Nähren

nähren kann ich mich,
an Weizenfelder Schweif,
Euphrat und Tigris kaum ahnend
da er mit wehender Hand
Fruchtbarkeit erklärte
zwischen Ziegen und Gänsen
südlich meckernd im Ford Transit
dort wo in der Welt damals
noch Bilder des Jedermanns Buches
im Gedächtnis aufgehoben wurden,
Urfa, Sanliurfa…
wo Milch und Honig
Vergessen umfloss
und Geschichte
in Erzählung sprosste
dem sprechen nach
einem stummen Munde
zugeredet
und öffnet
das wortlos Erklärte
wo schweigen raunzt groß
am Nemrut Dagh
kauernd am Feuer
windverwehet
vergeblich gewässert
die Nährenden der Erde
dicke, rote Bohnen
hart wie Gefels
vergeblich blubbernder Hitze belassen
so, wie Mönche summen
und Gebete seit Alters
in ihren Kirchen nisten,
bei Göreme innrer Nische
den Hut mir auferlegten,
und
klockennahes Sediment
Pilger immer noch ruft,
läutende Nacht am Stein
zum Galzar Streifen tändelnd
schließlich in die Ferne kommt
wo Schwalben sich versammeln
im Abendtaumel Mücken fischt,
aus Karpfens Teich
der Mutter Beginn
wenn Como des Abends
im Taumel verblasst
Täler stürzend den See
den Grund im Himmel suchen
den Scheich der seinen Mund
mit langem Haar umgarnt
lang sich streckt
an den Ufern
meiner Ahnung
Stock verhandelnd mir
die Hand zum Gruß