world

die strassen…

die strassen
sind wieder
weit und ruhig
die nummern
an ihren häusern
verschwenden
keine
kabbalistischen verse mehr,
als
die siebzehn
vor
der fünfzehn
an
meinen augen
vorbeizieht
und strahlt
wie eine monstranz
die sonnenstrahlen
trinkt
kupferweich
wie ein
beginnender frühling
in dem
die begehrlichkeit
einen tanz
mit der zeit beginnt
und kairos
wie ein
unschuldslamm
in der ecke lächelt,…

benommen
von dem glanz
am morgen
schreite ich
die ruhe
des neuen tages ab
und stecke
kleine markierungen
für die nächsten stunden
ins
logbuch meiner seele,…

an diesem tag
der mich erfindet
weil er
lange
vorausgeträumt wurde
sinke ich in
die ohnmacht des glücks
vergesse alle vorhaben
und wachse unmerklich
wie die
butterblumen
am wegrand

gerinnungsfaktor…

der gerinnungsfaktor
meines flow
stockt
als ich
den vorhang hebe
mit der absicht
zu sehen,
den röntgenblick
nicht mehr
hinter der brille
der beschaulichkeit
zu verstecken
und
meinem mund
das sprechen
zu verbieten…

die gleichmäßig
getakteten
erkenntnisse des
ALL TAGS
wählen plötzlich
ein völlig unbekanntes
metrum…

als wenn
hundert metronome
gleichzeitig
an ihrem schlag
verzweifeln
der nie dem takt
der andern
entspricht,
entplättern
versatzstücke der existenz
wie rostiges blech
das von
den lefzen der zeit
heruntertropft

diese
gefriert
und
schmilzt
gleichzeitig
als pruste
ein geysir
lauter
kleine spitze
eiszapfen
aus sich heraus
die sich in die haut graben
wie die erkenntnis,
dass wir unsere
befleckten hände
vergeblich
in dem unrechtstiegel
palästinas
reinigen

ein schwarm
unverschämter
gedanken
springt mir da
mit gezückter
erinnerung
vor meine weigerung
mich dieser
zu entziehen,…

ich kämpfe nicht mehr
ich schüttle nur noch
die hunde
der erkenntnis ab
so dass ich
gleich sehe
ohne erst
zu interpretieren…

da bevölkert sich
der boulevard
meiner seele
wieder,
die flaneure
meiner sinne
beginnen
zeit mit erfahrung
zu kreuzen
und zu
dauernden
girlanden der kommunikation
zu schmieden,…

als ich
meine netzhaut
berühre
ziehen die zweifel
weiter

20120311-150448.jpg

muwalladin…

in der kirche
des seins
mische ich
die farben
für die entstehung
meiner welt
dort lege ich
alte schichten frei
bis zu frühen
zeichnungen
die wie
dünnes leinen
den klang
vergangener worte
schützt,
erkenne bilder
die mir mitgegeben
und
nun den grund
für meine bewegung
stellen,
das alte spiel
der kraft
von
vision und zeit,
der ohnmacht
meiner gedanken
und der macht
der hingabe,…

dort
wähle ich
die apsis
in der
ein stilles gebet
mich
zum mittelpunkt
einer welt gebiert,
der ich bin
die ich ist
die anderes
und deren welten
mit
in sich weiß,
die sich
von der illusion befreit
mittelpunkt
der welt zu sein,…

weil meine mitte
überall ist
und
ich nur
von mitte
zu mitte
pilgere,
die wie
ein dunkler alter fluss
durch mich
strömt,..

so bleibe ich
während
meine sicht
auf die welt
entschwebt…

dort
wo nach
neuer erdung
die reminiszenz
an den augenblick
von chris marker
entsteht
und
sich
in eine
kubanische
schüchternheit
verzaubert,…

dieser blick
träumt noch
an der mündung
des flusses
von
delphinen
die
vom
abend-
zum
morgenstern
springen…

zu
A. R.
„Ich bin der Mittelpunkt der Welt“

20120311-133207.jpg

flügelschlag…

flügelschlag
einer frage
die sich
an der brandung
deines wimpernwipp
abarbeitet
wie ein
weitläufiger song
aus dem norden,
dort wo die
schneehexen
ihren durst
mit weissen christallen
stillen
und
schneefüchse erlegen
die wie begossene pudel
immer noch glauben
dass ihnen
ein düpierter gedanke
besser stehe
als eine
mittelmäßige gefühlsbeichte
und die schlieren
von polarnächten
mit dem
schmalen gang
von jungen mädchen
verwechseln,
in einer zeit
da
unsere verbindung
wie ein
reissverschluss
ineinander greift…

zahn für zahn
eine klammer
zu viel,…

nur
ein leises
ratschen verrät
dass wir
an der gleichen
sprache zieh’n
aber immer
an derselben stelle
hängen bleiben,
uns bis zur unterseite
der haut
aufreißen
als seien es schmerzen
die wir verstehen
und nicht
die öffnung
eines gewandes
bis eine
ergebene blöse
durchschimmert…

statt dessen
kühlen wir mit
unserer nähe
einen drink
den andere
zu sich nehmen….

