Marseille

schwester…

im blick
bevor
die tränen schossen
in den strings
von roberto matta
die wie sperma
über seine
visionen huschen,
beichtet eine schwester
in
sanery sur mer
erschrocken
ihre einfalt,
die freudestrahlend
und intelligent
ihren unbewusst
erotischen charme
in der apsis jener kirche
versprüt,
an deren klagen
ich
im sog einer
überwältigenden
orgelkantate bachs
in die knie ging,
vorbei an jener
eintracht des unsinns
in dessen großen bassin
die menge
gotteshäuser der stille
zerbrüllt,
spät am nachmittag
als die sonne
dem begehren
nach wärme entglitt,
die lilien der schwester
aber
wie eine zeitlose
frage
den raum ausfüllte,
ihr band
unsichtbar
mit dem herrn verbunden
jenem prinzip
des anfangs und endes
das die räume
der dejavus
in einen vorort
von prag schickt
bevor
der werdende strauch
ihr innerstes spiegelt
das sie pflegte
indem sie schnitt,
immer wieder
einer
erinnerung entgegen
die ich
nicht fassen kann
da sie
in ihr ist,
die ich bin
weil sie
mich berührt,…

so üben wir
im weglassen
die fülle
die wir vermissen
weil wir
den weg
verlieren
um ihn
zu finden

diese stadt…

diese stadt
am saum
der melancholie
gerade überschritten
in die heiterkeit
ihrer gesichter,
als sei existenz
nur eine
vorübergehende belästigung
die man
in seine juppe
eingenät bekommt,
während die weber
ihre teppiche
flicken
was das zeug hält,
dahinvernetzt
wie tausend münder
die sich
um den tag plappern
und dabei
nutzloses adeln,
überhaupt nicht
daran denken
zu denken,
einfach
und
mensch sind
am saum
der schönheit
der aufrecht hält

die spiele
der eitelkeit
zu vergessen
da
das zu viel
an wissen
natürlichkeit
zerfrisst

sonne..

sonne
die langatmig
den horizont einleuchtet
in der schneise
zur marseillaise,
lau in ihrem untergang
der kaum
eine nacht beginnt
hinter der sich
hitchcock
als prototyp
aller spanner
verbarrikadierte,
hinter der er
die lila gesättigte
kathedarale
über lusanne
in gigantischer projektion
als seine
privatrevolution
inszenieren könnte,
märchenhaft
wie ein spuk
aus disneys
asservatenkammer,
in dem
fette kröten
die bögen der arkaden
mit ihrem gewicht
erdrücken,
weil diese farbe
all zu schnelle arten
des schlafes
in einem
zwielichtigen tumult
zurücklässt,
der wie ein band
rätselhaft
in weiß erstarrt,
als wind
im schnellen schoss
der luft
zum meer hin erzittert,
an gaffenden bergen
vorbei,
dort
wo tote esel schlafen,
grossmäulige löcher
von erschöpften
und
zugerichteten
naturdenkmälern
die
wie ein menetekel
der abwesenheit
zum
erstummten gesang
der fischer schreien,
deren beute
in den netzen
alle knoten zerschlugen
dass ihr
SEIN
wie ein sprung
aus großer höhe
in die freiheit falle,
zerschlissen
und
geschunden
an den
immer wiederkehrenden
und gleichen gesichtern
der jugend,
die lange noch
den frühlingskeim
dieses
marseiller abends
in ihre lungen pflanzt,…

…als die turnübung
am barren
der identität
vom ritzel
der nacht
entspringt,
rasselnd
sich selbst
beschäftigt
im drama
der nutzlossigkeit,
trotz
südlicher gassen
die in ihrer
wieder holung
das bild
eines abgegriffenen
exerzitiums
auf den platz
leopold blums
ziseliert,
draufgänger
alles zögerlichen,
der saure nierchen
lieber in seiner fantasie
verdaute
als sich mit
dem geruch
seiner eigenen penetranz
zu vermählen,
den genuss dabei aber
zu seinem
namensvetter machte…

endjoyce it!

und schluck
es runter
bevor
die letzte hoffnung
nie wiederkehrt,…

denn
an den tag genagelt
werden sie noch alle
die nacht aber
erkennt nur
wenige
ihrer kinder…

wo nur
jäger
und
flüsterer
der achtsamkeit
bleiben,
ihre posse
in den wind der zeit
stellen
und heimlich
rede
den greifarmen
des unwahrscheinlichen
predigen

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