Autor: HubertBergmann

sonntag…

sonntag um sonntag
mäandert
der glockenklang
durch
bürgerliche behaglichkeit,
suggeriert
sicher
nichts neues
dem man sich
stellen müsste,
benutzt den ton
kaum verklungen
zum nächsten bim
für seine kontinuität
des unabänderlichen,
welche kurz gehalten,
sich im perfekten schnitt
der gartenrasen trifft,
garniert mit
einem penetranten traum
von jägerzäunen,
die die jagd
beenden,…

heiliger sonntag
unheilige allianz
von bedürfniss
und wunsch
koalition
geschmiedet
gegen die
achse des bösen,
die unsre rettung wäre,
zügelten
wir uns
unsre schatten
mit licht
zu vertreiben

das szenario…

das szenario
funktioniert,…

optimierter bürgerservice
zum nahtlosen „kontakt“
einkaufszentrum
am hauptplatz
zur speisung
der zehn tausend
und die blasmusik
diesesmal mit
mick jagger app
zur sedierung
der generation 50+,…

wie weit wir
gekommen sind?
… freiwillige selbstkontrolle
mit eingebautem spassfaktor…

der deckmantel dieses mal,…

unsere geschichte
mit der wir
gegenwart klittern

terassen…

terassen,
flach
und
rechteckig
in ihrem
falschen schatten
selbst gesetzter
hoffnungen,
ebnen
noch jeden wurf ein
der nach einer
ritze voll licht
lechzt,
absurder weise
aber
die aufforderung zum tanz
mit einem gespräch
über die
zu erwartende rente
streckt,
verdünnung
von daseinsberechtigung
auf einem
ungedeckten check
selbstgefälliger gesellschaft,
geladene gäste,
die heimlich
über die verwertung
des letzten ackers
tuscheln,
sattsam in
grünen auen
der selbstvergessenheit
voller rahmen,
zu denen uns
keine bilder mehr
einfallen,…

es passt nicht
der hirsch,
röhrend
und weit entfernt
vom gulasch
in die letzte ecke
rechts
vorm ausgang

20120519-212649.jpg

nacht…

nacht
ist verstanden
wenn gewissheiten
wie hilflose kinder
nach hause finden,…

plötzlich
reimt sich
die geschichte
eines tages
auf
vertraut sein,
ferne
ist wie
ein hügel aus sand
der sein haus
nie finden wird
und
nähe eine
stadt
deren lärm
in der stille
ihrer bewohner
ertrinkt,
lautlos
wie ein gedanke
der aus meiner
erinnerung
perlt
und dort
die spuren der zeit
tilgt

es….

es
ist nicht bekannt
von wo aus
die
unsichtbaren zeichen
eines schattenspiels,
frühlingsblätter
auf heimaturlaub,
am späten nachmittag
ihr spiel treiben
während die
wissenschaftliche
erörterung von musik,
wie der griff
dieser albernen spazierstöcke
mit eingebauter hupe
nach
abgeschmacktem urlaub
riecht
und den
alten salzstock
vergessen macht
an dem sich
unser schicksal
empor leckt,…

worte die brennen,
die keiner versteht
weil sie
jene
von liebenden sind,
die sich selbst
vergessen
um das unverstandene
zu leben

stumm…

stumm
und
lautlos
vor krach
werden
jene worte gesagt
die nicht
übersetzt werden müssen,
wo jeder weiß
woher sie kommen
wohin sie wollen,
dennoch aber
schwer
zu orten sind,
da das leben
aus vielen
kleinen ritzen besteht
in denen
wesentliches
verschwindet,
überdauert
in einer hoffnung
auf
ein kommendes wort

für
Paul Celan

worte….

worte,…

gebilde
einer irrung,
stehen
wie mahnmale
zwischen uns
und erinnern
an orte
denen wir
zu
entkommen trachten
dort
wo selbstverständliches
wie ein
verwunschener garten
verschlossen bleibt
und
die nachahmer
einer alten sprache
bereits
an den buchstaben
scheitern,…

wort
ohne
ort
wenn
die schwerter
schon klingen
bevor wir
die schmiede
betreten

ruhig…

ruhig
wie die oberfläche
einer hoffnung
schwinden
meine gedanken dahin
ein
murmelspiel
zum vergessen
ein wink
an ein freundliches wort,
gleichung
einer biblischen nacht
die ihre vision
als köder
den gefräßigen teufeln
der absicht vorwirft
und tränen
die ihr weinen
für eine täuschung halten,
weil sie das lachen erinnern
in einer welt
die
durch ihr schweigen
bekennt,
dass sie sieht
was uns
verborgen ist,…

dass wir nämlich
diese welt sind,
eine morsche zeit
die am stamm
der intuition
ihr salz
ableckt

