die tage…

die tage
und der versuch
ihnen sinn
zu geben
ist
nutzloses fragment
wie ein
verloren gegangene scherpe mosaik
in welchem
die entscheidenden teile
zum bild
nicht mehr auffindbar sind.
ein flickwerk von möglichkeiten
die erst in ihrem verlust
zu ihrem bild
finden werden,
im tod
einer bewußten wahrnehmung
den anfang
des unbekannten feiern.
ich stehe am rande
dieser tragödie
und fühle
dass mein geist
die bühne
für dieses theater des absurden
ist.
so komme ich an
indem ich mir entkomme
finde ein bild
dessen muster
im strudel einer minute
den sand
am grund
meines bewußtseins
zu einer unbekannten figur hin
zerstob
ein anderer
reicht mir die hand
aus der tiefe…
ich lasse los,
das alte aber
stirbt….

im tagtraum…

im tagtraum
bilde ich die dinge
die mir die
vergänglichkeit der nacht
vorenthielt,
entwickle einen geschmack
der schaal und einseitig
wie abgestandener wein
an meine lippe netzt.
mir fehlt die bunte welt
des nächtlichen
wenn ich im licht der sonne
die erinnerung
eines zukünftigen entwurfes
in mein
unvermögen stottere.
wäre es doch nacht
und ich
erträumte mir
einen tag
so hätte ich alle möglichkeiten
die mir
auf dem weg
in’s jetzt
verloren gingen…
 
….bunte schatten
unerklärter wünsche…

nahe fernen…

wo nichts mehr da ist
Was von einer
Vergangenheit her
Erzählt
wenn
Jetzt
wie eine welle
in die andere stiebt
das anders sein
mit den alten
herangeköderten sichtweisen
fremd geht,
teilt sich die einsamkeit
zerfällt
wie die gischt
einer felsengebrochennen
Brandung
und verliert plötzlich
sich selbst
geht verloren
im strom
eines nicht gekannten
überwerfung, die
keine ist
nur anverwandlung
von fremden
gewässern
 
ich brenne
im zerfließen dessen
mit dem ich mich
löschen wollte…
 
jetzt zerstieben
die Bilder von mir
in rauch
verschwinden im nebel
einer hoffnung
auf ein du
welche mir
als Abbild meiner selbst
gegenüber tritt
aus der asche
eines Verlusts geboren
….
fände ich dieses bild
im gegenüber
zerfiele ich
zu staub
ungreifbar für
den anderen
dunkel
und ohne kontur
 

auch wenn viele meinen….

auch wenn viele meinen
ich existiere,
sehen sie nicht
meine „nicht existenz“
die von fernen inseln träumt
wo die luft rund
und das wasser
meinen körper
klar umspült…
meine inneren reisen
denen ich mich nicht
verweigern kann
die nur unerfahrenen
wiederfahren
meine kleinen hoffnungen
das all zu bekannte
meiner tage
im traum
erträglicher zu gestalten…
 
ich bin nur statist
in den augen der anderen
in dem theater
ihrer welt
eine randerscheinung
die überdauert
ein weg
den niemand kennt…
 
meine existenz
findet also
hier
wie
dort
statt
und mein
DA SEIN
erscheint mir
wie eine
gelebte eintrittskarte
für eine
andere welt

in den ansagen…

in den ansagen der tage
sind wir schweigende geworden,
die sich
mit den argumenten der stille
begnügen,
stumm
ihre rede
wie eine abgebrochene reise
wegstecken
als seien sie
nie
irgendwo angekommen
als hätten sie
nur einen weg
in ihrem zusammensein
gezeichnet…
 
wo waren wir
als wir vermutlich
da
waren?
 
unsere möglichen begegnungen
sind fremd gegangen
mit der
vergessenen hoffnung
einer illusion
auf erfüllung,
sie haben ein
verträgliches kind
gezeugt…

es ist zeit geworden….

