München

über die ablenkung

über die ablenkung
einer gekreuzigten zahnbürste
mit offenem ausgang,
die ihre anwesenheit
in eine deutung
verflossener zeitgenossen
verwandelt
und blumen
im felde
an sich presst
als würden
keine bäume mehr
wachsen,
komme ich
jener ferne
näher
die karmafarbe
an die wände
ihrer seele pinselt
als würde
das virulente gefühl
glasklarer duschversuche
in einem
verirrten tropfen
überwintern,
abständig nah,
fern im
JETZT
verlorener erinnerung
UND
jenes
HIER
vermisst
welches
dort
schon längst
die zeit
begraben hat,
glut
die
wie eine droge
das zählen
von existenz
verlernt,
umflackert
wie kohle
die ihre zukunft
vergisst
und
den berg
aus dem sie entstand
wie ein denkmal
im letzten leben
pflegt,
dort
wo die trauben
hoch hingen
und beile
leicht fielen,
harsch
wie ein
schneller riss
am rosenstock
der seinen blüten
tee
aus dornen
reicht,
worauf die sonne
ihre
schüchternheit
und
der mond
seinen schatten
verlor,
was
jene und sie
im rückwärtsgang
gegen
geistefahrer
alter mythen fahren lies,
lechz mit rings
velwelchselnd
weil
ein keller voller saft
den josef
im sakko ersparte,
so
LEERE
shishas
den letzten
tümpel
WIE
mit
der flucht aus ägypten
FÜLLE,
dort wo sich
meere noch teilten
und tafeln
aus erde
die
substanz
zukünftiger
mauern
schwadronierte,
eingehackt
im schlepptau
einer erörterung
von tabus,
die
das charisma
des nichtwissens
in die
kraft
eines glaubens
verwandelt,
freilich erst
als
fragen dreimal gestellt
den salto rückwärts
als
eine plaudertasche
am wegrand
enttarnten,
gefährdet
wie eine kornrade,
welche einer
neigsamen
ähre
den spiegel
im fenster
der zeit
erklärt

to
KT, alias lupa cäsarea

20131216-203756.jpg

light….

light dark
ensemble
between
two
challenges,
räume
ungefragter nacht,
die frei
von
unsinnigem
abzählen
von nähe
in meiner
scholle keimen,
wo der atem
sich erst
kennen lernt
als er
seinen besitzer
wechseln will,
nicht mehr kämpft
da all die maroden
scheinheiligkeiten
jene bar
an der ich
die frühen morgenstunden
einzähle
bereits
verlassen haben,
sich lichter
im zwielicht verirren
und das tempo
des augenblicks
wie eine schüchterne regung
in die falle tappt,…

wo die
vielgezählten verluste
zum abschied
spalier stehen,
das rad der
möglichkeiten
wieder und wieder
neu
erfunden wird
und
befindlichkeiten
nach ihrem ausweiss
kramen,
während
die spirale
meiner
identitätsmaschiene
das öl
der letzten salbung
auf einem
alten brotkrumen
an der kruste
des tages
verschmiert,
dort wo
das
letzte abendmal
seine bedeutung
konvertiert
in einen
aufstand
gegen
vorgefertigte schablonen
soziologischer statistik,…

wir befinden uns
nämlich
im zeitalter
der wiedergeburt
des
für unmöglich
gehaltenem,
welches
die herren der tage
schnell und heimlich
bei
anbrechendem bewusstsein
in den
sammlungen
ihrer tabernakel
verschwinden lassen,…

der schlüssel aber
wird vorsichtig
in die soutane
der medienlandschaft
implementiert,
dort
wo die programmwahl
zum kreuz
der
endzeit wird,…

hier
finden wir uns wieder
auf den golgathas
der
wochenvorschau
unserer projektionen
die
fein abgeschmeckt
den sex
der werktage
umzirkeln
und nur
geahndet werden,
wenn wir beginnen
rosen
in den gärten
anderer zu züchten,
jene
die uns wie
maria magdalena
nach langer bewusstlosigkeit
entgegenschlendern,..

inzwischen jedoch
gehen wir
unserem hobby nach,
es heißt:
schafe züchten
auf den schlachtfeldern
des irrationalen,
weil der glauben
den zaun
für die hoffnung
strickt

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landschaft…

wüste landschaften
winden sich
über
löchrige teppiche
der moderne,
nebelabsprachen
warten
auf ihre wiedergeburt,
dürftige flicken
gelten als bunte
grabbeigabe
einer
als
unvergänglich verkauften
zukunft
die wir planend schon
in jungen jahren
dem zahn der zeit
entwenden wollen,
verängstigte adepten
die
jedwede orientierung
verlieren
um die
omnipotenz
ihrer wahrnehmung
jenen
in rechnung zu stellen
die sich im gefolge
eines
all zu durchsichtigen
odiums
tummeln,….

