Echo

Sprechen,

das wie

eine Note

von einer

zur anderen Zeile

taktiert,

den Takt

selbst

aber

vergisst

und sich

nicht hört,

klingt wie

eine pausenlose

litanei

unsäglicher glissandi

die alles

besser wissen will

und den Akkord,

Zusammenklang

des Ungeahnten,

in einer Ecke

wie vertrocknete

Tontrauben

hängen lässt.

An jenem Ast

der durch

Machbares

an Stelle

von Geschmack

den Inhalt

verdirbt.

Das Eine

Das Eine
kann es nur geben
wenn es
das Verschiedene
schon gab

denn
von was sollte
sich denn
Eines
zusammen finden
wenn nicht
das Andere
von ihm verschiedene
seine Figur
dazu stellte

Wenn
Alles
von vornherein
gleich Eines wäre
entstünde überhaupt
nicht die Frage
nach
einem
so genannt
Anderen

Der Vorwurf
des alles Gleichen
läuft
vom Beginn
seiner Zeugung
ins Leere
da der Verursacher
mit der Benennung
dessen
was er beschreibt
gerade
das
von sich Verschiedene,
das Andere
in die Welt
entliess

..letzter Morgen am Canale…

Letzter Morgen am Canale…..

Geist lockt Geister an, könnte man sagen, aber was lockt den Geist an.
Es sind seine eigenen Hervorbringungen die er im Schilde führt, sozusagen die Anrufung seiner selbst gepaart mit der Widersprüchlichkeit irdischen Da Seins.
Wie nur sonst haben es die Venezianer geschafft auf dem zweit flüchtigem Element nach Luft, auf Wasser zu bauen?!?

Das milde Gekräusel am Morgen auf den Kanälen scheint das sowieso Flirrende des Geistes nochmal zu inspirieren. Die Farben ändern sich ständig man lebt
als Unproduktiver (im Sinne irdischer Wirtschaftlichkeit) Kreativer gerne in diesem Gewebe des Unsicheren aber doch beständig Verfasstem. Ähnlich einem Körpersack der ja auch vorwiegend aus Wasser besteht und wo die Dicken besonders schwer zu verbrennen sind wie mir der Kremierer des Krematoriums auf St. Michele bestätigte. Nur um hinterher zu schieben das alte Frauen schnell weg gebrannt sind, wegen der Osteoporose, die weniger Knochensubstanz übrigläßt. Ich nehme an dass wird sich irgendwann aufs Preisgefüge der Kremieren niederschlagen. Die Fetten so viel, die Dürren etwas weniger, dafür dann ein letzte edles Holz. Was hier gespart wird, wird dort ausgegeben, ein beständiger Wandel im Unbeständigen der Zeit.

Wo anders holt einen der längliche Wagen ab hier ist des der Nachen der einen sprichwörtlich ans andere Ufer schaukelt, dort wo im Wasser gebaut, dem feuchten Element des Beginns die Zeitlosigkeit Urständ abhält.

Man lebt hier gerne besonders im 20 Jhdt. Es gibt keine Autos, noch nicht einmal Strassen, wo sonst gibt es so etwas heute noch.
Alles scheint Jeden und das Übrige zu bedingen. Es ist ein Biotop des Gelingens, selbst der Arme Hund und Dichter wird gehalten durch diese Vernetztheit der Gassen und Kanäle, die gleich einem Körpersystem Abfuhr für Cloacke, Selbstreinigende ausscheiden und in den höheren Stockwerken auch noch die Vernetzung der Snyapsen gut gedeihen lässt.

Pound lebte die letzten 20 Jahre hier, ebenso im Widerspruch finanziert von den Wertpapieren seiner Frau der Geigerin und schimpfend eben auf dieses unproduktive am Geldsystem. Wo ein Mann vielleicht 1, 2 Häuser besitzen kann, aber nach dem 3. stimmt was nicht, er tut nichts mehr dafür, die Realwirtschaft geht baden. Da aber Venedig sowieso beständig im Bad sozusagen steht, spielt das hier überhaupt keine Rolle. Das Böse wird sofort transformiert in den guten Aspekt des Geistes, das webende Leben und dient diesem nur als lästiger aber notwendiger Brennstoff. Man schaukelt auf diesem Lagunenschiff durch das tägliche Dasein, wohlwissend dass die Verflüssigung allen Lebens nicht all zu weit entfernt ist und genau diese Erinnerung an die Unbeständigkeit des Stoffes ermöglichte hier eine Blüte desselben. Handel und Wandel…..