es ist zeit geworden…
kleine sekundenfragmente
stammeln im erguss
eines nachmittages
wie wespenstiche
einer falschen verheißung
mein gemüt,
lassen offen
was längst verschlossen ist
und bemächtigen sich so
der möglichkeit
den ausbruch zu wagen,
türen die nie verschlossen sind
endlich zu versperren
den narr in mir
auf den plan zu rufen
der die sterbehilfe
meiner gedanken
zu unkenrufen der tat
verführt

es ist zu spät geworden…

es ist zu spät geworden…
 
die besetzten gebiete einer identität
die mir nicht gehört
taugen nicht mehr
um meine ohnmacht
in eine sprache
des dialogs zu verwandeln,
ein spiel,
welches selbst nur
von den fintenreichen claims
apostolischer missionsversuche
gerechtfertigt wird…
 
da,
wo es schon zu spät ist
werden nicht mehr
argumente gelten,
sondern das alte
grausame recht
der bewegung der massen…
 
das daraus entsteht
ist das
ganz andere
wir werden es erfahren
jeder nach seinen filtern
kategorisierend,
wird es die filter trüben
und unsere
interpretationsversuche schwängern,
so wie ein übertragenes kind wirkt,
wenn es seinen nächsten,
seine mutter belehrt,…
 
die es noch nicht kennt
als säßen wir
am rande einer verdorrten wüste
der einsamkeit

ich fürchte…

ich fürchte den tag
der wie eine halbfertige perle
um mich glitzert
ein matter schimmer
meines muscheldaseins
ein verwaschenes aquarell
schnell erledigter eindrücke
die hast
vom moment zu moment
als seien diese
insel des aufenthalts
die mir nie genug
weite bieten
in meiner reise
von einer
zur nächsten
verzweiflung…
 
die tage rauschen dahin
wie ein alter vertrockneter gebirgsbach
ein rinsaal von vermutungen
was die nächsten stunden bringen werden
und ob dies mit mir
überhaupt etwas zu tun haben könnte…
 
so verharre ich
im zustand des ungeborenen
und bringe doch ständig
skizzen meiner selbst hervor
die wie hilflos wimmernde babys
in den täuschenden kategorien
einer erwartung
auf ein zeichen,
ein wort nur,
eine hinwendung
des einvernehmlichen
und mitgehens
warten…
 
leise ohne ein wort
wie eine von übermächtig süssem duft
geschwängerte ahnung der ankunft

obwohl es…

obwohl es tag ist
sehe ich alles
mit den augen der nacht
lasse meinen blick
durch worte
und begegnungen
im schutz dieses wissens
hindurchgleiten
und sehe,
sehe die andere seite
ein spiegelbild
unserer existenz
welches uns
zu geschöpfen
unbekannter träume macht
tagwandelnde unbewußte
die
um den preis der verdrängung
eine wirklichkeit ereifern,
die frei ist
von den schatten der nacht,
tod mitten im leben
welches sein
jenseits
im
diesseits
verlor

die schatten…

die schatten der nacht
träumen ihren traum
zu ende
als ich mich dabei ertappe
ihre geschichte zu erfassen
die zügel ihrer botschaft
im angesicht des tages
in griff zu bekommen
und das diktat
meiner interpretation
wie der hilflose versuch
eines ertrinkenden wirkt,
eines selbstmörders
der noch mit seinen armen
um sich schlägt
obwohl er sich
auf den grund
des meeres sehnt…
 
die regentschaft
meines bewußtseins
möchte sich da
im letzten moment
mit den kräften der tiefe verbrüdern
um des lebens willen
welches in seiner alltäglichen form
an den leitplanken
einer sozialisation
entlangschrammt…
 
sind wir nur
flüchtige beweggründe
unserer träume
die ein tag erdenkt
und die nacht
gebiert?

der handel…

der handel mit der lüge
schafft wahre abgründe
einen tiefen schlund
von billigen vulkanen
die den totentanz
in erwartung
ihrer zerstörerischen eruption
wie das gespenst
eines wahren ereignisses
vor sich hin lügen
und den
sauerteig der interpretation
der angeblich
das getriebe der welt
am laufen hält
an die finger der geschichte kleben,
die wie der eitrige ausfluss
einer pestbeule
von den brunnenvergiftern
des mitmenschlichen
über das land der hoffnung
gezogen wird

die nebenkosten…

die nebenkosten
des seins
sind beträchtlich
sie übertreffen sich
im versuch
sich in den gemieteten tagen
die sich
in einer verbleibenden neugierde
still eingerichtet haben,
als wesentlich
in die kalkulation
meiner erinnerung
einzurichten
um meine existenz
zu hinterfragen…
nachzahlungen zu verhindern
stelle ich kerzen auf
um im
windbewegten flackern der flammen
mein leben
wenigstens zu spüren…
verloren im dunkel
um wieder
zu finden,
so zahle ich
in DA SEIN

