poems off the road

i am out,… what does it mean…

es ist
kühl geworden
in den
täglichen rubriken
der versuche,
die eher auf
abstand
denn auf nähe
getrimmt sind
in denen wir
in unseren
abteilen schaukeln,
nah
und doch fern
in der reise
auf
unbestimmten
ort

…i am out,…

denn
wir haben zeit
die uns hat,
in den setzkästen
der sprachlosigkeit
verloren
weil wir
die strecken
die wir zurück legten
ohne jene befindlichkeit
aussgestattet haben
die wir bräuchten
um ganz zu werden,
jene frage
gerade noch
zu ermöglichen
die uns in
irrationale gärten zwingt,
wo die
landschaftspfleger
des seins
unsere
hoffnung
mit der neuesten
technik
unglaublicher angebote
beschwafeln,
wir aber
uns
trauen?

… what does it mean…

wenn ich
in der tiefkühltruhe
meiner
gefühlsnachbarschaft
den allerletzten tango
inszeniere
mir selbst
glauben zu machen
die dinge ließen sich
wie mit
einer konsole lösen
die
in die abfahrt vernarrt
achterbahn fährt
während ich gerade
aus deinem leben
verschwinde
wie ein wind
der bestellt
aber nicht
empfangen wurde,…

und
wieder zufällig
in segel bläst
die
das unbekannte
des
unbekannten sind,…

das war die chance,
das ist die chance
die altes vergisst
um neues
zu erinnern,
brücke des schweigens
unter der
die plätze
leer bleiben,
und die
alten bögen mir
die überfahrt
segnen

20120321-230004.jpg

rabe…

rabe am morgen
schwarzer vogel
so weise
der
im mantel der nacht
sich menschen
dienstbar macht,
wach
weil wir
noch träumen
vom
weißen raben
der nacht
der mich
im traume sacht
zu seinem
gefährten macht,…

…sein licht
im alten baum
er zeitlos
hat vollbracht,…

rabe
der nacht

20120321-091638.jpg

die welt…

die welt
liegt vor mir
wie ein
verschlossenes buch,
leer und stumm
welches wartet
beschrieben zu werden
mit den
siegeln der erfahrung
die mir
entgegenspringen
um so mehr
öffnung zum
begriff wird,
weil menschen
ganze litaneien
herunterbeten
indem sie
schweigen
und andere
mit reden
schweigen
inszenieren,…

circulus vitiosus

orakel
aus denen
der mythos
gestrickt ist
der sagt,
wir sollten
die dinge
fahren lassen
um zu unserem
eigenen wesen
vorzustoßen,
nur so
sei
der andere
zu verstehn

ich aber will
in diesen
eintauchen
um
mich
zu verstehen,…

denn da
wo
ich
untergehe
öffnet sich
das buch
der
sieben siegel
das sagt:
der andere
ist
ein spiegelbild
deiner selbst

20120320-120603.jpg

leer…

leer
bin ich
geworden,…

leere
die fülle ist,
die leere ist
und alles
in sich trägt,
den ballast
wie die leichtigkeit,
aufsteigt im gefälle
und den boden
als ihren
Himmel bestellt,
den tag
in seinen abend
nimmt
und
nächtens
die früchte der tage
ausreift,
die nicht fragen
nach woher,
nach wohin
die sich
an den bäumen
unbeantworteter fragen
empor wachsen
und
somnabule leertasten
schwängern
die im anschlag
wie müde schriftzeichen
aus ihren sätzen purzeln
tintenverhexte fragwürdigkeiten
die jene töne hinterlassen
die andern orts
erdrutsche auslösen
und
den ballermann
meiner empfindsamkeit
in ein feuchtes tuch
von ADIEUS verwandeln,
die ich täglich emporstemme
um mich von dem gewicht
der leere zu befreien
die mich füllt
wie einen gestopften
truthahn
kurz bevor es
brenzlig wird
und mir
das bleiben
verkokelt

20120319-064501.jpg

die tränen von re…

gefallen
im gesicht
zu einem see
verschwommen
entpuppen
sich die bienen
im traum
als
tränen des RE
die am boden
das gelübde ablegen
niemals zu schlafen
den dornen
ihren pfad belassen
um blüten der welt
zu befruchten,…

ich hatte einen
ganzen schwarm
in meinem rucksack
der mir folgte
mich umgarnte
als sei ich der honig
den sie spinnen
und konnte noch
mit ihnen reden,
als seien sie
die besten meiner freunde
im schlepptau
eines nachmittages
an dem sie mit mir
durch die zimmer
ihrer träume surrten,
ahnnehmlich
und freundlich
und gar nicht
honigsüß,
als wäre mir alles
wohl gesonnen
und ich fragte noch,
warum das
kümmern
um meine zweifel

gespräche…

die gespräche
die ich lerne
mit mir zu führen
sind die äußeren
hüllen von fragen
an dich,
die ich nicht kenne
als in ihrem
geheimnisvollen
schweigen,
das mich
reden macht
wie
sturzbäche der nacht
die in der frühe
wahre geschichten
erzählen
von wesen
die um sich wissen
weil sie
nicht wissen,…
darum ahnen sie,
um das unwägbare
welches über
anfängliches
hinausgeht
und die gesänge
hervorbringt
die nie verstummen
weil deren erfüllung
in den sternen steht,…

das erzeugt
die sonnenwinde
unserer galaxie
die sich
verplappert
und
verplaudert
und die konstellationen
unserer befindlichkeit
ins wanken bringt,
die umlaufbahn
verwirft
um andern orts
ein gestirn
zu wagen

erwartung…

ERWARTUNG
ist eine
alte geschichte
die
den inneren freund
zu einem
aussenseiter macht
diesen
in den geschehnissen
der welt sucht
und ihn dort verliert,…

als der verlorene
zu seiner
eigenen geschichte
zurückfindet
vermählen sich
die gefährten neu,
die erwartung
nimmt ein ende,
sie verbrennt
als
letzte kerze
der feier,…

die sich aber treffen
haben sich gefunden
da sie
vor ihrer
begegnung
dem ausgegangenen
ein zelt
waren