die stimmung
steigt…

20120310-224741.jpg

wir sind da…

wir sind da
und
bleiben uns
fern
selbst wenn wir
in einer ferne
nähe fänden
wären wir
nicht da
weil uns
der augenblick
auf den wir uns
so sehr
verlassen wollten
narrt
mit dem spiel
von zuneigung
und
distanz
da uns
die erfahrung
der sehnsucht
zur unruhe
weitertreibt….

wir kommen
nie an
immer nur
in das flüchtige haus
eines
nächsten
atemzugs

so
bleiben wir
uns fern
um unsere nähe
vage zu beginnen,
dort
reihen wir jeweils
eine perle
nach der anderen
oder
gegenstände
der nacht
auf ein
fühlbares band
im durchgang
hin zu
einer begegnung,
der versuch
sternen
eine heimat zu geben
und
am ende
der kette
einen
neuen tag
zu enträtseln

to
Dschalal-ad-Din-ar-Rumi

20120310-150522.jpg

woher…

woher ich komme
wohin ich gehe,
alleine…

als sei da
niemand
an meiner seite
obwohl
immer
zumindest
das unbekannte
die unbekannte
mich begleitet
beide
im nichtwissen
meiner präsenz
mir aufmerksamkeit
schenken
gelegentlich
den weg kreuzen
der ein gebet
an die
abwesend-
anwesenden ist
ein gespräch
mit dem leben
welches
gegenwärtig
den namen
eines freundes
sucht
jenseits
der zählbaren
stunden
der körper
in denen wir
kurz nur
den winter
der einsamkeit
bemänteln
an einem ort
den es nicht gibt,
den wir noch
erbauen müssen
um ferne
in nähe
und
die untiefen
des alltags
in die nacht
eines
schlammtiefen weihers
zu verwandeln…

wo wir
als
lotus
auf dem spiegel
des wassers
schwebten
wie ein
licht
in der nacht

20120310-022051.jpg

untergründe…

im abstand
nah‘ drann
an der
geheimen seele
der untergründe,
netze
die gebundenes
verbindlich
befreien,
ein haufen herzen
mit dem flash
eines resttraumes
die gleich takten
sekundenhaft nur
und zerspringen
wo sie sich erinnern
wollten
unwissend
wie ein geräusch
das mir aus dem ohr
tropft
wo ich
verlassenes
verlassen habe
und
schmiegsam
an der
oberfläche
meine muschel nähre
den klang empfange
der nie meinen mund
verlies
weil fernes nah
und nähe
unerträglich scheint
grundiert mit
den rhythmen
sufischer algebra
asymmetrisches zwinkern
einer leitung
auf der ich stehe
seit ich denken
kann …

höre ich
wenn die
roten pumpen
sich balgen
auf den
ziselierten spielplätzen
unserer seelenlandschaften
die aufbrechen
aus ihren nischen
wenn sie
die decke der zeit
nicht mehr erträgt
und erkennen
dass sie einfach sind
in ihren komplexen
bewegungen des wunderns
welche wir nicht kennen
die in unser gedächtnis
eingegraben sind
wie vergilbte schriftrollen
vom toten meer
salzluftgegerbt
und genug
für zig leben
die unübersetzbar sind
weil sie sich
im kritischen mark
der existenz
verabreden
an der oberfläche
nach tiefe plantschend…

gefahrloser tiefgang
der konservierung
notizzettel am morgen
der sich für
träume
breit macht
die den platz
dieses
origami der hoffnung
sprengen werden
und
schwarz
und
weiß
zur
bunten blüte
treiben

to lw
im immerwährenden strassenkampf
der kommentare

20120309-213924.jpg

du wolltest…

du wolltest
oberfläche
eigentlich
aber tiefe
ohne
eigentlich
nur so
als vertreibung
von etwas
das ich
nicht kannte
vielleicht
unterhaltung…

es war wohl
oberfläche…

jetzt wo es
aus der tiefe gluckst
stehen wir scheu
neben uns
und sehnen uns
nach
brauchbarer
oberflächenversiegelung
damit wir dorthin
nicht mehr
zurück triften,…
oder doch
in einer patina
des möglichen
überwintern…

