La zone de memoire

Elba August 2011
 
ein tag
zieht langsam herauf
schwer
von der unerfülltheit
seiner zeit
in palästina
werden noch orangen hergestellt
das pflücken dort
haben sie getilgt
so wie wir das meer
greifbar nah
immer erinnern werden…
wellen die anders schmecken
als an den hochburgen
eures
südlichen vergessens
manchmal ist in diesem da sein
ein atemzug
wie eine heraufziehende katastrophe
und dauert vielleicht einen tag
manchmal ein luftschnappen,
wie ein nächster terrorschlag ins zivile
beidseitig wohl bemerkt
 
die gräben über denen wir wachen
sind zugeschüttet
mit dem kaum prüfbaren gift
geschmackloser mythen der moderne
es stirbt der mensch daran
immer wieder im strudel
inszenierter lügen
die gräben aber
füllt das nur
gestorben wird hier
weil das erinnern der einen
in den zeiten nach der brut
der vertreibung alles menschlichen
das vergessen der anderen gebiert
jener die im dunkel der katastrophe
zu schatten 
eures erloschenen lichtes wurden
 
seht ihr uns,….
jetzt wo ihr euch wieder schmückt
mit den klassikern
die euren abgrund
und den der einen anderen
nicht verhindern konnten?
seht ihr die umrisse
eurer taten heute
an den mauern
eines scheinheiligen landes?
 
oder glaubt ihr immer noch
den selbstinszenierten gedanken
einer diasporischen versuchung
die ihre identität
ihren projektiven wurf
auf dem gekrümmten rücken 
unseres da-seins ausprobiert
jener, die 2000 jahre blieben
und jetzt
eurer vertreibung 
anheimfallen
auch wenn ihr uns
anderen völkern und ländern
zuordnet
und das land auf dem wir
je leben
in einer spekulativen option
der bibel als grundbuch
zu finden glaubt,
(so wie andere
den kampf der kulturen optionierten…)
wir waren 
und sind
da
unumstößlicher
beweis
aus lebendigen körpern,
zeit und erde
alt wie die olivenbäume
deren ansicht
aus den kollonialen fenstern
inszenierter geschichte
ihr uns zu verdanken habt,
die wir jene sind,
seit alters her,
die ihr eigentlich sein wollt,
echtzeit eurer verqueren erinnerung,…
 
oder seid ihr
andere
gewesen
damals,
jene
die vor ein paar jahrzehnten
in  dieses land kamen
nicht weil ihr 2000 jahre nicht da ward,
sondern um uns glauben zu machen,
dass wir nur 60 jahre nach unserer vertreibung
durch euch
nicht mehr dorthin dürfen
wo ihr gelebt haben wollt,
damals in unvordenklicher zeit,
als brüder und schwester noch namen hatten?!
 
das wäre ähnlich
wie ein südlicher bogen von erinnerung
wie auf tausend postkarten umflutet
mit zeitloßem licht
für die werbung einer
geschichtslosen nachwelt
öffnung eines seins
tausendmal gesehen
jetzt aber
ein
anspruchsvolles wort einer (r)evolution
sich mit mehr
als mit wesentlichem
zu verbinden
in der nacht
irrender vernetzung
die anderes will
und noch nicht weiß
wohin wir menschen fluten werden
getrieben von wenigen gedanken
die im sicherheitskordon
unserer abwehr
hin und her wippen,
ihre knospen verlieren
bevor diese
zum blühen kamen…
 
was uns trotzdem vorwärts drängt
ist das allgemeine ungenügen an leben
der zweifel an eurer rede
eine laue flut
die wie alte herren
die nicht sterben wollen
behäbig aber pünktlich
an ihren nachmittagscaffees einläuft
und die flatternden schatten der gedanken
am brökelnden putz der geschichte beobachtet…
 
es treibt niemanden aus den häusern
der weißen stadt
wenn die privatheit 
ihr „stell dich ein“
in blauflimmernden
zimmern der ohnmacht feiert.
 
die unmut in den medien
ist noch keine emotion
eine emotion
noch kein gefühl
und dieses
noch nicht sein gedanke
„wir sind die anderen,
derer ihr euch
wie selbstverständlich
bedient“
dass euer spiel gelinge…
sind dies die kinder isreals? 
 
aber unsere selbstvergessenheit
ist das kapital
aus dem die mauern
eurer macht gebaut sind
jetzt fordern wir dies zurück
von uns
da sie nie jemand anderen
gehörte
und alle anderen
sollen gleich uns
dem angehören,
dem unbedingten
des „wir“…
 
wo wären da
noch jene
auf deren rücken wir
die exclusivität
des
„anders seins“
und auserwählt seins
austragen könnten…
 
wir wollen das 
beobachten
des beobachtbaren
tilgen
nicht mehr dokumentieren
sondern verändern
wohl wissend
dass das freie spiel der kräfte
eine art check point braucht…
 
zumindest war es dies
was wir annahmen bisher,
wo wir
ganz in den fallstricken
eurer interpretation
jene muster nachtanzen
in denen der terror
die geburt eueres schatten vollzog
 
denn dies seid ihr selbst
der terror
einer manipulierten geschichte
die ihr uns
als wahr erzähltet
 
so wurde
die geschichte der anderen vermeidend
unsere
zum konstrukt
ihrer identität
des anders seins
welches wir nun
zusammen
erfüllen und erlösen können
 
die anderen sind wir…
mauern wurden nämlich gebaut
als mahnmal
der trennung dessen
was zusammen gehört
philister und juden 
sind nichteinmal 
2 seiten der gleichen medaille
sie sind diese erkenntnis selbst
 
lenkflugkörper
und
infrarotsuchköpfe
sind nur ausdruck dessen
was ihr unwissend noch
finden wollt.
die gemeinsame identität
mit dem objekt
eurer suche
 
jetzt
da ihr blind
das andere
als etwas verschiedenes von euch aus macht
noch blindwütig zerstörend
bis ihr begreift
dass es unsere nachbarn,
freunde und kinder sind
die ihr
im fadenkreuz
eurer projektion
hinrichtet,
 
vergessend
dass ihr selbst
im ziel
eurer suche
steht.
einer suche nach identität,
nach heil,
der ihr gerade erst erlegen seid,
in dem gedanken des
auserwähltseins
eines neuen reiches….
 
versteht ihr jetzt
den zusammenhang
den grund der sich wehrt
nicht opfer
einer erneuten idee
des vergessens
und der vernichtung
alles menschlichen
zu werden?!
 
Hubert Bergmann | Elba | August 2011
 

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