20120316-194653.jpg

ankommen…

angekommene
die wir sind
in
den nächten
der tage,
die strahlen
und uns
doch nur
ein bleiberecht
für
wenige stunden
versprechen,
uns weiter sehnen
als wir sind
obwohl wir
schon dort waren
wo wir herkommen,
trunkene der zeit
die
geschichte umkehren
und den beginn
aller dinge
von ihrem ende her
erneuern,
gelitten haben
bevor wir
ins leben kommen,
leidenschaftliche
der ruhe
im
sturm,
deren liebe
nie erfüllt wird
und daher nie
ein ende
kennt,…

so stellen wir
das räucherfass,
die kraft
unseres atems
vor die menschen
die wir lieben
und lassen ihnen
jene zeit
die sie brauchen
um zu
erwachen,
zur frucht
die
ihr selbst
im anderen
reifen lässt,…

dieser stirbt
für jene
während
der überfahrt

(halte dies geheim)

20120316-171944.jpg

der tag…

der tag steht
unwiederstehlich
wie
eine blume
der nacht,
die er noch schmeckt,
nippt
am letzten hauch
eines halbmondes
der in der frühe noch
erinnerungen sortierte
und die augenweide
einer morgensonne
mild
verblassen lässt,
die allmählich
ein
DU
in
da und dort
verwandelt
und mit ihrer
nährenden wärme
dem leben
in der Welt
der nacht
die schatten
austreibt
mit denen wir
gerade noch
uns
unterhielten
bis der mond
am
horizont
wieder lächelt
und
seine spielregeln
des wandels
neu mischt

20120316-083010.jpg

aus tausend…

aus tausend
wortakrobatiken
und sturzbächen
erprobter
heimlichkeit
haben wir
das filtrat
der liebe
abgelassen
als sei uns noch
jenes zu hochprozentig
welches
wir durch die
privaten
hinterzimmer
vorbei schleusen
an den phantasien
wohlsortierter
verbindlichkeit
obwohl wir sehen
dass das hellste gestirn
jenes
der venus ist,
die sich
seit äonen
nicht schämt
ihre blöse
zu zeigen,…

so
dümpeln wir
tag aus
tag ein
in unserem
fixsternsysthem
und scheuchen
die natürlichen angebote
des lebens
in einen sack
der klammheimlich
mit
schüchterner hoffnung
gefüllt wurde
als seien wir
nicht
durch
gegenteiliges
zu stande
gekommen,…

vor
lauter nähe
finden wir
die spur
nicht mehr,
erst in der ferne
seh’n wir
ihre biegung

20120316-063459.jpg

ich bete…

ich bete
die tage
zu ende
und
lege
mein haupt
in die
erwartung der nacht
warte
bis ich
nichts mehr höre
um zu hören
und binde mich
an die ungewissheit
des nichtwissens,
die frühen stunden
am morgen
und an die
furchtlosigkeit
die
keine hoffnung kennt

so komme ich an
jeden moment
der alles enthält
die großen verluste
mehr
denn
die wenigen gewinne
die ich als solche
erklärte
im versuch
zu übersteigen
was mich
in der überquerung
der flüsse
zurückließ,
meine schlangenhaut
die nur noch
jene kennt,
die sich
von ihren
eigenen projektionen
nicht mehr
ihr da sein
deklinieren lassen,
die erkannt haben
dass sie die
vielen anderen sind
für die sie sich bisher
nicht hielten,
spiegel
jener gedanken
die wir
in der ferne sehen
obwohl sie uns
entsprangen

20120317-140650.jpg

wir lösen…

wir lösen
die schmerzen
der vergangenheit
in den
unteren kasten
der welt,
bauen damit
den teig
der uns alle nährt
und
trinken
das
lied der sehnsucht
dazu…

der
frühling
fliegt mir
in einer briese
entgegen
und
meine gefühle
zittern wie espenlaub,…

obwohl
kein wind
weit und breit
weht
schmeckt die luft
nach dem humus
ernster kapriolen
der meinen atem belebt
und erinnerungen
neue klänge anbietet,…

er
kennt zweifellos
die
künftigen ereignisse
die
wie junge blüten
auf ihren
durchbruch warten,…

was zählt
ist
der versuch
das band
zwischen
einst und jetzt
auf
meinen körper
zu spannen,
den ton zu finden
den wir damals
nicht trafen,
der uns
verloren ging
als wir jenen
geschehnissen glaubten
die wir nur
mit unseren augen
sahen,…

der frühling
ruft uns
jene augenblicke
zurück,
die gelangen,
ohne unser
zutun
uns ergriffen,..

