Archiv

ankommen…

unsere aufbrüche
entscheiden sich
in der kraft
des bleibens
und die
zurückgebliebenen
werden
den verpassten moment
des absprungs
bedauern
noch jahre
nach ihrer
gehegten erkenntnis,
dass
aufbruch
mit
bleiben
beginne,…

erst
wenn wir
all dies vergessen haben
reichen unsere träume
ihre hände
ins dieseits

jeder…

jeder ist
für sich
weiter
als wir
zusammen
uns nicht mehr
nachkommen
und den weg
vor unseren augen
vor lauter nähe
verlieren,
da
die abstände der tage
von ritualen
unbewusster zweisamkeit
in münzen
geprägt werden
die uns
mit ihrem
matten schimmer
aus vitrinen
der erinnerung
wie geisteraugen
anglotzen,…

eine behaglichkeit
schleicht sich
in das wohnzimmer
unserer existenz
die
den schrei der möwen
nicht hören will
die den offenen blick
aufs meer
für eine bedrohung
des hausrates hält
der sich
in den kellern
selbstverständlichen glücks
unsichere türme
baut,…

so entkommen
frauen
wieder zu sich
und träumen
in anfänglicher sonne
einer
vagen erwartung
entgegen
während
männer
jene geschichten erfinden
welche sie
für ein
grundbuch
ihres
DA SEIN
halten

glaubende…

glaubende
die wir sind
in unsicheren winkeln
zukünftiger erwartung
im letzten hof
des mondes,
die sich im jetzt
die weichen verstellen,
und ihr ruder
wie kreisende führ’n
denen im entstehen
der dinge
ein leises gebet
über lippen
huscht
das niemand hört
als der betende selbst
und nur
von betenden
erhört
den halt
der tage nährt
da sie
die sprache
des schweigens
versteh’n
jene losung
einer revolution
die wie ein
letztes schiff
auf grund läuft,
den ausgang
offen lässt
dass sich jeder
in diese
inseln aus luft
begibt
den eigenen atem
zu überleben,…

man möchte
nur eins,…

gefunden werden
in häusern
wo frauen
ihre schlohweißen haare
zu ende flechten
und männer
nicht wissen
ob sie das ende
an geleisen
meiden sollen
oder die ferne
eher
in ihrer nähe
sammelten,
den aufstand
zu wagen
der allen bleibenden
voraus geht,
den diese
im siegel
ihrer tränen
finden,
dort wo
seelen
ihre einsamkeit
überleben
um die
vorgebaute
illusionen der zeit
zu verlassen,
abwegiges
als ihren weg
erkennen
bevor sie
in der überfahrt
das innere gefängnis
ihrer freiheit
ereilt…

dort am strand
wo
die luftblasen
einer sehnsucht
im himmel
verschwinden
und das alter
des meeres
die zeit
überdauert…

keiner
hat
dieser kraft
je
den
rücken gekehrt
und
die
die gehen
bleiben
als
gespiegelte
zurück

zu
A.R.
„soy libre“

20120328-225422.jpg

bin müde…

bin müde
von den anfängen
den zu vielen
die mich
zurückgelassen haben,
den buchten
in denen ich
überwinterte
um meinen wunden
eine chance zu geben
sich selbst zu lieben,
die überfahrten
erträglicher zu gestalten
und mein verschwinden
in eine ankunft
zu verwandeln
den endlosen versuchen
einen boden
zu bestellen
auf dem
mein baum
in den himmel wächst,
die
enttäuschungen segnet
so dass
ich die luft
der freiheit atmen kann
und zwiesprache halte
mit einem gegenüber
dem kommenden,
wo sich
die nachtgesänge
in einem
freundlich kraftvollen tag
vergessen,
welcher
das
wissen der nacht
bereitet,
das stumme
lösst
wie
eine morgenschliere
die sich am horizont
verabschiedet
und schwäche
in eine
unendliche kraft
dauert

es beginnt…

der tag beginnt
es gerinnt
die Nacht mir
in den schritt
von wo ich dir
als auch ich mir
verpasse einen tritt
so dass du dann
und ab und zu
die wirklichkeit
ach welche denn
na die da mit
die mir im traum
du glaubst es kaum
den tag verdreht
als schaum
so schlaf ich weiter
in den tag
erwarte so
den nachtertrag
der mir als dann
den tag erklärt
und mir den traum
als schritt verklärt
den ich im tritt
ach ich so schritt
nur meine
nächsten schritte nährt
jetzt wo bin ich
und was ist du
ach lasst mir doch
die meine ruh
weil ich mich sonst
verspiegeln tu

für den „Wecker“
D.F.

20120327-092103.jpg

es war…

es war
einer
dieser
augenblicke
die alles sagen,
alles wissen
bevor noch
der nächste
wimpernschlag
die nacht
anreisst,
eine
ehrfürchtige
schönheit
die nichts
mit schön zu tun hat
und nur durch
die abwesenheit
der sonne,
die heimlich
die szene gebärt
den schrein
meines gebetes
aufleuchtet
wie ein kurzschluss
nach langem
gewitter,…

er wiegte
sie ein
ohne sie
zu berühren
obwohl
ihr strahlen
ihn in
anderem licht
erscheinen ließ
schmal wie er war,
als singe er
einen letzten ton
vor seinem vergeh’n

so leben
die beiden
vor sich hin
in ihrer welt
und
verbergen uns
jenes
das wir selbst sind,…

liebender
und
geliebte,
sichelmond
und
venus
zugleich,
als sich
ein specht
am morgen
die letzten
brösel
aus
dem schnabel
kramt

mondsichel…

meine gefühle
liegen brach
wie ein
leerer bahnsteig
der nicht weiß
was ihn
durch die liaison
mit nächsten reisenden
erwartet,
der wie ein baum
immer am platz
den vorbeitreibenden
halt
in ihrer rastlosigkeit
gibt
und
seine patina
durch die tritte
von
darübereilenden
pflegt,…

eine gegend
von einsamkeit
die ihre kraft
aus der unruhe
anderer nährt,…

mein
aufbruch
ist die stille,
in der sich
das spiel
mit
licht
und
schatten
von gewesenem
entfaltet,…

in
meinem bleiben
verschwindet
die welt,..