20120514-222132.jpg

sätze…

sätze
fallen mir
wie projektile
aus dem mund
und
heften dir
fragen auf die stirn,…

diese nähe,
die mir
aus dem
ärmel schoss
und einen überfall
unvermeidlich macht,…

interessiert niemanden
where the smoking gun
is gone
und die wagenburg
ihren heimlichen
ausgang verbirgt?!

ein reiher…

ein reiher
wippt sich
am frühen nachmittag
durch die
zeitlosigkeit
und seine flügel
erfinden
die sätze
des tao te king
neu,…

ein
mene mene tekel schlag
welcher
das gewicht
unseres seins
austariert
und einer
wandelbaren variante
von bewusstsein
überlässt,
dort wo wir
den sinn
vermuten
und folglich
unsinn ernten,
weil das große ohr
des kosmos
zu viele stimmen hört
und die noten
für eine übersetzung
ins irdische
noch nicht
geschrieben sind,…

deswegen nimmt
die bemühung
und
der lärm der zeit
beständig zu
und ein flügelschlag
wirkt wie ein
unheilvoller wink,
ein konzert
dessen klang
sich mit der zeit
aufreibt

20120513-145414.jpg

kauf mich…

kauf mich,
dort
wo mein herz
blutleer
die oberhand
gewinnt,
in einem
harschen winter
der gefühle
die
wie schneemänner
verfaultes gemüse
hinterlassen
und als
zirkuslöwen
nur noch zupacken
wo ihnen
der nächste käfig
blüht,…

kauf mich,
wo die rätsel
des unbegreiflichen
fest an meine
seite stoßen
und
die blätter
meiner briefe
den wind beflügeln,
wo die luft dünner
und das leben
unbedingter wird

denn freiheit
ist der raum
zwischen
den stäben,
wo die
enttäuschung
das weite
sucht
und es
mein arm ist,
nachdem ich
schnappe,…

wo
die erträge
wie eine
karrikatur der hoffnung
die innenwand
meiner seele
in einen
tumult verwandeln,…

fass mich,
damit ich
lassen kann

es schliert…

es schliert
ein blick
angereichert
mit meiner
projektion
in dieser
lauen luft
maiseits
durchs
letzte jahr
als unsere augen
einen anfang wagten
und jener berechnung
des zaubers
die multiplikation
versagten,…

heute
ist bereits
der neubeginn
ein produkt
einer nie
erfolgten
abstraktion
des möglichen,
was die vermutung
nahelegt,
dass wir beide
mehr wollten
als wir bewusst waren
es auch
lassen zu können,…

dies allerdings
spricht bände
von gesprächen
mit sich selbst,
die
das schweigen
anderer
erhören
und
ihre nähe
auf
unbekanntes
übertragen,…

dort
durchmischen sich
die farben
des vermissten
mit der erde
eines
neuen tages,…

tönung
die dir
eine blässe
ins gesicht
treibt…

morgen….

morgen
stehen
die zeichen
auf sturm,
denn
in den
gestrigen journalien
fanden sich
kleine druckfehler,
buchstaben
sind mir
beim nennen
deines namens
verrutscht
und haben
eine neue stadt
beschrieben,
keiner wusste
wo sie liegt
noch
ob dort
die vorfahren
unserer vision
überdauern konnten,…

wir stiegen
aus dem bus,
ahnung kam auf,…

du bliebst
zurück

erinnerungen….

erinnerungen
sind wie
ein gegenwärtiger wind
der uns
von einem
zum
nächsten gedanken
treibt
ein
unwillkürlicher hauch
der uns einlädt
zu verweilen
da wo wir flüchteten,
weil
für einen kurzen moment
unser bewusstsein
mit einem gedanken
den augenblick
verlies

für I.S.
den kaukasischen kreidekreis

20120510-072449.jpg

wo

wo
die lettern
der freiheit
auf
mauerngraffities
schlafen
wächst
der zaun
der abgrenzung
nach
und
der ruf
nach
dem zauberwort
verstummt,
wenn einer
sich daran macht
löcher
in denselben
zu zwicken,…