fragen haben sich
in die haut
gegraben
und zittern
vor dem unbekannten

frida aber
die korsettgekreuzigte
hat ihre zeit
vollbracht

20120308-203126.jpg

alles ist…

das scheinende,
offensichtliche,
breit getretene,
und falsches
wie wahres
die nähe
und rätsel
der ferne
obskures
und vermischtes,
verschmitztes
und
direktes
verborgenes,
banales
geheimnis heischendes
und fragmentiertes
die frage
auf eine antwort
das schweigen
mitten im gespräch
die avancen
und der
affront
das locken,
verlinken
und der stoß
nach vorne
um
rückschläge
zu erleiden
die nacht
versprochen
den tag
verschlafen,
die tiefe des schweigens
und die
oberfläche des seins
ein lachen
wo weinen
und
jammern
wo schreien
angebracht wäre
das quälende sich selbst
und das lassen des anderen
die verhaftetheit
die unvernunft
und die sprache
der frühen stunden
erfrischend
und
weinend
das schluchzen
der nacht
das all zu schnelle
und das nie
sich lassende
die hölle
die die stille ist
das loch
durch das
meine seele tropft
der herd
an dem ich
wörter koche
rapunzelsalate
mit hoffnunsschimmern
garniere
die sonne erkläre
den mond dabei vergesse
das zittern
und zaudern
der sprung
ins kalte wasser
welches
eine träne war
oder vor
lauter lachen
ein tropfen urin
im ursprung
sich
im treffen verfehlt
munkelnd
und
tändelnd
zu spekulativ
versprechen versprochen
und sätze verbrochen
das wiederholt wiederholte
im bannstrahl der fühlung
die kälte
das zum nass
geworden glitschige
das einfach
interessante
und
nicht
gekannte
das plappernd
in eine richtung entbrannte
was noch
und
was nicht
führt zum
führungslosen
gegenüber
im tauziehen
vorbeigehn
vergessen
erinnernd
das fragend
wie kinder
am wegrand
sich ziert
seufzend
und
spiegelnd gefangen
frei und
geknechtet
ganz abgehangen
rumorend
humorend
in sich noch
verstrickt
mit leibern
von seelen
gänzlich gespickt
durchlöchert
ganz würdig
das haupt
in der höh
und
nächstens im
schlendern
ganz ohne den tand
mit
und
mit ohne
gesundem verstand
verstehn
und
verstanden
gefühle
die versanden
in gossen vergessen
die andren mätressen
verschreckt
und
erschrocken
perplex und
ganz trocken
getroffen
verletzt
und am
sonntag versetzt
wunden gerissen
und
herzen zerschlissen
ganz einfach
und so
kompliziert
suchend und
findend
und doch ganz
verirrt im licht
steh ich
vor dem
was mich
bricht

und du
was glaubst du
bin ich wohl
nicht?

20120308-180201.jpg

die im hause….23aha

die im
hier und jetzt
verzagend
sich
den filz
von den socken
zipfeln
wie ein großer
weißer
vogel der
hernieder stürzt
in den
toten link
meines
vernetzten herzens
tief in den höhlen
der betenden
die sich bereiten
die kopie
ihres entwurfes
zu erlangen
den klageliedern
einer ney zum trotz
und ausbrechen
aus schallender stille
in das gelächter
orphischer ironie
die wie alte wucherer
das feilschen
mit der existenz üben,
sich
gegenseitig
raffinierte finessen
aus feinen spitzen
gesponnen
zuwerfen
Harth am
haus
am rand
der ränder
aller wege,
die sich
in dem
einen
treffen
und dieses
schlagloch
wegstecken
als sei es nur
ein kurzer furz
der in den
geschicken der welt
einen
schönen ton
versuchte
nun aber tüten bläst
diese
dudelsäcke
der endzeit
als seien sie
die
hornsection
der
seouligen harmonischen
orchestergesellschaft,
diesen leidenden
die in der frühe noch
„the conference of the birds“
in holland
abhielten,
brüder der spirale
die mir
des nächtens
aus dem pferdehaar
löchriger träume
ins kreuz sprang…

herr
sei gnädig
nehme den turban
auf ihren gräbern
als zeichen
ihres
endlosen
hrumors
denn wir sind
deren schüler

to whom it may concern

20120308-165806.jpg

schweigen….

schweigen
gebiert
geister
der offenbarung…

diese aber
verscheuchen
das unbewusste,
ein abgrund
tut sich auf,
ohne furcht,
ohne flucht…

man schaut
in die schwächen
der menschen,
die ihre
stärken sind
wenn sie sich
diesen näherten

ein ton aber
bewegt
sich weit
über
grenzen…

im schweigen,…

wo stille
beginnt
von sich
zu singen

20120308-121903.jpg

komme nie an…

komme nie an
weil
im aufbruch
die stunden
sich rückwärts
schieben
dorthin
wo herkunft
nach
jahr und Tag
sich misst
und die
toren
der erinnerung
offen stehen

so wandre ich
von den nischen
in denen
meine wärme
überwintert
hin zu den
unbrauchbaren versuchen
der Nacht,
den tag zu besiegen
zelebriere die andacht
des unwiederbringlichen
und vergesse
das vergessen
damit die wesen
die mich
vergessen machen wollen
ewig leben
ohne wiedergeburt
ihr
dasein
überdauern
im blick
eines
zeitlosen auges

20120308-003708.jpg

ich warte…

ich warte
warte ich…?
auf eine regung
von wem…?
einen ruf
den ich setzte
auf ein wesen hin
welches unbekannt
mich ansprach
unwissender weise
auf meine querung
zuschritt
die ich
in den weg legte…

wir müssen weiter
haben keine zeit

turnen
in strukturen
innen wie außen
die wir
all zu gut kennen
die wir
ablegen wollten
die uns
bei seite legen
und
uns
unter fittiche nehmen,
gefängnisse
aus denen wir uns
befreien wollten…

wir haben keine zeit
müssen weiter

auf einer strecke
die uns
kreuzung befahl
die spur
des anderen
zu queren
strauchelt
der gang
ins offene

wir müssen
keine zeit haben

unser
wahres leben
lebt woanders,…

dort
wo wir uns
entglitten
und
unsere spuren
die bahnen
kommender
bilden,
die sich
erneut finden
im
verpassen,…

abends
am strand
beginnender
reise….