heute
wollen wir
das zählen
der tage vergessen
und bleiben
deshalb wach
ohne zu wissen
dass wir bereits
seit langen herbstabenden
auserwählte sind
die monate brauchten
von einem
zum nächsten
atemzug,
suchende
die bereits gefunden waren
bevor sie
ihr zelt verliesen,
trauernde,
denen das leben
nicht schnell genug ging,…

da rauscht
eine frage
vor mein geschick:
könnte es sein
dass wir
träumende geträumte sind
die ihren anfang suchen
um aufzuwachen,
das deuten
zu lassen
und die
blumen der nacht
in ihr
da sein
stellten,…

endlich ist es
wieder so,
dass träume
wirklich wahr sind
und die frage
ob ich wacher träumender
oder träumend wacher bin
keine rolle spielt

20120314-172649.jpg

der gang in die welt…

der gang
in die welt
ist wie
eine reise
zu mir selbst
wo meine gedanken
reflexe sind
für das licht
meiner augen
dort
wo sich
welt
auf
welt
bewegt
mich projiziert
als sei ich
spiegel dieser welt
die still
meine absicht
in demut übersetzt,…

dort
wo
orte fehlen
und
worte
wie inseln
aus dem nichts
ragen,…

wo der tag
wie ein gebet
der alten
in ihren übergang
eingeht
und die nacht
keine fragen mehr
zulässt,
mich mitnimmt
in ihr gewand
welches wie der
mantel von
RUMI
aus lauter
flicken der freundschaft
sich webt,
fäden der nacht
an denen
wir unsere
existenz
aufrollen,…

wir haben
den Faden
nicht verloren,
wir haben ihn
noch nicht
gefunden,…

wir bewegen uns
vorsichtig
als wüssten wir
dass jedes wort
zuviel
ein fehltritt
in das labyrinth
des verluts
sein könnte,…
deswegen
balgen sich
die anwärter
einer
neuen zeit
noch nicht,…

sie fliegen
wie
schüler
von schamanen
schüchtern
über
dem
was sie suchen,…

ihr selbst,
das
auf seine
wiedergeburt
in den
spuren
voraus
gegangener
wartet
und dort
die zeichen
der übergänge
lernt

20120313-223126.jpg

ich gehe…

ich gehe aus
ich gehe ein
in mich selbst
dort wo mich
die „großen themen“
unberührt lassen
wo die
kleinen dinge
eine dauer haben
weil sie
ihre grösse
ablegen,
angekommen sind
dort
wo
JETZT
die maxime
und
vorher
und
nacher
die großen fragen sind
die ein
JETZT
hervorbringen,…

so leben wir
von
JETZT
zu
JETZT
da sich
vergangenes
wie lichterketten
an den straßen
der zukunft
reiht
und die frage
nach dem anderen
jene antwort
bereit hält,
die wir selbst sind,…

weil wir echos erzeugen
wenn
ein gedanke
unsere seele
verlässt
und
vergessen wollen
bevor wir erinnerten,..

…die leichtigkeit
des seins
nicht zu stören
in die wir uns
einrollen
weil es töricht ist
zu erwarten,
denn die
angelegenheiten des lebens
sind immer schon
geregelt,…

die nacht
erzählt es uns
der tag
stellt dies
auf die probe

die strassen…

die strassen
sind wieder
weit und ruhig
die nummern
an ihren häusern
verschwenden
keine
kabbalistischen verse mehr,
als
die siebzehn
vor
der fünfzehn
an
meinen augen
vorbeizieht
und strahlt
wie eine monstranz
die sonnenstrahlen
trinkt
kupferweich
wie ein
beginnender frühling
in dem
die begehrlichkeit
einen tanz
mit der zeit beginnt
und kairos
wie ein
unschuldslamm
in der ecke lächelt,…

benommen
von dem glanz
am morgen
schreite ich
die ruhe
des neuen tages ab
und stecke
kleine markierungen
für die nächsten stunden
ins
logbuch meiner seele,…

an diesem tag
der mich erfindet
weil er
lange
vorausgeträumt wurde
sinke ich in
die ohnmacht des glücks
vergesse alle vorhaben
und wachse unmerklich
wie die
butterblumen
am wegrand

gerinnungsfaktor…

der gerinnungsfaktor
meines flow
stockt
als ich
den vorhang hebe
mit der absicht
zu sehen,
den röntgenblick
nicht mehr
hinter der brille
der beschaulichkeit
zu verstecken
und
meinem mund
das sprechen
zu verbieten…

die gleichmäßig
getakteten
erkenntnisse des
ALL TAGS
wählen plötzlich
ein völlig unbekanntes
metrum…

als wenn
hundert metronome
gleichzeitig
an ihrem schlag
verzweifeln
der nie dem takt
der andern
entspricht,
entplättern
versatzstücke der existenz
wie rostiges blech
das von
den lefzen der zeit
heruntertropft

diese
gefriert
und
schmilzt
gleichzeitig
als pruste
ein geysir
lauter
kleine spitze
eiszapfen
aus sich heraus
die sich in die haut graben
wie die erkenntnis,
dass wir unsere
befleckten hände
vergeblich
in dem unrechtstiegel
palästinas
reinigen

ein schwarm
unverschämter
gedanken
springt mir da
mit gezückter
erinnerung
vor meine weigerung
mich dieser
zu entziehen,…

ich kämpfe nicht mehr
ich schüttle nur noch
die hunde
der erkenntnis ab
so dass ich
gleich sehe
ohne erst
zu interpretieren…