ernten wird er
jenseits des
versperrens,…

mauern…
im mondlicht
ausgeleuchtete
sicherheitsstreifen…

20120508-080801.jpg

die nacht…

eine nacht
streut
ihre hälften aus,…

die
eine
in der umtriebige
ein licht suchen
die andere,
die mit
dem anschein wedelt
von
selbst eingespeisten
konfigurationen
einer möglichen versuchung
satt zu werden,
die sich
in den
blauflimmernden apps
eine schneise der befreiung
mit betaversionen
ergaunert,
eingehimmelt in eine
retrotechnische verabredung
mit dem unwahrscheinlichen,
jene nämlich
dass nähe
in der ferne
zu züchten
und der mond
nur eine attrappe
für spiritistische spinner sei,…

die eine hälfte
ist der mythos
dass die welt
immer schon
sich
der rethorik des Tages
bediene,
die andere
ist
die rethorik aller mythen
selbst,…

ein mythos aber
ist der funke
zum unaussprechlichen,
jenes bild
in dem
die zeit
einen
unbekannten raum
gebiert

20120508-005515.jpg

die schlafen…

die schlafen
haben
ihr wach sein
den träumen
vermacht
und verbringen
die halbwertzeit
ihrer absichten
auf einem
still gelegten gleis,
das sich
vor tageslicht
verbiegt,
dort wo die
projektion
von gedanken
wie eine wirklichkeit
einschlägt
die keine bilder
mehr bewegt,
dort
wo
freundliche wesen
ein-und aus gehen
aber
keine spuren mehr
hinterlassen

man
will
es schön haben
in der gesellschaft
von schlafenden
die wie im
koma
ihr eigenes
dasein
vergisst

man
will
das leichte,
das wie
eine sense
die spitzen
der erinnerung
kappt

man will
den tiefgang
und lichtet die anker
wenn der lack
am bug
bröselt

da wo
fahrende gefährten
ihre schiffe
flott machen
ertrinkt
die hoffnung
von zaudernden

kontakt…

kontakt
verwaltet,
in datenbanken
vergesslicher launen
nach einer
statistischen häufigkeit
von erfolg,
an platz
sagen wir mal
sechshundertneunundzwanzig
jener routine
die dir ein schnäppchen
sein könnte
unter umgehung
möglicher echtzeit,
die hinter den strategien
bester aussichten
untergeht,
ohne
mit der wimper
einen aufschlag
zu wagen,
hey,
geschichten
die weisheiten
in den abfalleimern
menschlicher abgründe
einstampfen,
ihr protoplasma
in nischen
gewünschter begegnung
züchten,
weil sie hoffen,
dass der mensch
ein ding ist
das funktioniert
und deswegen
jene sprache
benutzen,
deren opfer sie sind,
wie ein schwamm
der die dinge
verschwinden lässt
bevor sie
aufgenommen wurden
und
nicht mehr wissen
dass
adam,
der alte traum
immer noch
seine kraft
in einer kuhle
aus lehm
bebrütet,
zur erinnerung
an jene menschen,
die wesen
einst
im tagwerk
langer zeitalter
gegen das vergessen
erfanden

Bilder/Figur: Helmut Mühle

20120504-195148.jpg

anfrage…

anfrage
an meine
einsamkeit,…

ein goldenes reh
im vorhof
eines blassen mondes
das im weizenfeld
die unschuld
seiner sprache verlor
und
die sicherheit des lebens
in den feldern der flucht
erhofft,
weite die sich
wie ein gürtel
eng
an den atem
meiner tage schmiegt,
ein zärtliches gedicht
welches neben mir
den schlaf des vergessens
überdauert,…

beginne ich zu begreifen,
dass die
wesentlichen
dinge des lebens
all
eine
auszuhandeln sind,
der andere nur
ein schatten
meiner selbst ist
den ich so lange nähre
bis er zu sich aufwacht
sein da sein erhellt
verlassen übt
weil ich ihn einst
ins dunkle schickte,
eine nacht in welcher
der hunger nach anderem
meine seele frisst,
die ohne ende
an den ketten des wunsches
wieder nachwächst