als sich
die nächste
ankunft zeigt,
mein gesicht
den letzten zug
verpasst
und
ein traum
an meinen
stiegen nach unten
die wirklichkeit
umgarnt,…

denn sie
ging
nach oben,
als
RA
der sonnengott
um das restlicht
einer
projektion
die
mondsichel
befragte

20120325-143358.jpg

machen sie…

während ich
den nächsten moment
freistelle
von seiner planung
springt mir zufällig
die verbindung
ungereimter abstände
von reisen
in’s genick
die sich ankündigen
in diesem
lauen gefühl
das mir
die nächste planung
freistellt
von
dem moment
einer verbindung
von gefühlen
die sich
in meinem genick
verfangen,…

es war
die
2. klasse

20120324-093922.jpg

aufbruch…

aufbruch
ist
erinnerung
an
abbruch
in anderer zeit
als wir
in kategorien
von
gewinn und verlust
unsere kreise drehten
uns sahen
als wir
uns sagten
nicht ahnend
dass wir
andere
und
anderes
meinten
welches wir
noch nicht kannten,
uns
mauern und grenzen
setzten
die wir jetzt
übersteigen
uns
zu entkommen,
länder jenseits
selbst gebauter zäune
reisend
zu befreien
und
die halben strecken
auf denen wir bisher
liegen blieben
endgültig
dem schotter
der geleise
überlassen,
die nicht einmal
jene verspätung
einer freundschaft
oder
beschleunigung
einer unruhe
ertragen,
die wesen
weitertreibt
in ihrem
menschsein

20120324-080624.jpg

wirklichkeit ist was wirkt…

jeder tag
am morgen
unbekannt,
die filter der nacht
verbrannt,
all das ich wusste
und kannte
zurückgelassen
in den träumen
der narren
die wir sind,
uns zu verstehn,
um den aufbruch
leichter zu gestalten
den absprung zu wagen
der nach oben führt
von wo die verhältnisse
der welt
eine diamantmine sind
voll von unnützen
abschürfungen
und wenig
durchschimmerndes
das geborgen werden will,…

jene unbezwingbaren
die nur wachsen
und reifen
wenn
edles mit edlem
sich reibt
und
wirklichkeit wird
was wirkt,
wo erfahrung
die erfahrenden
wandelt,
sich selbst
noch unbekannt
wie kristalle,
die den letzten schliff
scheuen
ohne
den kunstgriff
auf ihre fassung

manche lösen sich nie
aus ihren verbindungen,
den zeiträumen
langer schatten
um
wirklichkeit
zu werden
die sie
kennen wollten,
nicht aber um
den preis
der roten blume,
die ohne zu verletzen
nur wahr sein will

vergessen
der auftrag
des schmerzes,
der veredelung
ihrer natürlichen
schönheit,
den inneren schritt
auf ein unbedingtes
den sie
sich selbst gaben?

seelennähe
aber
zu dem
ungelösten kristall
im schotter
der geleise
adelt
den suchenden,
sänger einer welt
von unbedingtem
der
die anker lichtet
und
weiter treibt ins
DA SEIN
zwischen
den welten,
weiter singt
bis ihn
der klang
einer sirene
aus dem
mahlstrom fischt
den mythos
umkehrt,
da offenbarung
nicht töten kann,
die angst aber
vor tiefe
den schlund
erst öffnet,…

dort wo ich
meine stimme
schlafen lege
und zuhöre
den klängen
ihrer nacht
bis stille
mir bedeutet,
dass
ich es bin
der
in seinen spiegel
singt
und so
das bild
vom ander’n
nährt

20120320-221307.jpg

no theater…

no,
yes,
no no
yes no yes yes
no yes no no yes
no yes
yes is no no
no yes yes
no yesses is
no now nie
nor nie is yes
now we see
now no know
pho no yes no now
how yes is so wow
no no now know
so is yes no now
is sisses wownoknow
yeswes isses
no no yes
yo yo

20120322-203042.jpg

als ich…

als ich
in die nacht
eintrat,
war es schon
zu spät…

zwielicht
schwängerte
bereits den tag
und
die möwen
trugen
frühe fische
zu ihren kindern,
der moder
von abgelaufenen
gedanken
begann sich
durch alle möglichen
ritzen
zu verpissen,
bis nur noch
eine
fälschliche
annahme
mit der absicht
„ICH BIN’S“
um die wette
bibberte,…

bin ich das
ALLES,
dunstblau
am morgen
an den
himmel geschrieben,
der wie
eine
liegende acht
Ewigkeit
versucht
und
mein atem
am fenster
noch
schatten
spielen
lässt

20120322-064212.jpg

rabe…

rabe am morgen
schwarzer vogel
so weise
der
im mantel der nacht
sich menschen
dienstbar macht,
wach
weil wir
noch träumen
vom
weißen raben
der nacht
der mich
im traume sacht
zu seinem
gefährten macht,…