da bevölkert sich
der boulevard
meiner seele
wieder,
die flaneure
meiner sinne
beginnen
zeit mit erfahrung
zu kreuzen
und zu
dauernden
girlanden der kommunikation
zu schmieden,…

als ich
meine netzhaut
berühre
ziehen die zweifel
weiter

20120311-150448.jpg

muwalladin…

in der kirche
des seins
mische ich
die farben
für die entstehung
meiner welt
dort lege ich
alte schichten frei
bis zu frühen
zeichnungen
die wie
dünnes leinen
den klang
vergangener worte
schützt,
erkenne bilder
die mir mitgegeben
und
nun den grund
für meine bewegung
stellen,
das alte spiel
der kraft
von
vision und zeit,
der ohnmacht
meiner gedanken
und der macht
der hingabe,…

dort
wähle ich
die apsis
in der
ein stilles gebet
mich
zum mittelpunkt
einer welt gebiert,
der ich bin
die ich ist
die anderes
und deren welten
mit
in sich weiß,
die sich
von der illusion befreit
mittelpunkt
der welt zu sein,…

weil meine mitte
überall ist
und
ich nur
von mitte
zu mitte
pilgere,
die wie
ein dunkler alter fluss
durch mich
strömt,..

so bleibe ich
während
meine sicht
auf die welt
entschwebt…

dort
wo nach
neuer erdung
die reminiszenz
an den augenblick
von chris marker
entsteht
und
sich
in eine
kubanische
schüchternheit
verzaubert,…

dieser blick
träumt noch
an der mündung
des flusses
von
delphinen
die
vom
abend-
zum
morgenstern
springen…

zu
A. R.
„Ich bin der Mittelpunkt der Welt“

20120311-133207.jpg

flügelschlag…

flügelschlag
einer frage
die sich
an der brandung
deines wimpernwipp
abarbeitet
wie ein
weitläufiger song
aus dem norden,
dort wo die
schneehexen
ihren durst
mit weissen christallen
stillen
und
schneefüchse erlegen
die wie begossene pudel
immer noch glauben
dass ihnen
ein düpierter gedanke
besser stehe
als eine
mittelmäßige gefühlsbeichte
und die schlieren
von polarnächten
mit dem
schmalen gang
von jungen mädchen
verwechseln,
in einer zeit
da
unsere verbindung
wie ein
reissverschluss
ineinander greift…

zahn für zahn
eine klammer
zu viel,…

nur
ein leises
ratschen verrät
dass wir
an der gleichen
sprache zieh’n
aber immer
an derselben stelle
hängen bleiben,
uns bis zur unterseite
der haut
aufreißen
als seien es schmerzen
die wir verstehen
und nicht
die öffnung
eines gewandes
bis eine
ergebene blöse
durchschimmert…

statt dessen
kühlen wir mit
unserer nähe
einen drink
den andere
zu sich nehmen….

die stimmung
steigt…

20120310-224741.jpg

wir sind da…

wir sind da
und
bleiben uns
fern
selbst wenn wir
in einer ferne
nähe fänden
wären wir
nicht da
weil uns
der augenblick
auf den wir uns
so sehr
verlassen wollten
narrt
mit dem spiel
von zuneigung
und
distanz
da uns
die erfahrung
der sehnsucht
zur unruhe
weitertreibt….

wir kommen
nie an
immer nur
in das flüchtige haus
eines
nächsten
atemzugs

so
bleiben wir
uns fern
um unsere nähe
vage zu beginnen,
dort
reihen wir jeweils
eine perle
nach der anderen
oder
gegenstände
der nacht
auf ein
fühlbares band
im durchgang
hin zu
einer begegnung,
der versuch
sternen
eine heimat zu geben
und
am ende
der kette
einen
neuen tag
zu enträtseln

to
Dschalal-ad-Din-ar-Rumi

20120310-150522.jpg

woher…

woher ich komme
wohin ich gehe,
alleine…

als sei da
niemand
an meiner seite
obwohl
immer
zumindest
das unbekannte
die unbekannte
mich begleitet
beide
im nichtwissen
meiner präsenz
mir aufmerksamkeit
schenken
gelegentlich
den weg kreuzen
der ein gebet
an die
abwesend-
anwesenden ist
ein gespräch
mit dem leben
welches
gegenwärtig
den namen
eines freundes
sucht
jenseits
der zählbaren
stunden
der körper
in denen wir
kurz nur
den winter
der einsamkeit
bemänteln
an einem ort
den es nicht gibt,
den wir noch
erbauen müssen
um ferne
in nähe
und
die untiefen
des alltags
in die nacht
eines
schlammtiefen weihers
zu verwandeln…

wo wir
als
lotus
auf dem spiegel
des wassers
schwebten
wie ein
licht
in der nacht