Konto…

konto
umgebucht
wetter
heiter bis wolkig
weitere aussichten
angenehm unbekannt
beziehung
welche
unterdeckung
der rente
überlastete
einfachheit
szene
nie gewesen
allgemeiner status
unterwegs
nähere befindlichkeit
blatt im wind
wünsche
tatsachen bevorzugt
sex
what kind of space
einrichtung
seit alters her
zeitlos
die anderen
meine schatten
mein schatten
holspiegel
derer projektionen
leben
gebongt
lebensart
bilanz
verluste
sind
mein gewinn
llufthohheit
ein täglicher kampf
meine ziele
verfehlung
fehler
ohne ende
anfänge
bedürfen der fehler
drängen
und
nachgeben
sturm
ohne
drang
im führen
sich lassen
kommen
und
gehen
vorstellung
ohne ende
hoffnung
lass es bleiben
annäherung
und
ablehnung
satz
und
erwiderung
wo anders
hier
hier
wo anders
hier
im jetzt
das auch
wo anders
IST
ist
es
so
wund
er
bar

20120502-114009.jpg

meine sprache…

meine sprache
rutscht mir
in die kniekehle
wenn ich höre
wieviel sprachloses
mit reden
gesagt wird,
aber
der
vogelzug am himmel
geschichten erzählt
stumm,
ohne worte,
keine grammatik,
wie ein
headset
dessen verbindung
zerbrochen ist,
ortungslos
jedes
zeitalter versteht
und
den claqueure
ihre emotionen
erklärt,
denen sie maßlos
hinterherhinken,
sang und klanglos
wie der krach
eines schlecht
gespielten
e-pianos
welches dem typen
auf der bühne
gerade
die beine runter pisst,
und sein substitut
den schläfern
vor die füße
kotzt

20120501-220701.jpg

verschwinden…

verschwindende
überall,
die
sich selbst zu wenig,
immer noch
vergeuden
in den schattenrissen
grosser plätze
der welt
und
im gewimmel der strassen
untergehen,
um am horizont
nach erfahrung schnappend
wieder aufzutauchen,
ihre zustandsbeschreibung
den göttern überlassen
und den hades
per anhalter durchqueren,…

so tummelt sich
die frage nach
existenz
dünn wie ein faden
durch ein labyrinth,
windet sich
in der hoffnung
all zu bekanntem
zu entkommen
um
unbekanntes
zu treffen,…

wir warten also
auf den zug
um im
kick eines zeitlochs
aufzuspringen,
die ketten
den gleisen zu überlassen
und an fahrt
zu gewinnen,…

unsere
vorläufige ankunft
wird dort sein
wo menschen
nebenbei
verschwinden
und ihre
abwesenheit
gerade mal
die statistik
des bürgerlichen
schönt

20120429-154445.jpg

überdauern…

überdauere
die zeit
die mich
in den
niederungen der tage
wie
buschfeuer umhertreibt,
den komplott
der umstände
die ich selbst inszeniere,
ein kinderkarusell
dass mir damals schon
suspekt erschien,
weil der weg
immer wieder
am verlust der eltern
vorbeiführte,
mein vergessen sein
aber längst
im kreisen der nächte
beschlossen war,…

denn da
wo ich
verlassen wurde,
lerne ich
die sprache
des abschieds,…

uns aber
ist nicht mehr klar,
dass die verlassenden
dass mann,
dass frau,
das große rätsel ist
welches im aufgeben
bisheriger erfahrung
gefunden werden will,…

…während
die rechte hand
der blonden
eine linie
beschreibt,
ruhig
an ihrem
oberschenkel,…

… was suchen
plötzlich
die
japanerinnen
in der szene
und
die brünette
die ihr haar
hinter ihr ohr
streicht,…

primitivo,
alles klar
raunzt
mein Kellner,…

und
dass die welt
doch transpersonal ist
sehe ich daran,
dass ein typ
eine pizza
in sich hineinstopft
obwohl
SIE
die gelegenheit wäre,
er aber auf
persona,
also
sich
macht,…

sein knie zittert,
die brünette zögert…

der schal
der blonden
will
fallen…

wenn die liebe…

wen die liebe
der nacht
kurze beine trägt
gerinnen wir
wie
stehen gelassenes blut
nach einem schlachtfest,
dort
wo die alten weiber
sich darüber hermachen
den roten tod
rührend und schlagend
im fluss zu halten,
zur verfeinerten speise
für spätere,…

getrunken
haben wir nicht
aus dieser schale
und dennoch
stockt uns der atem
als wir die zeichen
einer neuen zeit
im muster
der roten schlieren
erkennen
und merken
dass
vor lauter bekanntem
das unbekannte
zwischen uns
erfror

bei…

bei
geschlossenen augen
sehe ich
in der sonne
jene schatten
die sich nicht
an den
rändern der tage
blicken lassen,
vermummte,
die ihr geheimniss
wie
bruno
in der kutte
eingenäht
und in ihrer asche
aufbewahrt haben,…

jetzt wagen
sie
nahtlos
den übergang
in einen
nächsten raum,
der inmitten
hilfloser
absichtserklärungen
der moderne
seine dauer pflegt,…

und wieder,…

giordano, giordano,
der den bogen spannte
bis der zeitgeist brach
und erkannte
dass
das ziel der amsel
in allen äonen gleich,
ihr gesang ist,…

spiegel
einer milden ruhe
vor dem sturm,
der seicht
über
die fittiche des seins
streicht