Gelegentlich ertappe ich mich (und nicht nur hier) dabei irgend so ein Schreiber zu sein, wie Pessoa in einer Handelsgesellschaft ein paar Stunden am Tag die Kladden zu führen, als notwendiges Übel um danach dem Eigentlichen, dem verfeinerten Stoff zu frönen, Buchhalter und Dokumentarist einer Zwischenwelt zu sein.

Letztlich ist auch dieses Venedig eine Art Ver – Dichtung, ein Sinnbild des Lebens und Sterbens ein Gewusel von Adern und Knochen, pulsierender Energie inmitten sich sehr langsam hinziehender Verrottung allen Lebens. Aber dafür hat man am Ende dann die Insel. Ab auf die Insel irgendwie wird es da schon weiter gehen in den Entdeckungen und Regsamkeit kosmischen Geplappers.

Aber man vergesse nicht, welche Mühe, welches Wissen und welcher Wille es benötigte, alles Urgeistige Eigenschaften, dieses Gebilde irdisch werden zu lassen. Was hier an Kultur geboren wurde, klar vernetzt mit christlichem Glauben, der auch fast an jeder Ecke in From eines Kirchlein oder kleinerer Kathedralen Erinnerung mahnt, was an Kraft möglich ist aus einem Bereich der gänzlich unphysisch mitten im Leben zu stehen scheint auf dass man diese ergreife.

Das scheint das zentrale Moment zu sein. Zur rechten Zeit, am rechten Ort, die Anrufung des Geistes paaren mit irdischer Möglichkeit.

Wie oft habe ich falsch gelegen und sehne mich im Grunde nach dieser Deckung von gefühlter Kraft, Intelligenz und Umsetzerischem Pendant.

Stattdessen wandere ich in ewiger Miete auf die geistigen Pfründe unserer Vorfahren und erinnere mich viel zu selten an die uns schlummernde Möglichkeit diesen nach zu fahren.

Das aber ist Ergebnis der Atomisierung allen Lebens vielleicht mit Beginn dessen „Befreiung“ der französischen Revolution.

Gebundenheit also Re – ligio scheint mir erspriesslicher als das überzüchtete „libertäre Alles“.

Venedig ist eine freundliche Mahnung hierzu, die es uns ermöglicht tiefer hineinzusteigen in diese Verpflichtung auch wenn das äußere Bild im Tourenden heute
die innere Dimension beständig zur Verdrängung auffordert und den Einzelnen damit täuscht er sei ja in diesem Gewebe sicher vor weiteren Abgründe.

Moriturii te salutant, haucht die Toteninsel in die Morgenluft. Das sollten wir uns zu Herzen nehmen und den Tag nach unseren Möglichkeiten und Gegebenheiten mit der Maßgabe der Veränderung angehen.

Die Finger Sabazio’s

DIE FINGER SABAZIO’S

es liegen Felder brach
vor milchiger Sonne
als im Rost der Zeit
das Ego einer Egge bricht,
und Ähren
fügsam im Wind
die Theiss
in ihrem Lauf begleiten

Wo schneeweiße Landschaft
wie Papier aus Reis
mit gedämpfter Hoffnung
inmitten der Arie
eines schwarzen Vogels
das atemlose Zepter
eines Aufbruchs übt

verspricht uns ein morgen nur
das über morgen
in dem Ungeborenes
den alten Bann von sich wirft
sich an die Weise
fremder Lieder schmiegt
und wir uns an eigenem
Atem verbrauchen ?!?

Wo gestern noch die Wölfe
ihr Heulen besprachen
Dass der Gesang freien Lebens
nur das Zirpen einer Seele sei
während wir
um das vergessen unser selbst
uns ein getauscht haben
gegen eine verbogene Geschichte

Die Äste der Bäume aber
winken uns noch Fragen zu
Und bewegen
den Kreis der Antworten
Wir aber sehen nur
die Unbeweglichkeit der Stämme
Und halten dies
für die Festung des Glaubens

Als deren Rinde sich schält
pulsiert der Saft der uns verloren ging…
Dass wir jene Stämme sein möchten
schreibt die Sonne in unser Gesicht
da sie
unbeweglich in ihrem SEIN erschienen
Blätter sich aber lichten
erschaudernt in Erwartung
unbekannter Flügel

Die Wasser aus den Böden
erkalten in unseren Adern
Das Brot der Erde nährt
noch unseren letzten Gedanken

Wo aber sind sie
die ungeformten Geister der Himmel
Auf deren Ankunft wir beten und klagen
Die wie Äste ins All gestreckt
letzte Erde atmen

Im versuch die Gesänge der Alten
von den Festplatten der Neuzeit zu kopieren
löschen wir das backup unserer Gefühle
Nicht mehr der große Wurf ist es
auf den wir leben
Nur die Zerstückelung
von Hälften bleibt uns noch