20120310-022051.jpg

untergründe…

im abstand
nah‘ drann
an der
geheimen seele
der untergründe,
netze
die gebundenes
verbindlich
befreien,
ein haufen herzen
mit dem flash
eines resttraumes
die gleich takten
sekundenhaft nur
und zerspringen
wo sie sich erinnern
wollten
unwissend
wie ein geräusch
das mir aus dem ohr
tropft
wo ich
verlassenes
verlassen habe
und
schmiegsam
an der
oberfläche
meine muschel nähre
den klang empfange
der nie meinen mund
verlies
weil fernes nah
und nähe
unerträglich scheint
grundiert mit
den rhythmen
sufischer algebra
asymmetrisches zwinkern
einer leitung
auf der ich stehe
seit ich denken
kann …

höre ich
wenn die
roten pumpen
sich balgen
auf den
ziselierten spielplätzen
unserer seelenlandschaften
die aufbrechen
aus ihren nischen
wenn sie
die decke der zeit
nicht mehr erträgt
und erkennen
dass sie einfach sind
in ihren komplexen
bewegungen des wunderns
welche wir nicht kennen
die in unser gedächtnis
eingegraben sind
wie vergilbte schriftrollen
vom toten meer
salzluftgegerbt
und genug
für zig leben
die unübersetzbar sind
weil sie sich
im kritischen mark
der existenz
verabreden
an der oberfläche
nach tiefe plantschend…

gefahrloser tiefgang
der konservierung
notizzettel am morgen
der sich für
träume
breit macht
die den platz
dieses
origami der hoffnung
sprengen werden
und
schwarz
und
weiß
zur
bunten blüte
treiben

to lw
im immerwährenden strassenkampf
der kommentare

20120309-213924.jpg

du wolltest…

du wolltest
oberfläche
eigentlich
aber tiefe
ohne
eigentlich
nur so
als vertreibung
von etwas
das ich
nicht kannte
vielleicht
unterhaltung…

es war wohl
oberfläche…

jetzt wo es
aus der tiefe gluckst
stehen wir scheu
neben uns
und sehnen uns
nach
brauchbarer
oberflächenversiegelung
damit wir dorthin
nicht mehr
zurück triften,…
oder doch
in einer patina
des möglichen
überwintern…

fragen haben sich
in die haut
gegraben
und zittern
vor dem unbekannten

frida aber
die korsettgekreuzigte
hat ihre zeit
vollbracht

20120308-203126.jpg

alles ist…

das scheinende,
offensichtliche,
breit getretene,
und falsches
wie wahres
die nähe
und rätsel
der ferne
obskures
und vermischtes,
verschmitztes
und
direktes
verborgenes,
banales
geheimnis heischendes
und fragmentiertes
die frage
auf eine antwort
das schweigen
mitten im gespräch
die avancen
und der
affront
das locken,
verlinken
und der stoß
nach vorne
um
rückschläge
zu erleiden
die nacht
versprochen
den tag
verschlafen,
die tiefe des schweigens
und die
oberfläche des seins
ein lachen
wo weinen
und
jammern
wo schreien
angebracht wäre
das quälende sich selbst
und das lassen des anderen
die verhaftetheit
die unvernunft
und die sprache
der frühen stunden
erfrischend
und
weinend
das schluchzen
der nacht
das all zu schnelle
und das nie
sich lassende
die hölle
die die stille ist
das loch
durch das
meine seele tropft
der herd
an dem ich
wörter koche
rapunzelsalate
mit hoffnunsschimmern
garniere
die sonne erkläre
den mond dabei vergesse
das zittern
und zaudern
der sprung
ins kalte wasser
welches
eine träne war
oder vor
lauter lachen
ein tropfen urin
im ursprung
sich
im treffen verfehlt
munkelnd
und
tändelnd
zu spekulativ
versprechen versprochen
und sätze verbrochen
das wiederholt wiederholte
im bannstrahl der fühlung
die kälte
das zum nass
geworden glitschige
das einfach
interessante
und
nicht
gekannte
das plappernd
in eine richtung entbrannte
was noch
und
was nicht
führt zum
führungslosen
gegenüber
im tauziehen
vorbeigehn
vergessen
erinnernd
das fragend
wie kinder
am wegrand
sich ziert
seufzend
und
spiegelnd gefangen
frei und
geknechtet
ganz abgehangen
rumorend
humorend
in sich noch
verstrickt
mit leibern
von seelen
gänzlich gespickt
durchlöchert
ganz würdig
das haupt
in der höh
und
nächstens im
schlendern
ganz ohne den tand
mit
und
mit ohne
gesundem verstand
verstehn
und
verstanden
gefühle
die versanden
in gossen vergessen
die andren mätressen
verschreckt
und
erschrocken
perplex und
ganz trocken
getroffen
verletzt
und am
sonntag versetzt
wunden gerissen
und
herzen zerschlissen
ganz einfach
und so
kompliziert
suchend und
findend
und doch ganz
verirrt im licht
steh ich
vor dem
was mich
bricht

und du
was glaubst du
bin ich wohl
nicht?

20120308-180201.jpg

die im hause….23aha

die im
hier und jetzt
verzagend
sich
den filz
von den socken
zipfeln
wie ein großer
weißer
vogel der
hernieder stürzt
in den
toten link
meines
vernetzten herzens
tief in den höhlen
der betenden
die sich bereiten
die kopie
ihres entwurfes
zu erlangen
den klageliedern
einer ney zum trotz
und ausbrechen
aus schallender stille
in das gelächter
orphischer ironie
die wie alte wucherer
das feilschen
mit der existenz üben,
sich
gegenseitig
raffinierte finessen
aus feinen spitzen
gesponnen
zuwerfen
Harth am
haus
am rand
der ränder
aller wege,
die sich
in dem
einen
treffen
und dieses
schlagloch
wegstecken
als sei es nur
ein kurzer furz
der in den
geschicken der welt
einen
schönen ton
versuchte
nun aber tüten bläst
diese
dudelsäcke
der endzeit
als seien sie
die
hornsection
der
seouligen harmonischen
orchestergesellschaft,
diesen leidenden
die in der frühe noch
„the conference of the birds“
in holland
abhielten,
brüder der spirale
die mir
des nächtens
aus dem pferdehaar
löchriger träume
ins kreuz sprang…

herr
sei gnädig
nehme den turban
auf ihren gräbern
als zeichen
ihres
endlosen
hrumors
denn wir sind
deren schüler

to whom it may concern

20120308-165806.jpg

schweigen….