20120426-112324.jpg

tulpenbeete…

tulpenbeete
knallen mir
mit ihrer
unzeitgemäsen botschaft
entgegen,
amsterdam aber
versinkt im meer,
während pärchen
immer noch
zaghaft zitternd
und
händchenhaltender fasson
ihrem glück
nachäffen,
als seien sie
den dingen
die sie erwarten
voraus
den abgründen ihrer tage,
wie dem stummen wimmern
ihrer nächte,
wo
die ratlosen noch ratloser
und die suchenden
noch blinder werden,
weil wir den hirnmuskel
der kampfmaschienen
der moderne
fußballer und rennfahrer
bis zum abwinken,
scharf im schritt
und griff
von werbeikonen,
mit unseren möglichkeiten
verwechseln
und vergessen haben,
dass unsere kraft
weiter reicht
als jeder vorschnelle schnitt
von geilen
postproductions assistenten,
die wie die
bürgerlichen tiere
der provinz
den finalen kick
scheuen,
während
die statistik der pässe
meinem kellner
bereits
auf der stirne
geschrieben stehen,…

sie aber
ging fast unter,
im kampf
der gunst
der blicke

20120425-233546.jpg

erinnerung…

erinnerug
sucht
vergangenes
in dem ein
JETZT
nicht
präsent war
und in der
warteschleife
einer sehnsucht
hoffte,
dass etwas auf es
zu käme
was
nicht ist,…

deswegen
liegt im
IST,
dem augenblick
alle zeit
zu grunde,
die sich
erinnerung
nur
als steigerung
von
JETZT
verspricht,
jene offenheit
die leben
in jeder form
nicht als
exclusivität
begreift,…

deswegen aber
gaukelt die welt
das besondere vor
um erinnerung zu züchten
verlangen
nach unerreichbarem
weil es
JETZT schon
DA
IST

20120425-185350.jpg

habe…

habe die nacht
aus dem stundenbuch
gestrichen
um in den
leerzeichen der tage
jenes strandgut zu sammeln
welche meine genossen
in zwielichtigen nischen
den kettenhunden
des unsagbaren
überlassen,….

immer wieder
die gleichen
tippfehler
einer
daSeins erodierten sprache
deren wörter
wie junge pudel
richtungslos
ihre überzüchtete schönheit
zur show stellen,
eros zu ihrem fetisch erklären
und den abakus
ihrer vermeintlichen erfahrung
nach stunden und minuten abzählen,
während ihr maskottchen verstört
durch die hintertüre ihrer angst
verschwindet,…

definitionslüsterne junghengste
springen wie ziegenböckchen
den mainstream entlang
ohne zu merken
wo geschmacklosigkeit
nicht mehr
durch noch so blöde
avancen an
irgendeine schönheit
tilgbar ist,
fingern an den
strapsen ihrer einbildung
und purzeln wie
motten vom licht
wenn der gummi mal
auf die hände zischt,…

es sind überreste
deren kriechspuren,
die ich mir beim sammeln
von den fingern kratze
kleine spritzer
von wortejakulationen
die salz in meine dauerwunde
tropfen,
das rechnen ohne kalkül,
dessen brett die hingabe ist
an all jenes was ich nicht verstehe
und erst im anblick meiner asche
wie langsames magma
zur lagune einer neuen zeit gerinnt

