platz
der mir unbekannt ist,
überdauern dort
meinen versuch
gesuchtes zu finden
färben die hoffnung
auf ein neues zeichen
zu einer grauen ahnung
dass an der stufe
zu dieser damals
wie heute offenen türe
zum kircheingang
nichts zu sehen ist
….. doch ich nahm die scherpre vom pfosten…
heute bleibt mir nur
die windrose
an der mich
ein hauch
in seine richtung
dreht