wo sich
wirklichkeiten
verwirkten…

wesentliches aber
nicht baden ging
nur weiter
sich trägt
zum nächsten
unbekannten…

20120307-160341.jpg

See…

als der see
den schlag
der glocken spiegelt
die alles
von sich wissen
und
manches ahnen
wie kinder
im spiel
versunken,
sehe ich
dass ein wort
nur klingt
wenn es sich
mit andrem
mischt,
das echo
seinen ausweg
im
nächsten sucht
und
nachrichten
aus einer sphäre,
strahlen
die in
andrer luft
sich wiegen…

„interessant“
aber ist,
was wie
eine blecherne dose
am strassenrand
den kick
erfährt…

gehe ich
heute
an die plätze
von damals
höre ich nur
das stumpfe
scheppern
eines
verlorenen
glöckchens
im wind…

und

der spiegel
bleibt stumm,
ein gegenüber
ist erloschen…

das antlitz…

im strich
der farben
die
nicht farben
sind,
werkzeuge
einer ausgrabung
von
verborgenen winkeln
das freilegen
einer nacht
mitten im tag
wenn das
geplärr der welt
wie ein siegel
über uns schwebt,
die zeit
zu erfüllen
und raum
zu bilden,
werden
die augen
neu geboren
finden sich ein
in der betrachtung
die sich selbst meint
und den weg
über
den blick
des anderen
nimmt…

ikone
der dauer
die sich
in der anschauung
ihrer selbst
übt
die
in der
an sicht
ihr eigenes
inwändige
in den betrachter
pflanzt
die leinwand
zum spiegel
des geistes
grundiert

to H.M.

20120306-200016.jpg

Bild: Helmut Mühle

schatten…

unsre schatten
werden länger
je weniger
ein ton
die münder
verlässt
mit denen wir
wirkliches trinken
im staunen
über unsere
sprachlosigkeit,….

über
meinen anspruch
über
deine taubheit
die sich wie
der körper
einer schnecke
einrollt
wenn gefahr droht,
als wäre ich
tortur
deiner seele…

stattdessen
versanden
die schallwellen
des einzigartigen
an einem fernen strand
schlagen dort
im lauf der zeit
buchten
für
zukünftige,
die über
eine bizarre landschaft
wandeln
deren
pendant einer schönheit
nicht geboren wurde,…

damals
als wir uns
im schweigen übten
und
tore
der offenheit
ins schloss fielen,
unsre verbundenheit
wie
rote striemen
im wind
gaukelten

20120306-184949.jpg

zwiesprache…

sprache
entsteht
aus dem
nullpunkt
der geographie
eingegraben
in die ritzen
einer
zerklüfteten zeit
tiefgefroren
in den
wartesälen
der wiedergeburt
wo eine erosion
meinen atem
erdrosselte,
kurz nur
um beim
schnappen nach luft
nicht erwischt
zu werden.

hier fing
mein keuchen
an zu sprechen
schickte
spickzettel
mit mantren der klage
an die eigene adresse
um das
all ein sein
erklärbar zu halten…

geerntet habe ich
eine abgefärbte haut
rede und schein
eines gegenüber
den ich mir
chamäleongleich
überstülpte…

meine zwiesprache
war die unterhaltung
eines missverständnis
zwischen
möglichkeit
und
absicht…

seit dem
pflege ich
das gespräch
mit der
vision,….

johannes
gab uns
einen fingerzeig
hierzu

20120306-130744.jpg

wo ich heimat finde…

wo ich heimat finde
flüchtet mich
das aufenthaltsrecht
eines ungeliebten,
verstört
die beschauliche
zusammenkunft von
nahen menschen
ein dach,
welches ich nie
über meinem
herzen trug,
ringt die nähe
zu mir selbst
mit dem
fremd sein
der anderen
die ich bin,
deren nähe
ich fliehe.

ein beständiges wagnis
das wie
eine
wünschelrute
in der neujahrsnacht
heftig
auf ein nächstes hin
ausschlägt
…..
wo werde ich
wieder geboren
in den nächsten stunden
meiner durchreise
die am rande
meiner existenz
dahinstirbt
wie ein
vom wind zerstobener
haufen
löwenzahnsamen
der sich im
nächsten frühling
wiederfindet,
als
nackte
pusteblume
zertreten
im Schritt
meiner suche
nach einer blüte,
während mein schatten
in einer
mauerritze
überwintert

20120305-184630.jpg
Rom 23.02.12/Largo di Torre argentina > via del plebiscito

was war…

was war,
ist
und was
ist
war
da,
wo
das rudern
um
den berg
des fragwürdigen
wie
eine fatamorgana
des möglichen erscheint
eine schmale lippe
die wie ein nachtgewächs
aus dem gefängnis
von gedanken
auftaucht
und ihre
legitimation
unter wesen sucht,
deren sternenzeit
längst hinausgeht.
die zeit
des vergessens
ins
jetzt
zurückholt
wo die tage
wärmer werden
und
die glut
erlischt