…sein licht
im alten baum
er zeitlos
hat vollbracht,…

rabe
der nacht

20120321-091638.jpg

die welt…

die welt
liegt vor mir
wie ein
verschlossenes buch,
leer und stumm
welches wartet
beschrieben zu werden
mit den
siegeln der erfahrung
die mir
entgegenspringen
um so mehr
öffnung zum
begriff wird,
weil menschen
ganze litaneien
herunterbeten
indem sie
schweigen
und andere
mit reden
schweigen
inszenieren,…

circulus vitiosus

orakel
aus denen
der mythos
gestrickt ist
der sagt,
wir sollten
die dinge
fahren lassen
um zu unserem
eigenen wesen
vorzustoßen,
nur so
sei
der andere
zu verstehn

ich aber will
in diesen
eintauchen
um
mich
zu verstehen,…

denn da
wo
ich
untergehe
öffnet sich
das buch
der
sieben siegel
das sagt:
der andere
ist
ein spiegelbild
deiner selbst

20120320-120603.jpg

leer…

leer
bin ich
geworden,…

leere
die fülle ist,
die leere ist
und alles
in sich trägt,
den ballast
wie die leichtigkeit,
aufsteigt im gefälle
und den boden
als ihren
Himmel bestellt,
den tag
in seinen abend
nimmt
und
nächtens
die früchte der tage
ausreift,
die nicht fragen
nach woher,
nach wohin
die sich
an den bäumen
unbeantworteter fragen
empor wachsen
und
somnabule leertasten
schwängern
die im anschlag
wie müde schriftzeichen
aus ihren sätzen purzeln
tintenverhexte fragwürdigkeiten
die jene töne hinterlassen
die andern orts
erdrutsche auslösen
und
den ballermann
meiner empfindsamkeit
in ein feuchtes tuch
von ADIEUS verwandeln,
die ich täglich emporstemme
um mich von dem gewicht
der leere zu befreien
die mich füllt
wie einen gestopften
truthahn
kurz bevor es
brenzlig wird
und mir
das bleiben
verkokelt

20120319-064501.jpg

erwartung…

ERWARTUNG
ist eine
alte geschichte
die
den inneren freund
zu einem
aussenseiter macht
diesen
in den geschehnissen
der welt sucht
und ihn dort verliert,…

als der verlorene
zu seiner
eigenen geschichte
zurückfindet
vermählen sich
die gefährten neu,
die erwartung
nimmt ein ende,
sie verbrennt
als
letzte kerze
der feier,…

die sich aber treffen
haben sich gefunden
da sie
vor ihrer
begegnung
dem ausgegangenen
ein zelt
waren

20120316-194653.jpg

der tag…

der tag steht
unwiederstehlich
wie
eine blume
der nacht,
die er noch schmeckt,
nippt
am letzten hauch
eines halbmondes
der in der frühe noch
erinnerungen sortierte
und die augenweide
einer morgensonne
mild
verblassen lässt,
die allmählich
ein
DU
in
da und dort
verwandelt
und mit ihrer
nährenden wärme
dem leben
in der Welt
der nacht
die schatten
austreibt
mit denen wir
gerade noch
uns
unterhielten
bis der mond
am
horizont
wieder lächelt
und
seine spielregeln
des wandels
neu mischt

20120316-083010.jpg

aus tausend…

aus tausend
wortakrobatiken
und sturzbächen
erprobter
heimlichkeit
haben wir
das filtrat
der liebe
abgelassen
als sei uns noch
jenes zu hochprozentig
welches
wir durch die
privaten
hinterzimmer
vorbei schleusen
an den phantasien
wohlsortierter
verbindlichkeit
obwohl wir sehen
dass das hellste gestirn
jenes
der venus ist,
die sich
seit äonen
nicht schämt
ihre blöse
zu zeigen,…

so
dümpeln wir
tag aus
tag ein
in unserem
fixsternsysthem
und scheuchen
die natürlichen angebote
des lebens
in einen sack
der klammheimlich
mit
schüchterner hoffnung
gefüllt wurde
als seien wir
nicht
durch
gegenteiliges
zu stande
gekommen,…

vor
lauter nähe
finden wir
die spur
nicht mehr,
erst in der ferne
seh’n wir
ihre biegung

20120316-063459.jpg

ich bete…

ich bete
die tage
zu ende
und
lege
mein haupt
in die
erwartung der nacht
warte
bis ich
nichts mehr höre
um zu hören
und binde mich
an die ungewissheit
des nichtwissens,
die frühen stunden
am morgen
und an die
furchtlosigkeit
die
keine hoffnung kennt

so komme ich an
jeden moment
der alles enthält
die großen verluste
mehr
denn
die wenigen gewinne
die ich als solche
erklärte
im versuch
zu übersteigen
was mich
in der überquerung
der flüsse
zurückließ,
meine schlangenhaut
die nur noch
jene kennt,
die sich
von ihren
eigenen projektionen
nicht mehr
ihr da sein
deklinieren lassen,
die erkannt haben
dass sie die
vielen anderen sind
für die sie sich bisher
nicht hielten,
spiegel
jener gedanken
die wir
in der ferne sehen
obwohl sie uns
entsprangen