schweigen
gebiert
geister
der offenbarung…

diese aber
verscheuchen
das unbewusste,
ein abgrund
tut sich auf,
ohne furcht,
ohne flucht…

man schaut
in die schwächen
der menschen,
die ihre
stärken sind
wenn sie sich
diesen näherten

ein ton aber
bewegt
sich weit
über
grenzen…

im schweigen,…

wo stille
beginnt
von sich
zu singen

20120308-121903.jpg

komme nie an…

komme nie an
weil
im aufbruch
die stunden
sich rückwärts
schieben
dorthin
wo herkunft
nach
jahr und Tag
sich misst
und die
toren
der erinnerung
offen stehen

so wandre ich
von den nischen
in denen
meine wärme
überwintert
hin zu den
unbrauchbaren versuchen
der Nacht,
den tag zu besiegen
zelebriere die andacht
des unwiederbringlichen
und vergesse
das vergessen
damit die wesen
die mich
vergessen machen wollen
ewig leben
ohne wiedergeburt
ihr
dasein
überdauern
im blick
eines
zeitlosen auges

20120308-003708.jpg

ich warte…

ich warte
warte ich…?
auf eine regung
von wem…?
einen ruf
den ich setzte
auf ein wesen hin
welches unbekannt
mich ansprach
unwissender weise
auf meine querung
zuschritt
die ich
in den weg legte…

wir müssen weiter
haben keine zeit

turnen
in strukturen
innen wie außen
die wir
all zu gut kennen
die wir
ablegen wollten
die uns
bei seite legen
und
uns
unter fittiche nehmen,
gefängnisse
aus denen wir uns
befreien wollten…

wir haben keine zeit
müssen weiter

auf einer strecke
die uns
kreuzung befahl
die spur
des anderen
zu queren
strauchelt
der gang
ins offene

wir müssen
keine zeit haben

unser
wahres leben
lebt woanders,…

dort
wo wir uns
entglitten
und
unsere spuren
die bahnen
kommender
bilden,
die sich
erneut finden
im
verpassen,…

abends
am strand
beginnender
reise….

wo sich
wirklichkeiten
verwirkten…

wesentliches aber
nicht baden ging
nur weiter
sich trägt
zum nächsten
unbekannten…

20120307-160341.jpg

See…

als der see
den schlag
der glocken spiegelt
die alles
von sich wissen
und
manches ahnen
wie kinder
im spiel
versunken,
sehe ich
dass ein wort
nur klingt
wenn es sich
mit andrem
mischt,
das echo
seinen ausweg
im
nächsten sucht
und
nachrichten
aus einer sphäre,
strahlen
die in
andrer luft
sich wiegen…

„interessant“
aber ist,
was wie
eine blecherne dose
am strassenrand
den kick
erfährt…

gehe ich
heute
an die plätze
von damals
höre ich nur
das stumpfe
scheppern
eines
verlorenen
glöckchens
im wind…

und

der spiegel
bleibt stumm,
ein gegenüber
ist erloschen…

das antlitz…

im strich
der farben
die
nicht farben
sind,
werkzeuge
einer ausgrabung
von
verborgenen winkeln
das freilegen
einer nacht
mitten im tag
wenn das
geplärr der welt
wie ein siegel
über uns schwebt,
die zeit
zu erfüllen
und raum
zu bilden,
werden
die augen
neu geboren
finden sich ein
in der betrachtung
die sich selbst meint
und den weg
über
den blick
des anderen
nimmt…

ikone
der dauer
die sich
in der anschauung
ihrer selbst
übt
die
in der
an sicht
ihr eigenes
inwändige
in den betrachter
pflanzt
die leinwand
zum spiegel
des geistes
grundiert

to H.M.

20120306-200016.jpg

Bild: Helmut Mühle

schatten…

unsre schatten
werden länger
je weniger
ein ton
die münder
verlässt
mit denen wir
wirkliches trinken
im staunen
über unsere
sprachlosigkeit,….

über
meinen anspruch
über
deine taubheit
die sich wie
der körper
einer schnecke
einrollt
wenn gefahr droht,
als wäre ich
tortur
deiner seele…

stattdessen
versanden
die schallwellen
des einzigartigen
an einem fernen strand
schlagen dort
im lauf der zeit
buchten
für
zukünftige,
die über
eine bizarre landschaft
wandeln
deren
pendant einer schönheit
nicht geboren wurde,…

damals
als wir uns
im schweigen übten
und
tore
der offenheit
ins schloss fielen,
unsre verbundenheit
wie
rote striemen
im wind
gaukelten

20120306-184949.jpg

zwiesprache…

sprache
entsteht
aus dem
nullpunkt
der geographie
eingegraben
in die ritzen
einer
zerklüfteten zeit
tiefgefroren
in den
wartesälen
der wiedergeburt
wo eine erosion
meinen atem
erdrosselte,
kurz nur
um beim
schnappen nach luft
nicht erwischt
zu werden.