20120305-075242.jpg

be graben…

ohne
Trauer,
das
procedere
des sterbens
im leben
ist bekannt,
zähle ich
die letzten
atemzüge
jener vorhaben
die in existenz
kommen wollten
und plötzlich
ihre Eltern verloren,…

vier möglichkeiten
die anstehen
einen anfang
zu wagen
verloren in der luft,
nur
um mein haupt
an der nacht
eines traumes
zu laben,
seine deutung aber
dem zufall
zu überlassen

verwerfe ich gelingen
weil es gelingen soll
steige über den widerspruch
weil er nur
eine wegmarkierung ist
ziele auf hermes
der weit in der zukunft wartet
gehe über den menschen
auf seine möglichkeit hin
auf heilige bezirke
die nicht mehr
einsehbar sind….

dort begrabe ich
das schweigen
und alles
was lange buchstabiert
aber nie verstanden wurde
begegnung die
in den sternen warted
uns hier
am saum der zeit
vergessen hat
entzaubert wurde
als wir
es wagen wollten
dem hades
zu entkommen
und uns versteinert
vor den toren
der ewigen stadt
wieder fanden,…

beim versuch
mensch zu werden
und lethe
im sprung
zu vergessen…

als uns
mnemosyne
am anderen ufer
erblickte
erinnerten wir uns
an alles….

ich sah
dich nicht
und
wusste
dass du
im sprung
verloren
gingst,..

vielleicht
war
die furt zu breit,
der nebel
noch
zu früh

20120303-142331.jpg

verlassen…

plätze
sind kirchen
für reisende
an denen sie
die sonne nähren
dort
wo sie ihren durst
nach
ankommen
und
aufbruch
stillen
den rosenkranz
des seins beten
und ihre seele stärken,
den unbekannten raum
einer erfahrung betreten
und in das geheimnis
der zeit schauen,
in der sich
räume der begegnung
eröffnen
die nie
geahnt werden konnten…

dies ist die
alte übung
der unruhe
die nie ankommt
immer nur weiter will
sich selbst überwächst
mit dem
vergessen
alles bekannten
die keinen gott
beim namen nennt
und vom licht
der sterne lebt
in der das alphabet
runen
der verschwiegenheit
sind
die nur versteht
der schweigen kann
und die reise erst beginnt
wenn der schlüssel
für den
tabernakel der zeit
gefunden wurde…

ohne schlüssel aber
zerschellen
die adepten
am ersten
sonnenaufgang
ihrer suche
und die deutung
des vogelflugs
wird ein riff
an der oberfläche
einer iris
gewesen sein

20120302-170431.jpg

abtauchen…

wir tauchen ab
in unseren
gefühlsdichten
ubooten der hoffnung
versanden am grund
von jungfräulichen wünschen
die uns nichts
als dunkelheit
versprechen,
ziehen zum
x-ten mal
die reissleine
des zufalls,
obwohl dieser schirm
zigmal
in sich zusammenfiel
durch
das auge
des pantheon
welches gefüllt ist
mit leeren versprechungen
von mythen,
die wir kaltgestellt
haben
und mit
berechenbaren
handlungen
tilgen wollen…

der einbruch
der nacht
jedoch
lässt sich nicht
bei tag benennen
und götter
wollen weder erklärt
noch interpretiert werden…

dies
ist nur
ihr treiben
mit uns menschen

20120302-161946.jpg

alles bestens

alles bestens,
gut organisiert
turnen wir
in unseren
tag systhemen
und
vertreiben
die botschaft
des schlafes
der uns
entlasten soll
im zwielicht aber
„fremd geht“
im bekannten,
weil licht
mit schatten tanzt

wo, wenn nicht hier
treffen sich
die fragen
wann, wenn nicht jetzt
wollen sie die hand
unserer antwort,
gerade wenn ein echo
leise wie ein hauch
an meiner seele kratzt,
vergessend dass
jeder gedanke
der im atemzug
ein SEIN verlässt
meine welt
schmerzlich hobelt
dass sie
schöner werde…

die schmalen
blutroten bändchen
die sich in folge
über meinen körper ziehen
lecke ich alleine
und werfe
aus meinem fegefeuer
glühend heisse gedanken
dem teufel
zwischen die hufen

20120302-103031.jpg

brutplatz…

brutplätze
der erinnerung
nisten sich ein
in den
löchrigen sofas
vergessener momente
und buhlen
um den
letzten brocken
eines gefühls
welches damals
nicht ganz
satt wurde,
entreißen
dem
blutigen schnabel
der großen mutter
die letzten fetzen
einer neuen jagd,…

wollen wachsen
an
zukünftig vergangenem
und leiten so
voller eifer
ihre eigene
wiedergeburt ein,
wie ein kücken
im schatten
einer gefahr,
die es
einzuholen droht,
noch ehe der hahn
dreimal kräht

20120301-220338.jpg

altäre…

an den
altären der neuzeit
und ihren
ausflüssen von
gestylten
attachments
hocken wir
und
definieren
die heiligen dinge
neu

interpretation
war ein kind
der zuwendung
„ich meine“
ehedem
„ich glaube“
und das
geflecht
von beziehung
wird zum
minenfeld
des argwohns
welches
die ansprache
zu einer
„delete“ akrobatik
verdammt

wir
denken
in tiefen
und
wandeln
bewusstlos
an der oberfläche
von eindrücken
die uns längst
entworfen haben…

bevor wir diese
darstellen
mit auswendig
gelernten
subversiven techniken
der alten,
die stillschweigend
an unsichtbaren
altären des zeitlosen
verharren
auffordernd
unsere eigenen
einzurichten
und uns
ein gebet
aus achtsamkeit
entgegenhauchen

unsere prozession
ist ein artefakt
der werbung,
eine marke
die wertlos
von
begegnung
zu
begegnung
pilgert
und
EROS
als eine
heidnische erfindung
des machbaren
klassifiziert…

unser kreuz
ist zur
installation
eines
neonlichtes
verkommen
(sieht interessant aus,
könnte auch ne Tänzerin sein)

verschwinden
die wunder
aus
dieser welt?