20120317-140650.jpg

wir lösen…

wir lösen
die schmerzen
der vergangenheit
in den
unteren kasten
der welt,
bauen damit
den teig
der uns alle nährt
und
trinken
das
lied der sehnsucht
dazu…

der
frühling
fliegt mir
in einer briese
entgegen
und
meine gefühle
zittern wie espenlaub,…

obwohl
kein wind
weit und breit
weht
schmeckt die luft
nach dem humus
ernster kapriolen
der meinen atem belebt
und erinnerungen
neue klänge anbietet,…

er
kennt zweifellos
die
künftigen ereignisse
die
wie junge blüten
auf ihren
durchbruch warten,…

was zählt
ist
der versuch
das band
zwischen
einst und jetzt
auf
meinen körper
zu spannen,
den ton zu finden
den wir damals
nicht trafen,
der uns
verloren ging
als wir jenen
geschehnissen glaubten
die wir nur
mit unseren augen
sahen,…

der frühling
ruft uns
jene augenblicke
zurück,
die gelangen,
ohne unser
zutun
uns ergriffen,..

heute
wollen wir
das zählen
der tage vergessen
und bleiben
deshalb wach
ohne zu wissen
dass wir bereits
seit langen herbstabenden
auserwählte sind
die monate brauchten
von einem
zum nächsten
atemzug,
suchende
die bereits gefunden waren
bevor sie
ihr zelt verliesen,
trauernde,
denen das leben
nicht schnell genug ging,…

da rauscht
eine frage
vor mein geschick:
könnte es sein
dass wir
träumende geträumte sind
die ihren anfang suchen
um aufzuwachen,
das deuten
zu lassen
und die
blumen der nacht
in ihr
da sein
stellten,…

endlich ist es
wieder so,
dass träume
wirklich wahr sind
und die frage
ob ich wacher träumender
oder träumend wacher bin
keine rolle spielt

20120314-172649.jpg

der gang in die welt…

der gang
in die welt
ist wie
eine reise
zu mir selbst
wo meine gedanken
reflexe sind
für das licht
meiner augen
dort
wo sich
welt
auf
welt
bewegt
mich projiziert
als sei ich
spiegel dieser welt
die still
meine absicht
in demut übersetzt,…

dort
wo
orte fehlen
und
worte
wie inseln
aus dem nichts
ragen,…

wo der tag
wie ein gebet
der alten
in ihren übergang
eingeht
und die nacht
keine fragen mehr
zulässt,
mich mitnimmt
in ihr gewand
welches wie der
mantel von
RUMI
aus lauter
flicken der freundschaft
sich webt,
fäden der nacht
an denen
wir unsere
existenz
aufrollen,…

wir haben
den Faden
nicht verloren,
wir haben ihn
noch nicht
gefunden,…

wir bewegen uns
vorsichtig
als wüssten wir
dass jedes wort
zuviel
ein fehltritt
in das labyrinth
des verluts
sein könnte,…
deswegen
balgen sich
die anwärter
einer
neuen zeit
noch nicht,…

sie fliegen
wie
schüler
von schamanen
schüchtern
über
dem
was sie suchen,…

ihr selbst,
das
auf seine
wiedergeburt
in den
spuren
voraus
gegangener
wartet
und dort
die zeichen
der übergänge
lernt

20120313-223126.jpg

gerinnungsfaktor…

der gerinnungsfaktor
meines flow
stockt
als ich
den vorhang hebe
mit der absicht
zu sehen,
den röntgenblick
nicht mehr
hinter der brille
der beschaulichkeit
zu verstecken
und
meinem mund
das sprechen
zu verbieten…

die gleichmäßig
getakteten
erkenntnisse des
ALL TAGS
wählen plötzlich
ein völlig unbekanntes
metrum…

als wenn
hundert metronome
gleichzeitig
an ihrem schlag
verzweifeln
der nie dem takt
der andern
entspricht,
entplättern
versatzstücke der existenz
wie rostiges blech
das von
den lefzen der zeit
heruntertropft

diese
gefriert
und
schmilzt
gleichzeitig
als pruste
ein geysir
lauter
kleine spitze
eiszapfen
aus sich heraus
die sich in die haut graben
wie die erkenntnis,
dass wir unsere
befleckten hände
vergeblich
in dem unrechtstiegel
palästinas
reinigen

ein schwarm
unverschämter
gedanken
springt mir da
mit gezückter
erinnerung
vor meine weigerung
mich dieser
zu entziehen,…

ich kämpfe nicht mehr
ich schüttle nur noch
die hunde
der erkenntnis ab
so dass ich
gleich sehe
ohne erst
zu interpretieren…

da bevölkert sich
der boulevard
meiner seele
wieder,
die flaneure
meiner sinne
beginnen
zeit mit erfahrung
zu kreuzen
und zu
dauernden
girlanden der kommunikation
zu schmieden,…

als ich
meine netzhaut
berühre
ziehen die zweifel
weiter

20120311-150448.jpg

muwalladin…

in der kirche
des seins
mische ich
die farben
für die entstehung
meiner welt
dort lege ich
alte schichten frei
bis zu frühen
zeichnungen
die wie
dünnes leinen
den klang
vergangener worte
schützt,
erkenne bilder
die mir mitgegeben
und
nun den grund
für meine bewegung
stellen,
das alte spiel
der kraft
von
vision und zeit,
der ohnmacht
meiner gedanken
und der macht
der hingabe,…

dort
wähle ich
die apsis
in der
ein stilles gebet
mich
zum mittelpunkt
einer welt gebiert,
der ich bin
die ich ist
die anderes
und deren welten
mit
in sich weiß,
die sich
von der illusion befreit
mittelpunkt
der welt zu sein,…

weil meine mitte
überall ist
und
ich nur
von mitte
zu mitte
pilgere,
die wie
ein dunkler alter fluss
durch mich
strömt,..

