Abende

abende
verlieren sich
in ihren erinnerungen
wie tagschatten
die die nacht herbeisehnen
um sich im gewand
eines traumes
zu verstecken
und gefundene einsichten
in ein warmes nest
stricken
so dass
das wahre
an den erscheinungen
verborgen bleibe
in einer
wärmenden kuhle
geistloser zeit,
in der die rufe
nach erkenntnis
wie große elefanten
in den räumen
sinnlicher umnachtung
auf ihr schlachtfest warten

doch niemand wagt es
jenes scharfe messer
des handelns
am Schaft zu packen

so werden die menschen
zu kotfliegen
einer dickhäutigen zeit,
umschwirren den gestank
fremder hinterlassenschaften
und feiern volksfeste
in den verblödenden schluchten
ihrer fußgängerzonen
die wie
ein hochsicherheitstrakt
an neuen synagogen
den menschen ergreifen
bevor er noch
zu sich gekommen ist

gerede
hat wieder
hochkonjunktur
und
das mimikry
eines
alttestamentarischen gottes
erschaudert noch jedes lächeln
das verschämt
nach letzten resten
seiner
aufgeweichten identität
hechelt

es ist abend geworden,

die jetzt noch
die straßen bevölkern
schweben in den ruinen
ihres bewußtlosen Tiefschlafs,…

nur die jetzt schon ruhenden
sehen die hybris
in einem
wachen albtraum

wie ein feldkreuz
auf schmalem grad
halten sich
letzte strophen
alter gesänge
die ihr flehen
jener zeit
entgegen hauchen
die den
chor der gefangenen
an uns
heranführt

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