Archiv

wunde…

wunde
überwinden
in der welt
nicht verschwinden
öffnung zu wagen
dem augenblick
was mehr
kann uns ertragen
ohne zu wissen
nächst wundersames
geschick

absicht zu hegen
im wechsel der zeit
zufall zu pflegen
bin immer bereit,
das ist der haken
der tage antreibt
ein armloser kraken
der mir hängen bleibt

ein neues gesicht
nur ich bin der alte
nein jünger der spricht
und worte verwalte
wo abende sich senken
wir wissen nichts
und schatten will schenken
jenseits des lichts

habe..

habe
eine sprache verloren
die mir
nicht gehörte
die in
grünen weizenfeldern
sich wiegte
wie ein koi
der nach luft schnappt
und seine augen
an den grund heftet,
die letzten reden
auswendig lernt
um am ende
eines atemzugs
die zeit
zu vergessen…

dort
treibe ich
wie schlieren
in einem tümpel
aus verfaulenden fragen
und werfe meine antworten
den hechten entgegen
die
wie stumme tibeter
DA SEIN üben…

entferntes
das mir nahe ist,
distanz
die wie ein
fieber
in letzten windungen
meine hitze kühlt,
buchstaben
die in die welt purzeln
wie junge hunde
die ihre mutter verloren

20120715-082403.jpg

einsamkeit

meine einsamkeit
ist ein hort,
ein sprachlabor
für zurückgebliebene
die dem auswurf
ihres lebens
schönheit
andichten wollen,
tableau
aus naher sehnsucht
und
fernem schmerz
der unter
meinen rippen brennt
und
mir so
die ohnmacht
meiner vorhaben
freundlich
in den schoss
schweisst,…

heiss
wie ein sprung
von
augenblick
zu augenblick
der mir
wie eine
letzte ölung
weiteres
in die geschicke
meines
windbeutels
schmiert,
und
mein stammeln
in die
arie einer nacht
verzaubert,…

ich habe
nichts zu fürchten
als meinen abgrund
an dessen fuss
die sonne
eine schneise
wagt

20120615-180906.jpg

Bewusstsein verlieren

bewusstsein
verlieren,
wie ein
apfelbaum,
der seine früchte
verschwendet,
die von
herbstwespen penetriert
in ihrem
vergorenen most
ersaufen,
blindlings
mit dem bild
der reifen frucht
ihren aufstand
anzetteln
um im nächsten moment
davonzustieben,…

bewusst
wissen
im gletscher
der ewigkeit
zermalen,
geschmolzene
hoffnung
die im bach
ein lied
von
besseren zeiten
singt

ich war…

ich war der letzte
verzweifelte
der dies annahm,…
dass der mond
aus sich leuchte

wie ein hilfloser ast
aus spröder zeit
reichen
die versuche
meiner schatten,
die trauer
der sonne zu verstehen
ins JETZT,
welches
beim annähern
wie verlorene blüten
erscheint,
am wegrand
nach ihrer
knospe rufend,
gefallener versuch,
unwissen
mit erfahrung
zu ummanteln
während ich
am leben
erfror,…

als
mein blick
sich hebt
wischt ein kräuseln
den schaukelnden mond
vom teich,
ein junger tag
erregt sich
an
durchwachter
nacht…

20120606-193514.jpg

kein halt

kein halt
nirgends,…

selbst
buddhas arsch
weiß nicht mehr
woher
der wind
weht,
sein
inneres lächeln
entpuppt sich
mehr und mehr
als
nahkampftechnik
von
oddyseus
der den sirenen
seinen zuspruch
verweigert,…

oh
orpheus
wer nur hat dir
den gesang
jener geschichte
nicht verziehen
auf dass
gautama
am kreuz der zeit
den letzten nagel
reissen muss
jenseits des genuss
seiner transformation

20120603-145622.jpg