so bleibe ich
während
meine sicht
auf die welt
entschwebt…

dort
wo nach
neuer erdung
die reminiszenz
an den augenblick
von chris marker
entsteht
und
sich
in eine
kubanische
schüchternheit
verzaubert,…

dieser blick
träumt noch
an der mündung
des flusses
von
delphinen
die
vom
abend-
zum
morgenstern
springen…

zu
A. R.
„Ich bin der Mittelpunkt der Welt“

20120311-133207.jpg

flügelschlag…

flügelschlag
einer frage
die sich
an der brandung
deines wimpernwipp
abarbeitet
wie ein
weitläufiger song
aus dem norden,
dort wo die
schneehexen
ihren durst
mit weissen christallen
stillen
und
schneefüchse erlegen
die wie begossene pudel
immer noch glauben
dass ihnen
ein düpierter gedanke
besser stehe
als eine
mittelmäßige gefühlsbeichte
und die schlieren
von polarnächten
mit dem
schmalen gang
von jungen mädchen
verwechseln,
in einer zeit
da
unsere verbindung
wie ein
reissverschluss
ineinander greift…

zahn für zahn
eine klammer
zu viel,…

nur
ein leises
ratschen verrät
dass wir
an der gleichen
sprache zieh’n
aber immer
an derselben stelle
hängen bleiben,
uns bis zur unterseite
der haut
aufreißen
als seien es schmerzen
die wir verstehen
und nicht
die öffnung
eines gewandes
bis eine
ergebene blöse
durchschimmert…

statt dessen
kühlen wir mit
unserer nähe
einen drink
den andere
zu sich nehmen….

die stimmung
steigt…

20120310-224741.jpg

wir sind da…

wir sind da
und
bleiben uns
fern
selbst wenn wir
in einer ferne
nähe fänden
wären wir
nicht da
weil uns
der augenblick
auf den wir uns
so sehr
verlassen wollten
narrt
mit dem spiel
von zuneigung
und
distanz
da uns
die erfahrung
der sehnsucht
zur unruhe
weitertreibt….

wir kommen
nie an
immer nur
in das flüchtige haus
eines
nächsten
atemzugs

so
bleiben wir
uns fern
um unsere nähe
vage zu beginnen,
dort
reihen wir jeweils
eine perle
nach der anderen
oder
gegenstände
der nacht
auf ein
fühlbares band
im durchgang
hin zu
einer begegnung,
der versuch
sternen
eine heimat zu geben
und
am ende
der kette
einen
neuen tag
zu enträtseln

to
Dschalal-ad-Din-ar-Rumi

20120310-150522.jpg

woher…

woher ich komme
wohin ich gehe,
alleine…

als sei da
niemand
an meiner seite
obwohl
immer
zumindest
das unbekannte
die unbekannte
mich begleitet
beide
im nichtwissen
meiner präsenz
mir aufmerksamkeit
schenken
gelegentlich
den weg kreuzen
der ein gebet
an die
abwesend-
anwesenden ist
ein gespräch
mit dem leben
welches
gegenwärtig
den namen
eines freundes
sucht
jenseits
der zählbaren
stunden
der körper
in denen wir
kurz nur
den winter
der einsamkeit
bemänteln
an einem ort
den es nicht gibt,
den wir noch
erbauen müssen
um ferne
in nähe
und
die untiefen
des alltags
in die nacht
eines
schlammtiefen weihers
zu verwandeln…

wo wir
als
lotus
auf dem spiegel
des wassers
schwebten
wie ein
licht
in der nacht

20120310-022051.jpg

untergründe…

im abstand
nah‘ drann
an der
geheimen seele
der untergründe,
netze
die gebundenes
verbindlich
befreien,
ein haufen herzen
mit dem flash
eines resttraumes
die gleich takten
sekundenhaft nur
und zerspringen
wo sie sich erinnern
wollten
unwissend
wie ein geräusch
das mir aus dem ohr
tropft
wo ich
verlassenes
verlassen habe
und
schmiegsam
an der
oberfläche
meine muschel nähre
den klang empfange
der nie meinen mund
verlies
weil fernes nah
und nähe
unerträglich scheint
grundiert mit
den rhythmen
sufischer algebra
asymmetrisches zwinkern
einer leitung
auf der ich stehe
seit ich denken
kann …

höre ich
wenn die
roten pumpen
sich balgen
auf den
ziselierten spielplätzen
unserer seelenlandschaften
die aufbrechen
aus ihren nischen
wenn sie
die decke der zeit
nicht mehr erträgt
und erkennen
dass sie einfach sind
in ihren komplexen
bewegungen des wunderns
welche wir nicht kennen
die in unser gedächtnis
eingegraben sind
wie vergilbte schriftrollen
vom toten meer
salzluftgegerbt
und genug
für zig leben
die unübersetzbar sind
weil sie sich
im kritischen mark
der existenz
verabreden
an der oberfläche
nach tiefe plantschend…

gefahrloser tiefgang
der konservierung
notizzettel am morgen
der sich für
träume
breit macht
die den platz
dieses
origami der hoffnung
sprengen werden
und
schwarz
und
weiß
zur
bunten blüte
treiben

to lw
im immerwährenden strassenkampf
der kommentare

20120309-213924.jpg

du wolltest…

du wolltest
oberfläche
eigentlich
aber tiefe
ohne
eigentlich
nur so
als vertreibung
von etwas
das ich
nicht kannte
vielleicht
unterhaltung…

es war wohl
oberfläche…

jetzt wo es
aus der tiefe gluckst
stehen wir scheu
neben uns
und sehnen uns
nach
brauchbarer
oberflächenversiegelung
damit wir dorthin
nicht mehr
zurück triften,…
oder doch
in einer patina
des möglichen
überwintern…