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Rom/24.2.012

versiegelte zeit…

im bassin
einer
bewusstlosen
gesellschaft
schleppt
der dichter
sein wissen
aus alter zeit,
füllt
worte
schweigend
mit fühlen
und vorschnelle
sätze
mit
ungeliebten schatten
der anderen….

als die
junge frau
am fenster
ihre zeit vertreibt
und sehnen
in den sternen
über – setzt…

wo
sein mantel
weht
wie letzter rest
einer patina
die ihm
aus
seinen wunden
wächst,
während er
das gift
der hoffnung
in langem atem
schwitzt…

und
erntet
schweigendes echo
das nur
in ihm
entsteht,
die schmerzliche
nachricht
dass er
zum preis
des verlusts
ein wahres
sprach….

er
senkt
das haupt
sein
schleppender gang
gefriert
zu einem
bild
versiegelter zeit
in der noch
sein innerer kreis
Madonna del Parto
befreit
und
das delta
einer venus
leckt….

das wissen aber,
dass die nacht
den tag gebärt,
das dunkle und feuchte
den grund
auf dem wir
wankend geh’n…

rettet er
ans andre ufer
übergibt sein licht
der nische
wo es still
im klang
verweht…

seine gedanken
langsam untergehn
wie
letzte nachmittagslichter
südlicher arkaden
in denen
spiegelnd
unsre augen
spielen…
und
„verrücktes“
an seiner
kraft verbrennt

für
Andrei Tarkowski/Nostalghia
und Erland Josephson
der am Tag der Fotoaufnahme der Arkaden starb

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Rom/25.2.012/Piazza Repubblica

schatten…

meine schatten
wandern wie
adelige der nacht
unruhig auf den pflastern
des jenseitigen ufers
und fliegen mir
wie
die absperrbänder
von hermes davon…

dort wo
im mosaik
von
Santa Maria di Trastevere
die sehnsucht
aller zeiten
in anagrammen
von marmor
schlummert…

wo
werdende mütter
um ihren segen bitten
während
die dunklen gedanken
der rosenkranzweiber
über sie herfallen
und
an ihrer jugend
nagen

und
einer meiner schatten
am glaubensbekenntnis zerbrach
als er sich schützend
vor eine magdalena warf

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Frauen…

Manche Frauen verschwinden
in ihren Ehen
wie Schatten an einer
langbeschienenen
Häuserwand

Umrisse
zerfliessen,
nur noch
die Idee
von Patina
ist im riss
ihrer letzten Hoffnung
zu ahnen…

die sie
rückwärts gewandt
erstarren lässt
als ER hinter ihr
ein neues licht
entflammen wollte…

ein Gaukler
klopfte später
die Wand
nach Ritzen
seiner
Kunststücke ab,
als sich
einer neuer Kreis
von fahrendem Volk
versammelt

Reise…

bewegt,
bevor noch
ein erster Schritt
in den Sand
gesetzt
bilden wir
die Dinge
zukünftiger
Ereignisse

ziehen
wackelige Linien
auf dem Reißbrett
unserer Gefühle
und sind froh
wenn wir
vollkommen neue
Gebäude entstehen sehen
welche noch
Schatten
auf zurückgelassene Dörfer
des Aufbruchs werfen

Zweifel
der wie
ein Schleier
über unsere
Erinnerung weht
und die
Gedanken an Fernes
in Nähe verwandelt…

Credo der Einsamkeit

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Wie brüchiges Eis…

wie brüchiges Eis
sprangen die Worte
aus den Scharnieren
unserer seelen
und schlitterten
die letzten meter
ins offene…

dort ertrank
meine Hoffnung
in mitten eines
unbekannten Weihers
an der Illusion
des letzten Sommers…

als jener Klang
den wir gemäss
einer spärlichen Erinnerung
für den von Zikaden hielten
sich als Tor
eines inneren Bereiches
entpuppte,
welcher uns
verschlossen blieb…

ahnungsvolle Nacht
welche die Entwürfe
eines Tages
im Tigel des Vergessens
schmilzt
und die Paläste
des Andenkens
mit Tränen füllt

…..
so tünchen wir
uns weis
in der Einrichtung
gegenseitiger Verlassenheit
und versichern uns
unseres Mitgefühls
bis wir merken
das die alten Tapeten
unter unserem
monochromen Versuch
Wahrheiten eines
bunten Lebens flüstern
Gesänge
die uns
weitertreiben

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Ausschnitt/Portrait/Helmut Mühle

Narren..