hier fing
mein keuchen
an zu sprechen
schickte
spickzettel
mit mantren der klage
an die eigene adresse
um das
all ein sein
erklärbar zu halten…

geerntet habe ich
eine abgefärbte haut
rede und schein
eines gegenüber
den ich mir
chamäleongleich
überstülpte…

meine zwiesprache
war die unterhaltung
eines missverständnis
zwischen
möglichkeit
und
absicht…

seit dem
pflege ich
das gespräch
mit der
vision,….

johannes
gab uns
einen fingerzeig
hierzu

20120306-130744.jpg

wo ich heimat finde…

wo ich heimat finde
flüchtet mich
das aufenthaltsrecht
eines ungeliebten,
verstört
die beschauliche
zusammenkunft von
nahen menschen
ein dach,
welches ich nie
über meinem
herzen trug,
ringt die nähe
zu mir selbst
mit dem
fremd sein
der anderen
die ich bin,
deren nähe
ich fliehe.

ein beständiges wagnis
das wie
eine
wünschelrute
in der neujahrsnacht
heftig
auf ein nächstes hin
ausschlägt
…..
wo werde ich
wieder geboren
in den nächsten stunden
meiner durchreise
die am rande
meiner existenz
dahinstirbt
wie ein
vom wind zerstobener
haufen
löwenzahnsamen
der sich im
nächsten frühling
wiederfindet,
als
nackte
pusteblume
zertreten
im Schritt
meiner suche
nach einer blüte,
während mein schatten
in einer
mauerritze
überwintert

20120305-184630.jpg
Rom 23.02.12/Largo di Torre argentina > via del plebiscito

was war…

was war,
ist
und was
ist
war
da,
wo
das rudern
um
den berg
des fragwürdigen
wie
eine fatamorgana
des möglichen erscheint
eine schmale lippe
die wie ein nachtgewächs
aus dem gefängnis
von gedanken
auftaucht
und ihre
legitimation
unter wesen sucht,
deren sternenzeit
längst hinausgeht.
die zeit
des vergessens
ins
jetzt
zurückholt
wo die tage
wärmer werden
und
die glut
erlischt

20120305-075242.jpg

be graben…

ohne
Trauer,
das
procedere
des sterbens
im leben
ist bekannt,
zähle ich
die letzten
atemzüge
jener vorhaben
die in existenz
kommen wollten
und plötzlich
ihre Eltern verloren,…

vier möglichkeiten
die anstehen
einen anfang
zu wagen
verloren in der luft,
nur
um mein haupt
an der nacht
eines traumes
zu laben,
seine deutung aber
dem zufall
zu überlassen

verwerfe ich gelingen
weil es gelingen soll
steige über den widerspruch
weil er nur
eine wegmarkierung ist
ziele auf hermes
der weit in der zukunft wartet
gehe über den menschen
auf seine möglichkeit hin
auf heilige bezirke
die nicht mehr
einsehbar sind….

dort begrabe ich
das schweigen
und alles
was lange buchstabiert
aber nie verstanden wurde
begegnung die
in den sternen warted
uns hier
am saum der zeit
vergessen hat
entzaubert wurde
als wir
es wagen wollten
dem hades
zu entkommen
und uns versteinert
vor den toren
der ewigen stadt
wieder fanden,…

beim versuch
mensch zu werden
und lethe
im sprung
zu vergessen…

als uns
mnemosyne
am anderen ufer
erblickte
erinnerten wir uns
an alles….

ich sah
dich nicht
und
wusste
dass du
im sprung
verloren
gingst,..

vielleicht
war
die furt zu breit,
der nebel
noch
zu früh

20120303-142331.jpg

verlassen…

plätze
sind kirchen
für reisende
an denen sie
die sonne nähren
dort
wo sie ihren durst
nach
ankommen
und
aufbruch
stillen
den rosenkranz
des seins beten
und ihre seele stärken,
den unbekannten raum
einer erfahrung betreten
und in das geheimnis
der zeit schauen,
in der sich
räume der begegnung
eröffnen
die nie
geahnt werden konnten…

dies ist die
alte übung
der unruhe
die nie ankommt
immer nur weiter will
sich selbst überwächst
mit dem
vergessen
alles bekannten
die keinen gott
beim namen nennt
und vom licht
der sterne lebt
in der das alphabet
runen
der verschwiegenheit
sind
die nur versteht
der schweigen kann
und die reise erst beginnt
wenn der schlüssel
für den
tabernakel der zeit
gefunden wurde…

ohne schlüssel aber
zerschellen
die adepten
am ersten
sonnenaufgang
ihrer suche
und die deutung
des vogelflugs
wird ein riff
an der oberfläche
einer iris
gewesen sein