fragen haben sich
in die haut
gegraben
und zittern
vor dem unbekannten

frida aber
die korsettgekreuzigte
hat ihre zeit
vollbracht

20120308-203126.jpg

die im hause….23aha

die im
hier und jetzt
verzagend
sich
den filz
von den socken
zipfeln
wie ein großer
weißer
vogel der
hernieder stürzt
in den
toten link
meines
vernetzten herzens
tief in den höhlen
der betenden
die sich bereiten
die kopie
ihres entwurfes
zu erlangen
den klageliedern
einer ney zum trotz
und ausbrechen
aus schallender stille
in das gelächter
orphischer ironie
die wie alte wucherer
das feilschen
mit der existenz üben,
sich
gegenseitig
raffinierte finessen
aus feinen spitzen
gesponnen
zuwerfen
Harth am
haus
am rand
der ränder
aller wege,
die sich
in dem
einen
treffen
und dieses
schlagloch
wegstecken
als sei es nur
ein kurzer furz
der in den
geschicken der welt
einen
schönen ton
versuchte
nun aber tüten bläst
diese
dudelsäcke
der endzeit
als seien sie
die
hornsection
der
seouligen harmonischen
orchestergesellschaft,
diesen leidenden
die in der frühe noch
„the conference of the birds“
in holland
abhielten,
brüder der spirale
die mir
des nächtens
aus dem pferdehaar
löchriger träume
ins kreuz sprang…

herr
sei gnädig
nehme den turban
auf ihren gräbern
als zeichen
ihres
endlosen
hrumors
denn wir sind
deren schüler

to whom it may concern

20120308-165806.jpg

schweigen….

schweigen
gebiert
geister
der offenbarung…

diese aber
verscheuchen
das unbewusste,
ein abgrund
tut sich auf,
ohne furcht,
ohne flucht…

man schaut
in die schwächen
der menschen,
die ihre
stärken sind
wenn sie sich
diesen näherten

ein ton aber
bewegt
sich weit
über
grenzen…

im schweigen,…

wo stille
beginnt
von sich
zu singen

20120308-121903.jpg

komme nie an…

komme nie an
weil
im aufbruch
die stunden
sich rückwärts
schieben
dorthin
wo herkunft
nach
jahr und Tag
sich misst
und die
toren
der erinnerung
offen stehen

so wandre ich
von den nischen
in denen
meine wärme
überwintert
hin zu den
unbrauchbaren versuchen
der Nacht,
den tag zu besiegen
zelebriere die andacht
des unwiederbringlichen
und vergesse
das vergessen
damit die wesen
die mich
vergessen machen wollen
ewig leben
ohne wiedergeburt
ihr
dasein
überdauern
im blick
eines
zeitlosen auges

20120308-003708.jpg

ich warte…

ich warte
warte ich…?
auf eine regung
von wem…?
einen ruf
den ich setzte
auf ein wesen hin
welches unbekannt
mich ansprach
unwissender weise
auf meine querung
zuschritt
die ich
in den weg legte…

wir müssen weiter
haben keine zeit

turnen
in strukturen
innen wie außen
die wir
all zu gut kennen
die wir
ablegen wollten
die uns
bei seite legen
und
uns
unter fittiche nehmen,
gefängnisse
aus denen wir uns
befreien wollten…

wir haben keine zeit
müssen weiter

auf einer strecke
die uns
kreuzung befahl
die spur
des anderen
zu queren
strauchelt
der gang
ins offene

wir müssen
keine zeit haben

unser
wahres leben
lebt woanders,…

dort
wo wir uns
entglitten
und
unsere spuren
die bahnen
kommender
bilden,
die sich
erneut finden
im
verpassen,…

abends
am strand
beginnender
reise….

wo sich
wirklichkeiten
verwirkten…

wesentliches aber
nicht baden ging
nur weiter
sich trägt
zum nächsten
unbekannten…

20120307-160341.jpg

See…

als der see
den schlag
der glocken spiegelt
die alles
von sich wissen
und
manches ahnen
wie kinder
im spiel
versunken,
sehe ich
dass ein wort
nur klingt
wenn es sich
mit andrem
mischt,
das echo
seinen ausweg
im
nächsten sucht
und
nachrichten
aus einer sphäre,
strahlen
die in
andrer luft
sich wiegen…

„interessant“
aber ist,
was wie
eine blecherne dose
am strassenrand
den kick
erfährt…

gehe ich
heute
an die plätze
von damals
höre ich nur
das stumpfe
scheppern
eines
verlorenen
glöckchens
im wind…

und

der spiegel
bleibt stumm,
ein gegenüber
ist erloschen…

Schlaf….

bin müde
will schlafen
das reizvolle
korsett
meiner gedanken
aufdröseln,
sinken
in das
ganz andere
in eine welt
wo wirkliches
wie ein gewitter
sich selbst reinigt,
die quellen
des Tages versiegen
um im
großen strom
des nicht wissens
wieder
geboren zu werden…

was kennen wir schon
von den tagen
die
in der nacht
unser
jenseits
bevölkern
und uns
auffordern
lilien einer
ahnung
zu pflücken

20120306-211350.jpg

das antlitz…

im strich
der farben
die
nicht farben
sind,
werkzeuge
einer ausgrabung
von
verborgenen winkeln
das freilegen
einer nacht
mitten im tag
wenn das
geplärr der welt
wie ein siegel
über uns schwebt,
die zeit
zu erfüllen
und raum
zu bilden,
werden
die augen
neu geboren
finden sich ein
in der betrachtung
die sich selbst meint
und den weg
über
den blick
des anderen
nimmt…

ikone
der dauer
die sich
in der anschauung
ihrer selbst
übt
die
in der
an sicht
ihr eigenes
inwändige
in den betrachter
pflanzt
die leinwand
zum spiegel
des geistes
grundiert

to H.M.