tage…

tage zählen
ihre resonanz
in stunden
vergeblicher achtsamkeit
erspüren die melodie
und den
unsichtbaren rhythmus
ihrer existenz
und
überschütten mich
mit einer symphonie
kaum hörbarer
wahrnehmungen…
die aber nicht
so genannt werden können,
weil viele themen in dieser musik
nur ein versuch darstellen
das
eine
vom
anderen
zu scheiden
obwohl
im zusammenspiel
von klang, puls und ton
sich eine bewegung erzeugt,
die mich
in ihre welt
entführt

müdigkeit…

müdigkeit
legt sich
wie eine große
wärmende decke
auf den versuch
den beginn eines neuen tages
zu ergründen.
er ist grundlos
das weiß ich schon
bevor er am abend
die vielen murmeln
seiner verflossenen stunden
zählt.
grundlos und ohne schuld.
er tritt in meine existenz
ohne zu fragen
ob ich ihn haben will,
ist einfach da,
ist immer ein anderer,
der ich werden will
und gestaltet in meinem
allmorgendlichen
bild der gleichen stimmung
die konturen
mischt seine farben
auf der palette des seins…
rahmenloser versuch,
entwurf
eines raumes aus zeit

die einzige Tätigkeit…

die einzige tätigkeit
die nicht
über einen
durchnummerierten beleg der tage
erfasst werden kann
ist
DA SEIN...
dem zugriff sämtlicher
aufrechnungen nach
gewinn und verlust
entzogen,
grauen
für die buchhalter
der verwertung,
welches sich
wie ein unsichtbarer faden
durch die bilanzen
erträumter welten
strickt.

so entsteht
erfahrung
jenseits
ihrer nützlichkeit...

da die welt
in nutzen denkt
erscheint (diese erfahrung)
nicht,...

webt aber im verborgenen
den teppich
des
DA SEINS,
dessen farbe
und
muster
den grund
meiner erinnerung
und meines
vergessens
bilden

Wenn ich…

wenn ich
NICHTS bin
kann ich
nicht NICHTS 
sein,...
so bin ich
ETWAS,
was seinem NICHTS
bewußt ist...
ein 
schatten des jenseitigen
die projektion
anderer wesen,
mein geist
die leinwand,
die ich einrolle...
da nimmt
die entfaltung von
ETWAS
konturen an,
die schatten
lösen sich
im licht 
diese erkenntnis
auf...
was speist
diese erfahrung

meine Trauer…

 
meine trauer                                                mon deuil
trifft sich                                                       croise
mit der erkenntnis                                     le sentiment
dass ich                                                        que pendant
lange zeiten                                                longtemps
nicht existiert habe,                                  j’existais
obwohl ich lebe,                                         sans vivre
schatten einer mir                                    que je suis l’ombre
unbekannten welt                                    d’un monde
bin,                                                              que j’ignore,
der                                                               que je
sein da sein                                               vivote
in                                                                 en  rêvant 
vorstellungen                                           à
von dem fristet,                                       ce que je
wie er                                                        devrais
zu sein hätte…                                         être…
so schwebe ich                                        ainsi je plane
in der entfernung                                  loin de
einer                                                         de ce qui n’a
nie gewordenen zeit                              jamais été
erlebe ihren verlust                               je vis la perte
und                                                           et
freunde mich                                          je commence à
mit einer                                                 accepter
erschöpfung an,                                    la fatigue
die jedem                                               qui précède
neubeginn                                             un nouveau
vorausgeht                                           commencement       

mein Nahziel…

 
mein nahziel                                      mon objectif proche
ist                                                         est
die ferne                                             le lointain
dort angekommen                           arrivé là
spüre ich                                             je perçois
nähe                                                    la proximité

ich bin…

 
ich bin                                                  je suis
ein                                                        un
gelingender,..                                    arrivant
gelungen                                            arrivé
stehe ich                                             je me trouve
vor dem                                             face au
NICHTS…                                          NEANT
NICHTS                                             être dans le
zu sein                                                Néant
ist die Mutter                                   c’est là que naît
des gelingens                                    la réussite

aufgeklappt…

Freiburg

aufgekracht                                  fracassé   
hingezappt                                    zappé
kalt gemacht                                anéanti
hinein getappt                             piégé
schon gemacht                            déjà fait
das nicht klappt                         ne fonctionne pas

rede ich…

                                   Freiburg
rede ich darüber                                 quand j’en parle
ist ES vorbei,…                                    ça  disparaît
ist ES vorbei                                         quand ça disparaît
kann ich ES                                           je ne peux plus                                                    
nicht fassen…                                        saisir  ça
so rede ich darüber                             ainsi j’en parle
bevor es unfassbar wird                   avant que ça ne se dérobe