Ungewordener werde ganz
komme und bringe uns das ganz andere
Von dem wir wissen dass es dies gibt
aber nicht wie es schmeckt

Gewordene Entwerdende
So schallt es aus unseren Mündern
Im nicht wissen der Weisheit
Was kommen und gehen bedeutete

Der leise Wirbel eines Flügelschlags
Unbefangener Duft früher Blumenbeete
Das schnellen der Fische am glitzernden See
Geheimnisvoller Zustand
zwischen nicht mehr und noch nicht
venezianische Kanäle
in den Adern einer Stadt

Das sind die Früchte an den Bäumen
die wir nicht sehen wollen
In der Angst sie zu verspeisen
und in Erkenntnis zu verfallen..

Ganzes aber kann nur entstehen
aus Getrenntheit
der widersprüchliche Moment
wo Wasser und Holz
sich einen wollen

Wenn die morgen den Abenden gleichen
Und sich die Nacht in der Frühe versenkt
schließt sich der Kreis der Zeiten
Vollendet schreiten wir dann
in den unsteten Gegenden der Umbrüche
Die wie Narreteien unseres Geistes erscheinen,
die im Sterben
das Lied des Lebens singen
und im Leben
die Andacht des Todes würdigen

Anrufung wird zu einer freundlichen Geste
an uns selbst
auf dass der Adel aus jener Asche keime
den man in die Katakomben des Vergessens brannte

Dort warten die Setzlinge einer alten Zeit
Die sich das Licht
empor suchen werden…

Nur dies zu fördern singen wir Lieder
und dichten bei Wein
zur Erhaltung von flüchtigen Kirchen
in denen kaum der Anspruch
für einen Aufenthalt gedeiht

So bleiben wir Meister
des Ungefähren
die sich entlang hangeln
an den Ikonen
vergangener Zeiten,
die Miete unserer Hoffnung
im Voraus zahlend
auf dass die Enttäuschung
ein zahmes Lamm
von heimlichen Absprachen bleibe

Die Kybernetiker der Macht aber
drechseln die Erinnerung
nach ihrem Gusto
dass unser Gedächtnis
zu einer Stätte
bunter Drohnen mutiere

Himmel fallen wie trunken
auf ein Land ohne Erde
dessen Bürger
in der Flucht vor sich selbst wohnen

Nur der Gedanke eines Kranich
spielt den Versuch seiner Wiederkehr
in schwarzem Gewand
entzückt vor Freude
dem Geäst zu entsagen

Wie tausend Zweige
recken wir da an einem Tag
unsere Hoffnung ins All
damit Kommendes sich
auf unseren Schultern niederlässt
und das Gebet am SEIN
eine Stärkung erfahre

Wie die Finger
an Sabazios Hand
recken wir unsere
Synapsen in den Himmel
flehen in kultischem Psalm
nach Erlösung
vom irdischen Stamm
nur um zu erfahren
dass wir Verbrannte
Verbrennende sind
die dem Lodern des Feuers
ihre Körper widmen
in Dung zerfallend,
der neue Erde
der neues Da Sein
im Lauf der Zeiten
hervorbringt

Komm oh komm und vergiß
damit du Wahres erinnerst
und vorschnell Geglaubtes
in deinen Lidern
einen Unterschlupf findet
nicht aber dein Denken
in trübe Gewässer stösst

Dort wo die Morgensonne
über San Michele
ihr Geschmeide ausbreitet
auf dass Leben
eine reizendere Variante
eines all zu freundlichen Todes sei

wenn die Einladung
einer halben Acht
die in der Unendlichkeit wohnt
deine Flügel
ein weiteres mal in Bedrängnis bringt
und die Niederkunft
in das Holz
dein letztes Feuer bedeutete,

so schwebe
und singe empor
bleibe in dieser Welt
und nicht von ihr
dass das Rauschen
deiner Federn
Allen Zeugnis sei
für eine Zeit
die frei ist
von sich selbst
und dem Jubel gehört
der nur jenen erklingt
die im Angesicht des Todes
sich am Leben freuen

gewidmet
Zoltan Bicskei
(inspired by his drawing Feb. 2018)

Vertriebene

Vertriebene

am Morgen

mit Koffern

leer von Welt

und voll

vergessener Geschichte

hetzen durch Locations

standardisierten Aufenthalts

wo sie den Glauben

an Mittmenschlichkeit

gegen die Illusion

weltweiter Verbundenheit

verlieren.

nur in den alten Caffees

schlummern auf einem

Versuch von Lächeln

im letzten Brökeln

archaischer Patina

zerstobene Fetzen

einer Heimat

die heute in eine

grelle Schrift

der Leuchtreklame gegenüber

wiedergeboren wurde.