20120306-200016.jpg

Bild: Helmut Mühle

schatten…

unsre schatten
werden länger
je weniger
ein ton
die münder
verlässt
mit denen wir
wirkliches trinken
im staunen
über unsere
sprachlosigkeit,….

über
meinen anspruch
über
deine taubheit
die sich wie
der körper
einer schnecke
einrollt
wenn gefahr droht,
als wäre ich
tortur
deiner seele…

stattdessen
versanden
die schallwellen
des einzigartigen
an einem fernen strand
schlagen dort
im lauf der zeit
buchten
für
zukünftige,
die über
eine bizarre landschaft
wandeln
deren
pendant einer schönheit
nicht geboren wurde,…

damals
als wir uns
im schweigen übten
und
tore
der offenheit
ins schloss fielen,
unsre verbundenheit
wie
rote striemen
im wind
gaukelten

20120306-184949.jpg

zwiesprache…

sprache
entsteht
aus dem
nullpunkt
der geographie
eingegraben
in die ritzen
einer
zerklüfteten zeit
tiefgefroren
in den
wartesälen
der wiedergeburt
wo eine erosion
meinen atem
erdrosselte,
kurz nur
um beim
schnappen nach luft
nicht erwischt
zu werden.

hier fing
mein keuchen
an zu sprechen
schickte
spickzettel
mit mantren der klage
an die eigene adresse
um das
all ein sein
erklärbar zu halten…

geerntet habe ich
eine abgefärbte haut
rede und schein
eines gegenüber
den ich mir
chamäleongleich
überstülpte…

meine zwiesprache
war die unterhaltung
eines missverständnis
zwischen
möglichkeit
und
absicht…

seit dem
pflege ich
das gespräch
mit der
vision,….

johannes
gab uns
einen fingerzeig
hierzu

20120306-130744.jpg

wo ich heimat finde…

wo ich heimat finde
flüchtet mich
das aufenthaltsrecht
eines ungeliebten,
verstört
die beschauliche
zusammenkunft von
nahen menschen
ein dach,
welches ich nie
über meinem
herzen trug,
ringt die nähe
zu mir selbst
mit dem
fremd sein
der anderen
die ich bin,
deren nähe
ich fliehe.

ein beständiges wagnis
das wie
eine
wünschelrute
in der neujahrsnacht
heftig
auf ein nächstes hin
ausschlägt
…..
wo werde ich
wieder geboren
in den nächsten stunden
meiner durchreise
die am rande
meiner existenz
dahinstirbt
wie ein
vom wind zerstobener
haufen
löwenzahnsamen
der sich im
nächsten frühling
wiederfindet,
als
nackte
pusteblume
zertreten
im Schritt
meiner suche
nach einer blüte,
während mein schatten
in einer
mauerritze
überwintert

20120305-184630.jpg
Rom 23.02.12/Largo di Torre argentina > via del plebiscito

was war…

was war,
ist
und was
ist
war
da,
wo
das rudern
um
den berg
des fragwürdigen
wie
eine fatamorgana
des möglichen erscheint
eine schmale lippe
die wie ein nachtgewächs
aus dem gefängnis
von gedanken
auftaucht
und ihre
legitimation
unter wesen sucht,
deren sternenzeit
längst hinausgeht.
die zeit
des vergessens
ins
jetzt
zurückholt
wo die tage
wärmer werden
und
die glut
erlischt

20120305-075242.jpg

be graben…

ohne
Trauer,
das
procedere
des sterbens
im leben
ist bekannt,
zähle ich
die letzten
atemzüge
jener vorhaben
die in existenz
kommen wollten
und plötzlich
ihre Eltern verloren,…

vier möglichkeiten
die anstehen
einen anfang
zu wagen
verloren in der luft,
nur
um mein haupt
an der nacht
eines traumes
zu laben,
seine deutung aber
dem zufall
zu überlassen

verwerfe ich gelingen
weil es gelingen soll
steige über den widerspruch
weil er nur
eine wegmarkierung ist
ziele auf hermes
der weit in der zukunft wartet
gehe über den menschen
auf seine möglichkeit hin
auf heilige bezirke
die nicht mehr
einsehbar sind….

dort begrabe ich
das schweigen
und alles
was lange buchstabiert
aber nie verstanden wurde
begegnung die
in den sternen warted
uns hier
am saum der zeit
vergessen hat
entzaubert wurde
als wir
es wagen wollten
dem hades
zu entkommen
und uns versteinert
vor den toren
der ewigen stadt
wieder fanden,…

beim versuch
mensch zu werden
und lethe
im sprung
zu vergessen…

als uns
mnemosyne
am anderen ufer
erblickte
erinnerten wir uns
an alles….

ich sah
dich nicht
und
wusste
dass du
im sprung
verloren
gingst,..