Die Gehaltszahlung…

die gehaltszahlung
der welt
hat uns vergessen
und so
fehlt
die buchung
in den konten
der existenz,
die sich
weigert
nichts zu sein
und hierfür
da sein
verdient

@font-face { font-family: "Times New Roman"; }@font-face { font-family: "Arial"; }p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal { margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: 10pt; font-family: Arial; }table.MsoNormalTable { font-size: 10pt; font-family: "Times New Roman"; }div.Section1 { page: Section1; }
die gehaltszahlung                                    la comptabilité
der welt                                                       du monde
hat uns vergessen                                     nous a oubliés
und so                                                          de telle sorte qu’il
fehlt nicht einmal                                      ne manque même pas
eine buchung                                              une inscription
in den konten                                             dans les comptes
der existenz,                                               de l’existence
die sich                                                        qui se
weigert                                                        refuse à
nichts zu sein                                             être  un néant
und hierfür                                                et mérite
da sein                                                        ainsi
verdient                                                     d’être là

Entwischt…

Überlingen 02.05.2011

entwischt
im vorbeiflug
kaum
dass spüren
eintrat
in nächtliche
wandelhallen
des unbestimmten,
ging er vorüber
wie der tod
eines ungetauften kindes
ein kleiner traum
der sich ungewöhnlich hell
und
freudig zeigte
als gäbe es
in der welt des unbewußten
noch unbewußteres
welches uns
kurz nur
einen wink
sendet
kurze freude,
hauch
einer anderen
wirklichkeit
Entwischt                                                            Echappé
im vorbeiflug                                                      en passant
kaum                                                                     dès
dass spüren                                                          que  le sentiment
eintrat                                                                   entrait
in nächtliche                                                        dans la
wandelhallen                                                       salle des pas perdus nocturne
des unbestimmten,                                             de l’indéfini,
ging er vorüber                                                     il passait
wie der tod                                                            comme la mort
eines ungetauften kindes                                   d’un enfant non baptisé
ein kleiner traum                                                 un petit rêve
der sich ungewöhnlich hell                                qui se révélait étonnamment clair
und                                                                          et
freudig zeigte                                                         joyeux
als gäbe es                                                              comme s’il existait
in der welt des unbewußten                               dans le monde de l’inconscient
noch unbewußteres                                              un inconscient de plus
welches uns                                                            qui nous
kurz nur                                                                  enverrait
einen wink                                                              bien brièvement
sendet                                                                      un signe
kurze freude,                                                          joie éphémère
hauch                                                                      souffle
einer anderen                                                       d’une autre
wirklichkeit                                                           réalité

Die Dinge…

Zürich 01.05.2011

die dinge
ändern sich,
so schnell,
dass sie
nicht einmal mehr
ding
genannt werden können
sie sind
zu einer
laufenden geschichtsschreibung
des seins
geworden,
dessen inhaltsverzeichniss
nur noch
hieroglyphen
noch nicht
verstandener
zusammenhänge
dekliniert,.....
... der wahre film aber
ist die montage
dieser eindrücke
im fundus des
beobachters
unnachahmliche augenblicke
unbekannter geschichte

die kleinen siege…

die kleinen siege
am beginn der tage
tanze ich
auf dem dünnen drahtseil
der erinnerung
welches mich schwanken läßt
und jeden nächsten schritt
in eine fatah morgana des aufbruchs
verwandelt,
um so mehr
als ich mich bewege…
 
auf der anderen seite angekommen
spüre ich,
dass ich mich nie
verlassen habe
und diese prüfung
eine narretei
meiner ängste ist

unbekannt…

unbekannt
wie ein prager jude
schleppe ich mich
über die schauplätze meiner seele
verfolge mich
mit meinem verfolgt sein
und erzittere vor den schatten,
welche die
kleinen lichtblitze der gedanken
in den
traurigen grund meiner biographie
zeichnen…
 
alle ist anders,
wenn ich die türen der erinnerung
öffne
und
vergangenes leben
in mein jetzt
einfällt,
wie reiterhorden
aus einem
unbekannten osten

ja ich bin…

ja,
ich bin mir
abhanden gekommen
und die suche
nach dem was ich bin
ist eine quälende reise
zu einer person
vor der ich zurückschrecke,
in ein land
dessen grenzüberschreitung
wie ein fluch
aus alten zeiten
mein jetzt bedroht…
dass die farbe dieser zeiten
schmeckt…
ich breche auf,
weil die reise
die einzige tätigkeit ist,
die
ungelebtes leben
mit
ins abteil des unbekannten
nimmt