auf
„alles ist möglich“
folgt
„ich kann nicht
gemeint sein“
und dazwischen:
„ich war es nicht“….
unverbrüderbare
zustände
einer
verwunderung
von ICH’S
die
durch unsre landschaften
geistern
wie
trial and error
einer
unterbrochenen
versuchsanleitung
mit dem titel:
„abstandsmessung
einer befindlichkeit,
an den rückwärtsgang
einer anfrage“…,

live ticker,
on line absichten
und
buntes gehüpfe
zwischen den knoten
im herzzerreißenden
netzwerkbau,
wo „durchfallen“
den nächsten
„like“
generiert,
der
absichtslos
in seiner gebärdensprache
eines aussätzigen
vor sich hin
kommuniziert

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stimme…

stimme verloren
in stummen zimmern,
die im aufbruch
meinen körper
beherbergen
und den rausch
in eine
ahnnehmlichkeit
aufbrechender tage
verwandeln,
wo eine
schüchterne herbstsonne
mir ihre schmalen finger
entgegen neckt
und
ratschende mäuler
ein
erstes platzkonzert
am morgen versuchen,…

und

ein bescheidenes menetekel
an der brandmauer
gegenüber auftaucht
deren ziffern entschlüsselt
jene bedeutung offenbaren,…

dass erinnerung
verblassen
und
verschwinden
kann,…
ohne schmerz,
dass das bild
welches wir
von uns haben,
den träger
in keiner weise
berührt

tage…

tage,…

ausgeatmet,
schweres
ahornblatt,
das in den
fittichen
eines morgens
ausbruchversuche
unternahm
und mir jetzt
über
das stolpern
einer
baumstarken kraft
hinterherfällt,…

bereiten nicht
jene
gestrauchelten
den humus
auf denen
späte stunden
wachsen,
projektion
welche
spiegel
eines nachbarn
in entwürfe
eines
vorläufig
dunklen raumes
verwandelt….

dort
reiht sich
schnitt an schnitt
flackernder illusion
was für sich
bereits
den
großen schatten
wirft,
tausendfältige zeit
die im licht
einer dämmerung
unbekannten herbst
einführt,….

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ich gehe …

ich gehe
den tagen
aus dem weg
wie
einem tee
der zu lange
am abend stand
und bitter
eine
unbestimmte angst
vor verlust
heraufbeschwört…
der
das lächeln
von menschen
auf seiner oberfläche
einfriert
damit ich es
für immer
parat habe,
abrufbereit
wie die erinnerung
an einen kuckucksruf
der mir etwas
unterschieben will
während ich
das ganz andere
begehre,…
nacht,
die ich nicht kenne,
morgen,
den ich
verlassen will,
sprache
deren wörter
noch nicht
erfunden sind,
vor gesichtern
deren lächeln
mich aufsaugen
wie das antlitz
einer mutter,…

es nährt,
es zerstört,
es gibt dir
die freiheit
abhängig
zu sein
und
es ist
der anlass
sich davon
zu stehlen,…

das
verlassen sein
zu
verlassen,…

wie ein
lichtspalt am morgen
der dem tag
aus dem weg
geht,
wie ein
eisberg
der am untergang
der anderen
schmilzt

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neoliberal…

neoliberale potentaten
filtern ihre gelassenheit
durch den
kaum auffindbaren
bodensatz
ihrer gefühle,
legen umarmungen
wie verdorrte äste
an die klammern
ihrer tage
und schicken
projektionen
immerhin portofrei
an die testperson
ihrer wahl,
bleifrei lächelnd
mit
ungehobelter
scheinheiligkeit,
um den
restmüll
ihres bisherigen lebens
fein zu sortieren
nach
den kategorien
„gelungen“
und
„abhanden“
gekommen,…

hey,
haaaalloo
aufwachen,
du bist nur
eine erfindung
eines
weltfremden designers
im
vorruhestand,
goldig aufgepeppt
mit alternativen
methoden
somnabuler kommunikation,
ein
schlafender kamikaze
der sich nicht
um seine schiffe
kümmert,
stattdessen
seine
selbsteinäscherung
in
leeren dosen
einer zweisamkeit
sammelt
und den durchblick
in den schlieren
seiner glaskugel
ersäuft,…

glauben
wir noch,
oder
wissen
wir schon
um die
gespiegelte welt
der quantenphysik
die
unser leben
auf den kopf stellt
nur
um im
logenplatz
eines
deja vu
staubkörner
des vergesslichen
zu sortieren,…

keine angst
vor der angst,
der reflektor
unserer
wahrnehmungsrezeptoren
ist eingeschaltet,
er funktioniert
sogar
ohne dein zutun,
da er
durch den automat
dir verborgener gedanken
den parkschein
für seine existenz
züchtet
und die
adoptiveltern
deiner verkorksten
sendemasten
im kohlekeller
warm hält,…

ihr hört zu
macht schöne augen
und ein übriges
um die fragen
durchzustehen
die bisher
keiner gestellt hat,…

nämlich:
wer führt regie
wenn es
keine schauspieler,
keine protagonisten
mehr
gibt?!

wenn eure
gesprächsfetzen
hilflos
im wind jammern
und um
erlösung
mittels
tieferen sinns
betteln
und gleichzeitig
eine
langweilige krätsche
der vermeidung
von schmerzen
über eure lippen
lispeln
die
die vielschichtigkeit
eurer einfallt
entblößt,
die
den apfel
zu erhaschen
versucht,
den ihr
als
quittung
für eure
paradiesischen
hoffnungen
von der
steuer
absetzen wollt,…

könnt ihr
lieben
ohne eure
ID Nr. ?