vielleicht
war
die furt zu breit,
der nebel
noch
zu früh

20120303-142331.jpg

abtauchen…

wir tauchen ab
in unseren
gefühlsdichten
ubooten der hoffnung
versanden am grund
von jungfräulichen wünschen
die uns nichts
als dunkelheit
versprechen,
ziehen zum
x-ten mal
die reissleine
des zufalls,
obwohl dieser schirm
zigmal
in sich zusammenfiel
durch
das auge
des pantheon
welches gefüllt ist
mit leeren versprechungen
von mythen,
die wir kaltgestellt
haben
und mit
berechenbaren
handlungen
tilgen wollen…

der einbruch
der nacht
jedoch
lässt sich nicht
bei tag benennen
und götter
wollen weder erklärt
noch interpretiert werden…

dies
ist nur
ihr treiben
mit uns menschen

20120302-161946.jpg

alles bestens

alles bestens,
gut organisiert
turnen wir
in unseren
tag systhemen
und
vertreiben
die botschaft
des schlafes
der uns
entlasten soll
im zwielicht aber
„fremd geht“
im bekannten,
weil licht
mit schatten tanzt

wo, wenn nicht hier
treffen sich
die fragen
wann, wenn nicht jetzt
wollen sie die hand
unserer antwort,
gerade wenn ein echo
leise wie ein hauch
an meiner seele kratzt,
vergessend dass
jeder gedanke
der im atemzug
ein SEIN verlässt
meine welt
schmerzlich hobelt
dass sie
schöner werde…

die schmalen
blutroten bändchen
die sich in folge
über meinen körper ziehen
lecke ich alleine
und werfe
aus meinem fegefeuer
glühend heisse gedanken
dem teufel
zwischen die hufen

20120302-103031.jpg

brutplatz…

brutplätze
der erinnerung
nisten sich ein
in den
löchrigen sofas
vergessener momente
und buhlen
um den
letzten brocken
eines gefühls
welches damals
nicht ganz
satt wurde,
entreißen
dem
blutigen schnabel
der großen mutter
die letzten fetzen
einer neuen jagd,…

wollen wachsen
an
zukünftig vergangenem
und leiten so
voller eifer
ihre eigene
wiedergeburt ein,
wie ein kücken
im schatten
einer gefahr,
die es
einzuholen droht,
noch ehe der hahn
dreimal kräht

20120301-220338.jpg

altäre…

an den
altären der neuzeit
und ihren
ausflüssen von
gestylten
attachments
hocken wir
und
definieren
die heiligen dinge
neu

interpretation
war ein kind
der zuwendung
„ich meine“
ehedem
„ich glaube“
und das
geflecht
von beziehung
wird zum
minenfeld
des argwohns
welches
die ansprache
zu einer
„delete“ akrobatik
verdammt

wir
denken
in tiefen
und
wandeln
bewusstlos
an der oberfläche
von eindrücken
die uns längst
entworfen haben…

bevor wir diese
darstellen
mit auswendig
gelernten
subversiven techniken
der alten,
die stillschweigend
an unsichtbaren
altären des zeitlosen
verharren
auffordernd
unsere eigenen
einzurichten
und uns
ein gebet
aus achtsamkeit
entgegenhauchen

unsere prozession
ist ein artefakt
der werbung,
eine marke
die wertlos
von
begegnung
zu
begegnung
pilgert
und
EROS
als eine
heidnische erfindung
des machbaren
klassifiziert…

unser kreuz
ist zur
installation
eines
neonlichtes
verkommen
(sieht interessant aus,
könnte auch ne Tänzerin sein)

verschwinden
die wunder
aus
dieser welt?

20120229-203956.jpg
Rom/24.2.012

versiegelte zeit…

im bassin
einer
bewusstlosen
gesellschaft
schleppt
der dichter
sein wissen
aus alter zeit,
füllt
worte
schweigend
mit fühlen
und vorschnelle
sätze
mit
ungeliebten schatten
der anderen….

als die
junge frau
am fenster
ihre zeit vertreibt
und sehnen
in den sternen
über – setzt…

wo
sein mantel
weht
wie letzter rest
einer patina
die ihm
aus
seinen wunden
wächst,
während er
das gift
der hoffnung
in langem atem
schwitzt…

und
erntet
schweigendes echo
das nur
in ihm
entsteht,
die schmerzliche
nachricht
dass er
zum preis
des verlusts
ein wahres
sprach….

er
senkt
das haupt
sein
schleppender gang
gefriert
zu einem
bild
versiegelter zeit
in der noch
sein innerer kreis
Madonna del Parto
befreit
und
das delta
einer venus
leckt….

das wissen aber,
dass die nacht
den tag gebärt,
das dunkle und feuchte
den grund
auf dem wir
wankend geh’n…

rettet er
ans andre ufer
übergibt sein licht
der nische
wo es still
im klang
verweht…

seine gedanken
langsam untergehn
wie
letzte nachmittagslichter
südlicher arkaden
in denen
spiegelnd
unsre augen
spielen…
und
„verrücktes“
an seiner
kraft verbrennt

für
Andrei Tarkowski/Nostalghia
und Erland Josephson
der am Tag der Fotoaufnahme der Arkaden starb

20120228-215911.jpg

Rom/25.2.012/Piazza Repubblica

geh…. stolpert

A-Train
nahmen die „Alten“
wenn sie sich
von der nacht
eines fehlgeschlagenen
versuches
verabschiedeten,
die schotten
wieder abdichteten
und das Rinnsaal
verbliebener Hoffnung
in einem löchrigen
auffangbecken
vermuteter sympathien
zu kultivieren versuchten
….
was blieb
waren letztlich
die alten vorwürfe
sich im irren
verloren zu haben
sich in der täuschung
besser auszukennen
als in den hacken
flüchtender karnikel

nur Esel
scheinen ihr alphabet
besser zu kennen
als gestrauchelte
hunde der ferne

20120228-161237.jpg
Bild aus: Francisco de Goya/Caprichos