Narren
rotzen
über die Straße
und spülen
ihr Bewusstsein
den Rinnsalen
verblichener
Leidenschaft
hinterher

kleine emotionswolken
die sie im alltagsjahr
ausbrüten
verpuffen
unter einem
kurzen Seufzer
der Vergänglichkeit,…
zu mehr
reicht die Vorstellungskraft
nicht

Sieche
Gruppenhorden
schreien
wankend durchs Bild
als dyonisos
milde lächelnd
der Szenerie
seinen Rücken
zukehrt

Rituale
auf den Tag genau
gebucht
wimmern
wie letzte winterfliegen
in ihrem Tod
Eros aber gibt sich
ein stell dich ein
wie ein junger Prinz
auf dem reuigen Platz
der Sünde

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Habe kein…

habe kein Interesse
an x- beliebiger stelle
auf dem Time-table
einer profilneurose
abgearbeitet zu werden
bin ein fall
für Jetztgestalten
nicht für
Danntunten
die ihre Hitze
wohlverpackt
in einem tand
aus früher Enttäuschung
in ranziger H-Milch
verstauen
aus Hoffnung auf was,…

die alte Leier
des enttäuschungssongs
wieder und wieder
zu trällern
die den Vögeln der Nacht
den Schlaf
des vergessens
Summen
auf dass diese
im Alltag
wie blasse Lichtgestalten
zur beutekunst
einer
Retro Manie werden….

von mir
findet ihr
noch nicht einmal
eine bunte Feder,
es bleibt euch nur
die Palette des Malers
um eine
Leere Fantasie
zu bepinseln

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Weil ich…

… weil ich
zu mir nicht komme
mich nicht empfange,
nicht zulasse,
gehe ich ein
bei anderen
und aus
von mir selbst

weil ich
den weg,
beschritten
im Zwielicht
der empfängnis
meiner selbst
verlor,
ihn verließ
und jetzt
strauchelnd
wie ein
blutender Hund
meine Lefzen
lecke,
am Ende
eines Tages
der mir
die Nacht
nur
unterschob

… komme ich zurück
zu mir selbst
und entdecke plötzlich
dass andere es waren
die sich verlassen haben
um an meiner Wärme
ihre Zukunft
zu deuten

eine Illusion
von Begegnung
welche ihre
überschäumende
Hingabe
in einen
groben Abdruck
leerer Worte
abkühlt,…
im Sandkasten
der noch
in der Ecke
hockt

ich habe
nie gehofft,…
nur den
Umweg gewählt

mir wurde
dabei
durch
merkwürdige Zufälle
die vermeintliche Stärke
von anderen
ins Ohr gesetzt…

dort überwintern noch
ihre Mythen
der Selbstdarstellung…
im Frühjahr der Gefühle aber
plätschern sie dann
in den großen Strom,
wo die
Strudel der Wahrhaftigkeit
die Herbstlügen umspülen
und die Wesen
um den Verlust
kommender Sommer
bangen
und
eine
Herbstgeburt werfen,

ungeliebter
Schatten Zwilling

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Figur: Autonomo von Helmut Mühle

Todeszone…

styx
wartet,
da
ein
strahlendes Antlitz
auf dem Wasser
einen
letzten Spiegel
versucht,
das kräuseln der Wellen
einer zeitlosen Patina
Würde verleit
und ein Gesicht
zum Symbol von Leben
modelliert,…

bevor
ein Schimmer
auf den Falten
deiner Stirn
Platz nimmt

wer floh das leben
damals
als die Befreiung
gelang
und
meine
dargereichten Hände
ins leere griffen,
sich wie ein Anker
in der Luft
deiner Angst verhakten

die zeit war reif
als unbewusstes
beider Erwartung
wie eine
nutzlose kontaktanzeige
auf sehnsucht
in einen
kümmerlichen Haufen
lebloser Asche
verwandelte….

man konnte
in ihm
noch lesen…
„… traute sich nicht…“…

….als andern Orts
eine fragmentierte
Tänzerin
die Geburt von
Autónomo
entflammte….

Offenbarung
der Wasser des styx
in den alle lebenden steigen
um an unbekanntem Ufer
wieder zu entstehen,
Rätsel
zeitloser Unruhe,
nachdem uns
die Angst
vor uns selbst
überwältigte
und uns
wie nervöse herbstfliegen
die Codes
zerfließender Tage
zählen ließ,
trockene Erbsen
auf verzehrtem Grund
….
Mythen aber,
deren Hebammen
wir sein wollten,
verzählen sich nicht,
jede naht ist festgezurrt
für die Überfahrt…
….
sind wir zu früh drann,
platzt sie
zu spät,
tropft die offene Wunde
schon
ins leben hinein,

Unverwundbarkeit aber
ist das Gift
welches uns
nach der Ferse greift,
Aktivität
eines Lahmen

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Diese Straße….

diese Straße
am Rande
einer Wüste
zufällig im
grünen Jahr,
pflegt ein alter
seinen letzten Gang
als ihm
die jungen Augen
von damals
erblicken
durch
Zeiten hindurch
die sich
wie gestern
in zwei
Wesen
versammeln

damals
im Jahr des Regens
als das Wunder
mir
über die Stirne tropfte
und mein Mund
in Stiller Achtung
sich dem
letzten Atem
des alten
zuneigt….

