die gesänge 

die gesänge
des schönen
verblassen in den wappen
vergangener jahrhunderte,
in den wandelgängen
einstiger artisten
die auf dünnem seil
einer anbahnung
auf ihre wiedergeburt warten
und im schatten
eines toskanischen innenhofes
eine ahnung
ihres könnens
zu hinterlassen,

während
die bogengänge der mittagssonne
um den ansporn
einer sehnsucht raufen
die es noch zu finden gäbe.
während dessen
sprechen menschen
mit der luft
und entdecken stolz
massenhafte abbilder
während ihrer fabrikation.
eine glocke versucht noch
den weckruf
doch schwingungen aller arten
verschwinden in den archiven

zwanghafter dokumentation.

sprechblasen umgarnen

im letzten versuch

die abwesenheit der betrachter

bis wir einsehen

dass es niemand mehr

zu geben scheint

der auf den zuruf

einer erscheinung

noch antwort gäbe.

so segeln wir

mit der schönheit

von einst

während der wind

durch unseren

löchrigen geist

blässt…..

jene aber

die fragen stellen

erleiden das schicksal

von aussätzigen im ghetto,

wo anmut

in der

fremdsprache des seins

in die welt

emporwächst….

endlich sucht

der satz des heraklit
„ethos anthropos daimon“,

seine kinder

heim…..

während

die schatten der einsamkeit

in den arkaden des vergessens

in mildem licht

verblassen

und die angst

vor der nächsten stunde

im glockenton

zu nisten beginnt….

der das seil zog aber

fand mit letztem schwung

den ausgang….

Un-Wahr?!?


„Denn vom Standpunkt der Politik gesehen ist Wahrheit despotisch
– Hannah Ahrendt –
Wahrheit und Politik


Da es in einem demokratischen System im wesentlichen keine allgemeinverbindliche Wahrheit gibt (außer vielleicht dass Regen von oben nach unten falle), übernehmen stattdessen Meinungen, die sich an deren Stelle einnisten deren Funktion als Orientierungslinie und verwandeln Wahrheit oder auch Wahrheitssphären, immer mehr in ein Durcheinander von Nonsens und Narrativ. Eine entsprechend fabrizierte HiStory löst schließlich ein solides und überkommenes Wissen ab, diskreditiert dieses und setzt darauf die Durchmischung von fact & fiction im Spektakel der Meinungsschlachten. Dieses System lässt sich dann ins schier endlose multiplizieren und oktroyieren, bis schließlich Wahrheit überhaupt verpönt ist, weil es als Vokabular von sog. Verschwörungstheoretikern gilt. So gesehen wäre dann die „neue Wahrheit“ eine Lüge.

Dort wird sogar eine zufällige Trennfuge auf dem Asphalt zum Menetekel und Paranoia jener unvollständigen Form, die andeute dass „sie“ wiederkommen.

Es ist die Endstation einer langen Mem Kette, die schließlich auf der Strecke bleiben wird.

Meinungsindex

Früher konnte man seine Meinung
noch umsonst
sagen.

heute kostet diese gelegentlich
je nach Information,
bis zu 5 – stellige Beträge.
Eine noch höhere Wertigkeit ist
an den Anzahl Jahren
für Gefängnis abzulesen
die der Adept dafür kassierte.

In Zukunft sollte
die „Meinungsfreiheit“
also an der Börse gehandelt werden

damit „Schuldner“ dort
ihren Existenz Verlust
am Meinungsfreiheit Index
wieder eintreiben können

Als Spekulant
in eigener Sache
ist Mann/Frau
dann wieder angesehen und
bestens gesellschaftlich integriert

… er kann endlich auf
„hate – speech“ und
fake news Papiere setzend,
seinen Reibach machen
ohne dafür
zahlen zu müssen…

Die Tage

Die Tage schreiben sich wie von selbst,
dort im Rückspiegel
In die Absätze der Erinnerung ….

sehe ich die Sonne
hinter weitem Hügel
empor winken

Vor mir ein Himmel
der an gestern anlehnt
Seine Sprache ist das grau
an welches ich nicht zu rühren vermag

Als ich wende
Flüstert mir diese Farbe
ein Mohnfeld ins Gedächtnis

Im Zwielicht das Abendrot
gelang es mir nicht
zu vergessen