…was ist das
LIEBEN…?

verlernt?

oder nur
eingeblasen
durch die päpste
eurer religion
des unverbindlichen,…

haaaaalloo,
where are you
there is no time
for any dream
und wenn du
nicht weißt
was leben ist,…

dann spring…

p.s.
(es genügt,
nicht freundlich zu sein)

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Niemand…

Niemand kennt
den weg der weite
der den reisenden
in seinem
Aufbruch hält….

vor seiner Entstehung,
wenn am Geländer der zeit
ein Unbekanntes Gesicht
mir entgegen winkt…
ungewollt…

spüre ich,
dass ein Gehen
unvermeidbar ist
und finde mich
in einem zufälligen
Traum, dem die
letzte Bedeutung
abhanden gekommen ist
auf dass ich diese erfülle

denn niemand weiß
dass der Tag
nur Wunsch der Nacht ist,
sie möge sich doch
in ihm verkörpern,
ein mit ihr aufs unsichtbare
verbundene Kind
hilfloses bündel
mit träumen vom leben …

wo im entstehen
eine neue Wiedergeburt
Form annimmt,
unbekannt
entstanden
am morgen,
als der Rubikon
hinter meinem Rücken
Bewusstsein spielt

niemand sieht
den Fluss der zeit
der den Menschen
als Hades erscheint
unaufhaltsamer Strom,
Vorwurf gegen den Tod,
der die Regie
im leben führt,…

für den,
der an
grenzen des Seins
glaubt,…

unbekümmert zu dem
was in seinem denken
die formen von gewesenem
sprengt…

Tag, der
die Nacht
gebiert

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Grenzen

lass uns gehen
auf eine Vertraulichkeit hin
streckenweise unerkannt
bloßgelegt
zwischen den Nischen
von ungeborenen
welche wie
hungrige Kücken
in den Schlund
einer
grossen Mutter picken

an der Hand
die ich dir reiche
klebt noch
dotter
ein Aufschlag
dessen versprechen
mir das leben
in merkwürdigen
Verrenkungen vortanzt,
Ankündigung von Rätseln
die nie gelöst werden,
Vorspann
zukünftiger Fragwürdigkeit,
Schritt
der eine Lawine
über die grenzen
ins grenzenlose tritt

dort wo „treffen“
das verschüttet sein
von Selbstverständlichkeit
karrikiert
und die Gewissheit
in seine Mitte nimmt
ohne Not,
ohne Aufschlag,…

dessen Dotter
in Fäden der nacht
wie ein Vorspiel
im Sud einer Wunde klingt,
die keine grenzen kennt
und den Draht
über dem Abgrund schwingt
als kennten wir uns
seit unvordenklicher zeit
die nur ich kenne,
ohne Grenze
welches
ich
bin …

eine Ritze,
durch die
dein Antlitz
wie eine Berührung
mit der
Unendlichkeit
erscheint,
Spiegelgesicht
meiner selbst
in der Reflexion
einer
zufälligen Scherpe
am Wegrand

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Brief eines Gefangenen…

buchstaben die
wie von Wind
auf ein Blatt geworfen
sich mir entfernen…
früher lies die Antwort
auf sich warten,
aber sie kam
und dauerte

Sätze die zwischen
den Fesseln
und Gitterstäben
meiner Behausung
ihres gleichen suchen
ein Ohr dass
die Schreie der Hoffnung
vernahm

Wasservögel des Zweifels
die sich in die nacht
ungewisser Tiefe stürzen
Fischer im geschimmer
verblichener Sonne,
so tauche ich nach dir
unerreichbar tief
der ich bin
ein Unterfangen
das mir den Tod
bedeuten kann

was bleibt
ist der Zuspruch,
gespendet
aus dem neuen
welches ich mir
ein – bilde
und die Unruhe
die ich verspüre
wenn dein Bild
im Rahmen gerinnt

also
finden die Sätze
keinen Anklang
und bleiben
im Labyrinth der Erinnerung
weil die Empfänger
sich gerade
den Tag verzeih’n…

der aber
belog unsere Nacht

woher und wohin
wehen
meine halbbeschrifteten Fahnen
die mir der Wind nimmt
ihre Botschaft zertrümmert
und nur ein Torso
ungeschriebener Geschichte
bleibt
dort auf der Erde
auf welcher
der Abdruck unserer Körper
zum Schatten verkommt

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