poems off the road

Die Dinge…

Zürich 01.05.2011

die dinge
ändern sich,
so schnell,
dass sie
nicht einmal mehr
ding
genannt werden können
sie sind
zu einer
laufenden geschichtsschreibung
des seins
geworden,
dessen inhaltsverzeichniss
nur noch
hieroglyphen
noch nicht
verstandener
zusammenhänge
dekliniert,.....
... der wahre film aber
ist die montage
dieser eindrücke
im fundus des
beobachters
unnachahmliche augenblicke
unbekannter geschichte

unbekannt…

unbekannt
wie ein prager jude
schleppe ich mich
über die schauplätze meiner seele
verfolge mich
mit meinem verfolgt sein
und erzittere vor den schatten,
welche die
kleinen lichtblitze der gedanken
in den
traurigen grund meiner biographie
zeichnen…
 
alle ist anders,
wenn ich die türen der erinnerung
öffne
und
vergangenes leben
in mein jetzt
einfällt,
wie reiterhorden
aus einem
unbekannten osten

ja ich bin…

ja,
ich bin mir
abhanden gekommen
und die suche
nach dem was ich bin
ist eine quälende reise
zu einer person
vor der ich zurückschrecke,
in ein land
dessen grenzüberschreitung
wie ein fluch
aus alten zeiten
mein jetzt bedroht…
dass die farbe dieser zeiten
schmeckt…
ich breche auf,
weil die reise
die einzige tätigkeit ist,
die
ungelebtes leben
mit
ins abteil des unbekannten
nimmt

die dinge…

zürich
 
die dinge
ändern sich
so schnell,
dass sie
nicht einmal mehr
ding
genannt werden können…
sie sind
zu einer
laufenden geschichtsschreibung
des seins
geworden,
dessen inhaltsverzeichniss
hyroglyphen
noch nicht verstandener zusammenhänge
deklinieren,…
der wahre film aber
ist die montage
dieser eindrücke
im fundus
des beobachters…
unnachahmliche augenblicke
unbekannter geschichte

Es gibt…

Zürich 01.05.2011

es gibt
keinen ruf
ohne echo...

...auch dort
wo keine antwort
im wind schaukelnder kastanien
erfolgt
fallen mir
die blätter
des herbstes
auf den schoß,
in einer zeit
in der erwartungen
längst
auf den grund
eines unbekannten sees
gesunken sind.

sie wirbeln
keinen staub
mehr auf
vielmehr fügen sie sich
wie ein mosaik
einer wiedergeborenen erinnerung
in das
endloße geflecht
dessen,
was ich nie erwartete

Die Bilanz…

Zürich 01.05.2011

die bilanz der tage?
eine rechnung
die nie aufgeht
da die doppelte buchführung
nie ausgeglichen ist,
weil es die
im grunde
nicht gibt,
trotz
ihrer vorzüge
vergißt sie,
ja mißachtet sie
den aktivposten
der energie
der aller materiellen güter
der anlagebuchhaltung
spottet
als seien diese
hilflose versuche
etwas darzustellen
wo nie
etwas war...
... luftbuchungen
der seele
welche den
saldo des seins
spiegeln

Als von Anderen…

Zürich | 01.05.2011

als von anderen geträumt
komme ich mir immer dann vor
wenn ich frage,
ob ich anderes gerade träume
.....
nur,
wer sind diejenigen
die mich,
mein leben
als etwas
außerhalb von mir befindlichem
erfahren lassen,
die die nabelschnur
der existenz
anzapfen
und mich denken
oft
in bester eloquenz,
aber immer so
dass ich als fragwürdiger erfüller
meiner möglichkeiten
zurückbleibe

Ich lebe…

ich lebe in den
enklaven
einer erwartung
der erscheinung meiner selbst
weil ich weiß
dass ich mich
nie finden werde
und darum
die gewissheit
meiner verlorenheit
als wahre identität
meines seins
herausfordere
jenseits irgendeines
gelingens
von fundamenten
auf die ich
mein leben
bauen könnte...

schließlich verbrennt mann nicht
ohne
asche zu hinterlassen

Eine traumlose…

München 25.04.2011

Eine traumlose Nacht ist wie ein Mantra für den Beginn eines neuen Tages. Die Suche nach den Mustern des Schlafes verbinden sich mit den vorschnellen Erinnerungen am Morgen. Die Welt entfaltet sich neu im immer gleichen Licht dessen was wir geworden sind, ohne dass wir dies eigentlich wissen, was wir sind. Wir fragen uns nach Möglichkeiten und finden uns in den tiefen Gräben ungelebten Lebens. Nur, was hätten wir dann, wenn all unsere Phantasie unter dem Diktum der Realität verbrannt wäre?!