20120425-185254.jpg

der…

der andere
hat
scheinbar
eigenschaften
die ich
nicht habe,
welche ich ihm
aber aus der
distanz
zugestehe
und die ich
irgendwie bräuchte,
ohne zu wissen
ob diese aspekte
je zutreffen,…

das weckt
neugierde…

komme ich
näher
sehe ich
dass nichts
zu erreichen wäre
das ich nicht
schon sah,…

der rest
ist das gerede
von menschen
sie würden dieses
und jenes
noch nicht kennen
und deswegen
eine begegnung anstreben,…

hört sich interessant an,
endet gewöhnlich
in enttäuschung,…

man ging sich
und anderem
auf den leim
mal wieder,
während das ego
ein paar kilo
zugenommen hat

gekräuselte…

gekräuselte wahrheiten
die ihre grundlosigkeit
auf sandigem boden
verwässern
plätschern mich an…

sätze von dir,
die wie molen
ihren hafen
nie verlassen werden,
sprenkeln meiner überfahrt
süßen weihrauch entgegen,…

ich soll vergessen,
wie
ferne aussieht…

gerade aber
kam ich
aus dieser
in die nähe
eines hafens…

molen
sehe ich
keine

20120422-140413.jpg

sehe jenen…

sehe jenen,
der schwer
zu finden ist,
versteckt
in unvermeidlichen
bildern
alltäglicher fluchten,
diesen
übermalten see
voll dem ballast
letzter jahrhunderte,
schattenumrissen
von
ungeklärten fragen,
die wie
oberflächenstrudel
ihren grund suchen,
um den versuch
nach tiefe
zu wagen,
dennoch aber
brücken schlagen
wo keine abgründe
zu queren sind
und die hälfte der tage
mit den
versprechen der nacht
auspendeln,…

einst
als ich
noch nicht wusste,
ging einer
wie nichts
ein und aus
zwischen
den toren der städte
und den
auswendigen geschichten
seiner innwändigen reisen,
die sich wie kletten
an die versen
meiner unvernunft hefteten,
so wurde mir
siebenfaches leben
gleich mehrere male
ins stundenbuch geschrieben
als hätte einer
die bleischwere litanei der tage
zu seiner bibel gemacht
und das vergessen gepachtet,
um seine unruhe
zu erinnern,…

dennoch
ketzere ich
bar jeder erfahrung
symbole und zeichen
von begegnung…,

nur
um weitere kapitel
von salz
ins da sein
zu streuen
geschmack zu heben
und eis
dem schmelzen
zu öffnen

intelligentes flirten…

ok ok
der update App.
war nicht
die neueste version
zu viele backups schon
habe ich überlebt
aber fiel mir nicht
der pfeffer vor
deinen schoss
der schüchtern
wie eine hyazinthe
nach anderer luft
bettelte,
unscheinbar
in watte verpackt
so dass sich
ein wort
eher wie
ort
anhörte
den beide
prompt verloren,
da mir die
subtile penetranz
deines duftes
ausgesprochener weise
durch die
finger rann,…

also versuchte ich es
x-male
auf die intelligente weise
nur um zu erkennen
dass dies das blödeste ist
und jetzt deine ausstrahlung
in meinem zimmer
nicht mehr ertrage

wenn einer…

wenn einer
für einen anderen
stirbt,
stirbt
die ganze Welt mit,…

leben aber
geht weiter
ohne die beiden,
mit ihren hoffnungen
die wie eintagsfliegen
ihren tanz
zwischen
backsteinen und perlen
versuchen
um den letzten kick
zwischen den zeilen
wie ein fest
in binationalen staaten
zu zelebrieren,
die auf sicht existieren,
sich die gewöhnlichen
angelegenheiten an
ihren gespiegelten gegenüber
wund stoßen,
zwei dinge in einem,
die wie
fette rote tomaten
im winter
nach basilikum lechzen
und die abschlüsse
der nähe
wie goldene becher
mit den bächen
der nacht füllen,
mu sikalischer weise
dok umentiert
im schutz
see naher
unumgänglichkeit
ein
spezialfall,
heruntergebrochen
zur distribution
alltäglicher bedürfnisse
höchst seltsam,
was neu
gierde
entfacht….

20120419-232622.jpg

dottersack…

der dottersack
meines gestorben seins
eiert an meinen beinen,
macht mir mein
weitergehen schlüpfrig
wie eine geölte geburt,
die mir entfernter scheint
je näher ich dir komme,…

unsachgemässe handhabung
gestörter versuchsanordnungen
die mir wie
testreihen einer zuneigung
den schlaf rauben,
klammheimliche unterhaltung
meiner welt
mit unbekanntem,
dessen korrespondenz
in den dünnen kanälen
nach draussen
immer wieder
im schlick meiner spuren
stecken bleibt,…

und keine nachricht
von wo ich eine erwarte…

und käme sie,
sie entspräche nicht
meiner hoffnung
des
selbstverständlichen,…

ob ich
die dinge
auf den kopf
stellen soll…?!