vor roter Erde
vor den Schollen
der Ewigkeit
vor Toren
die weit
offen stehen
und sich
meiner Verschlossenheit
nähern

so entsprechen
sich die Wesen
als der alte Mann
der ich jünger bin
in den Horizont
eintritt

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Bilder: „Der Tod in Venedig“ von Luciano Visconti

bin nur…

bin nur ein Brunnen,
ein Spuk
von Jungfräulichkeit
das scheue Reh
einer unachtsamen Regung
die sich selbst verlor
da wo sie gemeint war
sich aber nicht
gemeint verstand
ein schleier
der sein Wehen
in unsicherer weise
abbricht
wo der Umbruch
seiner gefühle
vor einer Türe flattert
die in ihren
letzten Scharnieren
hängt,…

rostiger Klang
im Abrieb
dessen Staub
einen nächsten Sturm
erwartet

Nacht….

nachts
sind wir gleich
nach Laune
unserer Phantasie,
tagflüchtige Vögel
Entwürfe einer
unbedingten Empfänglichkeit
ein Kuss
der wie ein Stigma
sich in unser
verlangen einbrennt
gerade, wenn wir
neben denen liegen
welche die Grammatik
unserer Schwächen
auswendig
in ihren Herzen tragen…

warum nur
ist am Tag
so wenig
davon übrig
wenn im Schein
unsrer Unternehmungen
ein Schatten sich
auf dem
Laken der Nacht räkelt

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kaichronos…

während ich Kairos spiele
übt sie chronos
an den Billardtischen
der illusionsabstinenz
und auf der
gestauchten Coach
fremdbestimmter Timeline
treffen wir uns
gelegentlich,..
zufällig,…
rein spekulativ…
Jenseits einer
gelungenen Vereinbarung
und himmeln uns an,
mehr oder weniger
jeder für sich…
unter dem Duktus
unserer identitätsmaschinen
die wir betreiben
als sei das
Öl der existenz
beliebig austauschbar,…

während wir die Lust
kalt gestellt haben
um die leidzhafte
Ordnung unserer gefühle
auf den Festplatten
virtueller Reizüberflutung
penibel zu verwalten…
inkl. Mehrwertsteuer
zur Abwehr
des schwarzmarktwertes
unseres Daseins

… zeit sei eine Falle
des imaginären
und nur ein versuch
die Dauer zu komprimieren…

tönt es aus klangbildernden Worten
die du gesagt haben könntest,
die ich in deinem heuhaufen
aber vergeblich suche
während sich
eine Nadel
in mein Herz verirrt…

wie letztes Glas
im Rahmen
einer Zeitlosigkeit
zerspringt da der Gedanke
dass wir alle
eins seien
und uns
in unsinnlicher weise
gegenseitig
bedingten…

noch funktionieren aber
die virtuellen Netzwerke
unserer Seelen…

nur wenn sich deren Energie
selbst erledigt
sehen wir uns wieder
wo möglich…

an einem
kreuzpunkt
in dem
das zählen nach Wichtigkeit
in den Grund
eines
zeitlossen Raumes stürzt,
dort wo
dissidenten der Nähe
ihren Sieg
in starken Worten
in die Welt treten…
und so unverhofft
das Fruchtwasser
unbeantworteter fragen
einen Wandel
des Augenblicks gebiert….

in dem moment
wo zwei Billardkugeln
voneinander prallen
um sich
im dunklen Kanal
ihrer erneuten Geburt
wieder zu treffen….

….so könnte
die Story geh’n
die uns erfunden hat
einfach
um Erfahrung
zu generieren
um uns
einen Hauch
vom Wind der argo
über’s Gesicht
huschen zu lassen…

statt dessen
flattern
die wenigen Sätze
die uns fanden
in einer
hilflosen kladde
am Straßenrand,…

vergessen und
stumm vor Schmerz…

… der Heuhaufen aber
ging in Flammen auf,…
jemand hat
einfach
ein kleines Holz
mit rotem Kopf
am splint eines Gefühls
in die Gegend geschnippt,
den das ruhige Gras
dann
zu seiner Gelegenheit
erkor….

… „Asche“
war die Antwort
als kairos
in chronos
umgemünzt wurde…
Phönix
kannte
seinen Namen
noch nicht…

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Janusillusion,….

Schneemänner
verscheucht
schnorchelt
ein rüchwärtssalto
hoffnungslos in der Luft
die sattsam
auf zukünftiges geschwängert
ein Feigenblatt vergaß
dazwischen zu schieben,…

von schmelzmündern
vergeblich im Zaun gehalten
singen die schneefrauen
jetzt schnelle Lieder
schauen noch einmal
in die zeit
als Frost
ihnen volle Blüte verhieß
und zerfließen
im feuerzauber einer illusion
auf ein morgen hin,
der sich mit dem Rest
von kohleaugen
dem schwarz-weißen man
am Ende
der Mündung
wieder trifft,…

dort eins,
sind sie blind geworden
für den anderen,…

Janus aber
sieht sie beide
bevor sie
als andere
wieder gerinnen

Bild aus andrei tarkowski/nostalghia

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