Ich möchte…

München

ich möchte schlafen,
weil schlafen für mich
wachen ist,
ein anderes
da sein
als die
flut von illusionen
die mich
in der nacht meiner tage
zu den träumen
der wirklichkeit
schickt...
wenn ich dann
die stimmen des alltags höre
ist dies wie
das trommelfeuer einer schlacht
in der ich längst
den schützengräben
der lautlosen worte
aushob.
dabei habe ich mir angewöhnt
nicht mehr
vorzukommen.
es schützt vor dem beschuss
nichts sagender worte.

Die Gesichter…

München 23.04.2011

Die Gesichter meiner Tage haben keinen Namen. Sie gehorchen einer fremden Kraft, die wie die Zeiger einer stummen Uhr in die immer gleiche Richtung einer schicksalhaften Vorbestimmung wandern. Trotz Bewegung stehen sie still, in dem was sie sagen könnten und zeigen statt dessen immer nur den gleichen Trott ihres Versuches in die Ferne zu ziehen.

Die Windrose ist ihr Vorbild, wenigstens in der Möglichkeit sich Verschiedenem zu zu wenden, oder eine Richtung zu zeigen in die ich gehen kann.

Meine Alltage verschlagen mir die Sprache. Sie stülpen sich gleich einer Käseglocke auf den Versuch einer Bewegung, auf den Aufstand eines noch namenlosen Gefühls, das wie der Flug von Frühlingspollen im Netz vorschneller Begegnungen hängen bleibt.

So bin ich immer zwei geteilt.

In eine innere, meist verstummte Sprache und das äußere meinen, welches mich wie ein Sog an einem stillgelegten Bachlauf in ein vorläufiges Verschwinden zieht.

In dieser Spannung gebiert sich mein Abgrund, der das Licht einer Begegnung atmen will und sich dennoch davor scheut an eine Oberfläche zu glauben.

Wir schlafen…

Altmannstein 22.04.2011

Wir schlafen die Schönheit der uns umgebenden Landschaft, weil wir die Trauerweide am Abend nicht von ihrem Spiegelbild im Strudel der Übergänge der Tagenden erkennen. Die Vermengungen sind so stark dass ich zurückschrecke vor der Möglichkeit einer vollkommenen Täuschung dessen was ich erlebe, so dass ein Aussen sich reduziert auf die Funktion des Erkennens meiner spiegelbildlichen Wirklichkeit. Alles wird so zur Poesie zu einer höheren wirklichen Sprache, die des Redens nicht bedarf, da das Echo der stille die Gedanken an den Fäden der Zeit kristallisiert.

Das Fahrwasser meiner Beichte am Sein rauscht mir wie ein kleiner Gebirgsbach in einiger Ferne den feuchten und frischen Duft einer geahnten Wirklichkeit vor die Füße. Ich bin nicht Willens diese zu begreifen, da ich dann die Begründung der Nutzlosigkeit einer Erkenntnis im Gepäck der Tage schleppte. Denn nur so sehe ich dass wir, indem wir über Anderes und andere sprechen eigentlich uns meinen, dieser Erkenntnis aber aus dem Wege gehen, da sie zwischen uns stünde wie ein Baum unumgreifbarer Nähe, die uns blind machte für die Ahnung des möglichen.

gespräch verloren…

 
 
gespräch…
verloren
im wald seiner bedeutung
eigentlich…
…sprachlos,
nur,
dass worte tanzten
und jetzt
im laub vertrockneter erinnerung
den aufstand proben.
zu spät
nachdem im fallen
sie den ast
des beredten schweigens brachen…
 
was bleibt
ist unbegreifliches
schmerz im gesicht
einer verlorenheit
die nicht warten konnte
NICHTS
zu sagen
um den lauten des hörens
zu lauschen
zerstoben
am vorabend der hoffnung

zeitlebens…

wien
zeit lebens
lebens zeit
schon zuviel
gekannt,
dass neues
entstünde
zu wenig
dass altes
vom tisch fiele
 
so fault das gedeck
vor sich hin
zeit lebens
lebens zeit
 
sucht nach
offenheit
treibt mir blüten
in den kopf
der gleich darauf
verwelkt…
das ersticken belebt,
als schweige ich…
 
so redet ein mund
weit entfernt