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manche sterben…

manche sterben
im leben einmal
andere öfter,
habe das zählen
aufgehört
als einer
die endlose strasse
dieser
dunklen steine sah
die den weg
zur freude pflastern,
vorbei
an den eisbergen
vergeblicher hoffnung
die das meer
in dem
meine seele schwimmt
nur noch
weiter machen
wenn
ihre zeit
gekommen ist,
vorbei
an den
täglichen ritualen
der
„wenn-dann“
und
„könnte sein“welten
die uns
in den ewigen nestern
unserer kindheit
halten,
schaukelnde gewissheit
auf den inseln der suche
die längst
vor dem aufbruch
gefunden sind
und nur noch
einem hafen
warten

changieren…

chance
gefunden
verworfen
gewartet
die tür
ins haus
geartet
der tritt
zuvor
danach
zuersten
gefror
ein Hit
nein nein
zum bersten
seitlich
dort
im drüben da
hinter mir
und
wo ist wahr
so
schlenderts sich
in meiner welt
zur der sich doch
wer denn gesellt
im auf
hey dort
ja nein
bin fort
wo all
mit allen
ist
mein ort

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komm uni kation…

„…natürlich frisch…“

ein fragment
könnte genügen
wenn wir uns
die unruhe
eingebildeter begegnung
überstülpen
wie schlafmützen
vor ihrem versprechen
träume zu generieren
und dann doch
aufwachen
vor lauter verschlafenheit,
durchkommuniziert
und
überdurchdauert
in einer warteschleife
penetranter gefühlslogen
die wie
Pat und Patachon
nebeneinander herschaukeln
um ihrem eigenen
amüsement zu entkommen
hochgepäppelte lustbarkeiten
denen es
die sprache verschlagen hat
und in ihrem
privaten stummfilm
das schreien
nach leben üben,
durchtrainierte
SMS sportler
und
sadomasochistische
taugenichtse
die den neusten app
in ihrer hosentasche
pflegen
als sei es einer
dieser schicksalhaasen
die am bosporus
den galataturm,
diesen alten christustraum
in frage stellten,…

all das nur
um den
kommunikationskamikazen
ihre weitschweifigen
wordschiffchen
zu versenken,
noch tiefer ins dickicht
digitaler
mikrowellen einzudringen,
dort den
erstschlag
einer unterhaltung
zu erwägen
um nicht
dem versuch
der lufthoheit
eintönig sich windender
mastdarmgespräche
zu erliegen,…

wartende
am ende der zeit
die wie heuschrecken
vor ihrem eigenen
Dasein davon springen,
perplex blinzelnde
welche schweigen
mit zu zwinkern mästen,
ein anruf aus dem nichts,
der die worte
in digitale watte verpackt
und
ein feedback im vorfeld
des spiels
erstickt,…

komm
komm
uni
kation

wenn der zulieferer
einer option auf zwiesprache
den gegenüber
in seinem schweigen
versteckt

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schöne tage…

schöne tage
schwache seiten
paargleich
im unterschied
gleich in der
differenz
der verschiedenheit
zum anderen,
sind wir
bemühende
ohne hoffnung
auf auszeichnung
gleichwohl
preisgeldverachtete
adepten
das ziel der wandlung
zu erreichen
das ist unser credo
das ist das kreuz
in dem die tangenden
sich immer
im schnittpunkt
eines momentes
queren,
der tanz des
anders seins
aber immer
in der zeit
der beständigen verschiebung
der achsen
woanders liegt,…

wir treffen uns
im unbekannten,
im unterschied
zur fixen idee
eines
kreuzes,
das könnte
hoffnung sein

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asche…

asche
vergangener zeit
die ich bin,
zerstreut sich
in mir,
als baute mein atem
ein schloss aus luft
der versuchung
mir selbst
zu entkommen
in den
gewöhnlichsten dingen
der tage,
wo mir die nacht
durch die finger rinnt,
weil die frühe
sich nicht
ins licht traut
und
der ruf der ferne
sich wie ein
menetekel
in meine seele ritzt,
dort wo
sich
ohne mein zu tun
entscheidet,
ob es
in die tat
geboren werden will
oder
als echo
im zustand
von ungeborenem
verharrt,…

… nur
um dort
jene unruhe
zu zeugen
die mir
DA SEIN
ermöglicht

i steer…

I steer

clear of

the days

like

a tea

having been on

too long

conjuring up

an

uncertain fear

of loss…

which

freezes

the people’s

smile

on its surface

for me to

forever

have it on hand,

on call

like the memory

of the call of a cuckoo

wanting to lay

his egg in my nest

while i am longing

for that very different thing,…

night,

which i don’t know,

morning,

which i

want to leave,

language,

whose words

have

not yet

been found,

faces,

whose smiles

suck at me

like a mother’s

face,…

 

it nourishes,

it destroys,

it gives you

freedom

to depend

and

it is

an occasion

to

get away,…

to be

leaving

to leave,….