Keiner weiß mehr

woher er kommt

noch wo sein Taumeln

unter Taumelnden

hinführen könnte.

Letzte Meditierende

sind Kellner

die gesenkten Hauptes

voll aussichtsloser Innbrunst

die Bilanz

ihrer Trinkgelder

im dem vergilbten Geist

zeitloser Tage

verwalten.

Die vielbeklatschte

„Neue Welt“

wurde zum Abbild

niveaulosen Scheiterns,

ihr anerzogener Vasall

will es ihr inzwischen

gleich tun

und überholt sich

noch selbst

im Ausmaß

seiner Verblendung.

Das Vergangene aber

ist nicht gegangen

es schreitet aufmerksam

neben uns her

und achtet auf die Lügen

die wir in seinem Schatten

über es verbreiten wollen.

wehe wenn er weicht…

es stünde alles

in unerträglich gleissendem

Licht..

Um diesen Brand zu verhindern

nähren die Schattenmänner

ihren fetten Ranzen

und produzieren ungewollt

das Öl für künftiges

Feuer.

ver sprochen

Welche Sprache

fällt in unseren Mündern

noch zusammen

dass ihr Odem

ein Feld

kräftiger Ähren

emporhebte

und Kornblumen

als Zierde

rauher Verhältnisse

wie einen

geheimen Code

in ihre Mitte

näme…

 

In Zeiten

als zweifelsfreie

Bedeutung sich

unbemerkt

mit

neuen kryptischen

Lauten vermählte,

die gleich klingen

wie ihre Vorsprache,

Fernes aber

meint und

selbst der Engel

der Auferstehung

sein Geschäft des Mahnens

nicht mehr bestellt

 

Wie

verbeißen sich da

das Verschiedene

welches einst

ein Merkmal

der Anmut war

mit der Forderung

nach einer

immer gleichen Sicht

der Schönheit

alles Fremden und

durchpflügen das Feld

kaum

dass der Same

gefallen sei

 

Unruhe

heisst also das Kind

unserer Tage

welches in der

schäbigen Grippe

bewusstlosen Sprechens

auf die Zeit

nach dem Weihrauch

bettelt

und den Königen

ihre Schleier entreißt

in die sie

die Botschaft

einer Verführung

webten

 

Gewickelt

liegen wir

in der Scheisse

dieser Gewänder

die

das Meinen

bemänteln

als wüssten wir

dass das

Strickmuster der Botschaft

nur ihr Echo sei

nicht aber der Mund

dem dies entsprang

Ahnung an Ezra

ein korb
voller erinnerung
geflochten aus
der ahnung
von vergänglichem
schmiegt sich
bei jedem schritt
an meine seite
auf dass ich ihn fülle
mit einer wegzehrung
die sich keine grabhügel
auf allgemeinplätzen
mehr leisten kann

meine speisen
sind keine essensreste
vom vorherigen mahl
das nun wie abgestanden
einen schatten
auf die gier
des Augenblicks
wirft
und dürstet auch nicht
nach den leeren plätzen
die ich einst
mit meinen Kochkünsten
bevölkerte

schatten werden geworfen
von den Vorgängern
die ihr licht
in die nischen
verdorbener Geschichte stellen
und in Käfigen der Sieger
als Sohn der nation
zur schau gestellt werden
ezra oh ezra
er möge singen
in den neuen Körpern
der nacht
denn wo
als in den schemen
der morgen
erinnerte sich
der
flammende geist

der leicht
wie ein junge
und die Sprache
in der nacht des Unrat
bemühte
und seinen Schemel
in die hässliche Fratze
der neuen Welt stellte
die doch nur
eine schlechte Kopie
einer alten war

du hast dein land verlassen
und jetzt holen sie dich zurück
in eine hässliche Odyssee
ihres kranken geistes
den du beklagtest
und blos stelltest
in jenem äon
als der Aufbruch
Grund genug war
das Gesicht der Ereignisse
zu entstellen

ein spiegel nur
deine stimme
die den fluch
der Ausbeutung
zur neuen Kultur erhob
mensch
zum
Menschenfeind erkor
und jenen
Schmelztiegel der menschen
zur Hybris anbrechender zeit
erhob

die unwissenden
heucheln dir heute
den helden der Schrift
und verschweigen
deren wahren ton
und stehlen noch
die dossiers
mit denen du
deinen Atem pflegtest

 

Ezra-Pound-1942