 

like a

division of light

in the morning

which steers clear

of the day,

like an

iceberg

melting

with the extinction

of the others.

ich gehe …

ich gehe
den tagen
aus dem weg
wie
einem tee
der zu lange
am abend stand
und bitter
eine
unbestimmte angst
vor verlust
heraufbeschwört…
der
das lächeln
von menschen
auf seiner oberfläche
einfriert
damit ich es
für immer
parat habe,
abrufbereit
wie die erinnerung
an einen kuckucksruf
der mir etwas
unterschieben will
während ich
das ganz andere
begehre,…
nacht,
die ich nicht kenne,
morgen,
den ich
verlassen will,
sprache
deren wörter
noch nicht
erfunden sind,
vor gesichtern
deren lächeln
mich aufsaugen
wie das antlitz
einer mutter,…

es nährt,
es zerstört,
es gibt dir
die freiheit
abhängig
zu sein
und
es ist
der anlass
sich davon
zu stehlen,…

das
verlassen sein
zu
verlassen,…

wie ein
lichtspalt am morgen
der dem tag
aus dem weg
geht,
wie ein
eisberg
der am untergang
der anderen
schmilzt

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neoliberal…

neoliberale potentaten
filtern ihre gelassenheit
durch den
kaum auffindbaren
bodensatz
ihrer gefühle,
legen umarmungen
wie verdorrte äste
an die klammern
ihrer tage
und schicken
projektionen
immerhin portofrei
an die testperson
ihrer wahl,
bleifrei lächelnd
mit
ungehobelter
scheinheiligkeit,
um den
restmüll
ihres bisherigen lebens
fein zu sortieren
nach
den kategorien
„gelungen“
und
„abhanden“
gekommen,…

hey,
haaaalloo
aufwachen,
du bist nur
eine erfindung
eines
weltfremden designers
im
vorruhestand,
goldig aufgepeppt
mit alternativen
methoden
somnabuler kommunikation,
ein
schlafender kamikaze
der sich nicht
um seine schiffe
kümmert,
stattdessen
seine
selbsteinäscherung
in
leeren dosen
einer zweisamkeit
sammelt
und den durchblick
in den schlieren
seiner glaskugel
ersäuft,…

glauben
wir noch,
oder
wissen
wir schon
um die
gespiegelte welt
der quantenphysik
die
unser leben
auf den kopf stellt
nur
um im
logenplatz
eines
deja vu
staubkörner
des vergesslichen
zu sortieren,…

keine angst
vor der angst,
der reflektor
unserer
wahrnehmungsrezeptoren
ist eingeschaltet,
er funktioniert
sogar
ohne dein zutun,
da er
durch den automat
dir verborgener gedanken
den parkschein
für seine existenz
züchtet
und die
adoptiveltern
deiner verkorksten
sendemasten
im kohlekeller
warm hält,…

ihr hört zu
macht schöne augen
und ein übriges
um die fragen
durchzustehen
die bisher
keiner gestellt hat,…

nämlich:
wer führt regie
wenn es
keine schauspieler,
keine protagonisten
mehr
gibt?!

wenn eure
gesprächsfetzen
hilflos
im wind jammern
und um
erlösung
mittels
tieferen sinns
betteln
und gleichzeitig
eine
langweilige krätsche
der vermeidung
von schmerzen
über eure lippen
lispeln
die
die vielschichtigkeit
eurer einfallt
entblößt,
die
den apfel
zu erhaschen
versucht,
den ihr
als
quittung
für eure
paradiesischen
hoffnungen
von der
steuer
absetzen wollt,…

könnt ihr
lieben
ohne eure
ID Nr. ?

…was ist das
LIEBEN…?

verlernt?

oder nur
eingeblasen
durch die päpste
eurer religion
des unverbindlichen,…

haaaaalloo,
where are you
there is no time
for any dream
und wenn du
nicht weißt
was leben ist,…

dann spring…

p.s.
(es genügt,
nicht freundlich zu sein)

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