20120302-170431.jpg

abtauchen…

wir tauchen ab
in unseren
gefühlsdichten
ubooten der hoffnung
versanden am grund
von jungfräulichen wünschen
die uns nichts
als dunkelheit
versprechen,
ziehen zum
x-ten mal
die reissleine
des zufalls,
obwohl dieser schirm
zigmal
in sich zusammenfiel
durch
das auge
des pantheon
welches gefüllt ist
mit leeren versprechungen
von mythen,
die wir kaltgestellt
haben
und mit
berechenbaren
handlungen
tilgen wollen…

der einbruch
der nacht
jedoch
lässt sich nicht
bei tag benennen
und götter
wollen weder erklärt
noch interpretiert werden…

dies
ist nur
ihr treiben
mit uns menschen

20120302-161946.jpg

alles bestens

alles bestens,
gut organisiert
turnen wir
in unseren
tag systhemen
und
vertreiben
die botschaft
des schlafes
der uns
entlasten soll
im zwielicht aber
„fremd geht“
im bekannten,
weil licht
mit schatten tanzt

wo, wenn nicht hier
treffen sich
die fragen
wann, wenn nicht jetzt
wollen sie die hand
unserer antwort,
gerade wenn ein echo
leise wie ein hauch
an meiner seele kratzt,
vergessend dass
jeder gedanke
der im atemzug
ein SEIN verlässt
meine welt
schmerzlich hobelt
dass sie
schöner werde…

die schmalen
blutroten bändchen
die sich in folge
über meinen körper ziehen
lecke ich alleine
und werfe
aus meinem fegefeuer
glühend heisse gedanken
dem teufel
zwischen die hufen

20120302-103031.jpg

brutplatz…

brutplätze
der erinnerung
nisten sich ein
in den
löchrigen sofas
vergessener momente
und buhlen
um den
letzten brocken
eines gefühls
welches damals
nicht ganz
satt wurde,
entreißen
dem
blutigen schnabel
der großen mutter
die letzten fetzen
einer neuen jagd,…

wollen wachsen
an
zukünftig vergangenem
und leiten so
voller eifer
ihre eigene
wiedergeburt ein,
wie ein kücken
im schatten
einer gefahr,
die es
einzuholen droht,
noch ehe der hahn
dreimal kräht

20120301-220338.jpg

altäre…

an den
altären der neuzeit
und ihren
ausflüssen von
gestylten
attachments
hocken wir
und
definieren
die heiligen dinge
neu

interpretation
war ein kind
der zuwendung
„ich meine“
ehedem
„ich glaube“
und das
geflecht
von beziehung
wird zum
minenfeld
des argwohns
welches
die ansprache
zu einer
„delete“ akrobatik
verdammt

wir
denken
in tiefen
und
wandeln
bewusstlos
an der oberfläche
von eindrücken
die uns längst
entworfen haben…

bevor wir diese
darstellen
mit auswendig
gelernten
subversiven techniken
der alten,
die stillschweigend
an unsichtbaren
altären des zeitlosen
verharren
auffordernd
unsere eigenen
einzurichten
und uns
ein gebet
aus achtsamkeit
entgegenhauchen

unsere prozession
ist ein artefakt
der werbung,
eine marke
die wertlos
von
begegnung
zu
begegnung
pilgert
und
EROS
als eine
heidnische erfindung
des machbaren
klassifiziert…

unser kreuz
ist zur
installation
eines
neonlichtes
verkommen
(sieht interessant aus,
könnte auch ne Tänzerin sein)

verschwinden
die wunder
aus
dieser welt?

20120229-203956.jpg
Rom/24.2.012

versiegelte zeit…

im bassin
einer
bewusstlosen
gesellschaft
schleppt
der dichter
sein wissen
aus alter zeit,
füllt
worte
schweigend
mit fühlen
und vorschnelle
sätze
mit
ungeliebten schatten
der anderen….

als die
junge frau
am fenster
ihre zeit vertreibt
und sehnen
in den sternen
über – setzt…

wo
sein mantel
weht
wie letzter rest
einer patina
die ihm
aus
seinen wunden
wächst,
während er
das gift
der hoffnung
in langem atem
schwitzt…

und
erntet
schweigendes echo
das nur
in ihm
entsteht,
die schmerzliche
nachricht
dass er
zum preis
des verlusts
ein wahres
sprach….

er
senkt
das haupt
sein
schleppender gang
gefriert
zu einem
bild
versiegelter zeit
in der noch
sein innerer kreis
Madonna del Parto
befreit
und
das delta
einer venus
leckt….

das wissen aber,
dass die nacht
den tag gebärt,
das dunkle und feuchte
den grund
auf dem wir
wankend geh’n…

rettet er
ans andre ufer
übergibt sein licht
der nische
wo es still
im klang
verweht…

seine gedanken
langsam untergehn
wie
letzte nachmittagslichter
südlicher arkaden
in denen
spiegelnd
unsre augen
spielen…
und
„verrücktes“
an seiner
kraft verbrennt

für
Andrei Tarkowski/Nostalghia
und Erland Josephson
der am Tag der Fotoaufnahme der Arkaden starb

20120228-215911.jpg

Rom/25.2.012/Piazza Repubblica

geh…. stolpert

A-Train
nahmen die „Alten“
wenn sie sich
von der nacht
eines fehlgeschlagenen
versuches
verabschiedeten,
die schotten
wieder abdichteten
und das Rinnsaal
verbliebener Hoffnung
in einem löchrigen
auffangbecken
vermuteter sympathien
zu kultivieren versuchten
….
was blieb
waren letztlich
die alten vorwürfe
sich im irren
verloren zu haben
sich in der täuschung
besser auszukennen
als in den hacken
flüchtender karnikel

nur Esel
scheinen ihr alphabet
besser zu kennen
als gestrauchelte
hunde der ferne

20120228-161237.jpg
Bild aus: Francisco de Goya/Caprichos

schatten…

meine schatten
wandern wie
adelige der nacht
unruhig auf den pflastern
des jenseitigen ufers
und fliegen mir
wie
die absperrbänder
von hermes davon…

dort wo
im mosaik
von
Santa Maria di Trastevere
die sehnsucht
aller zeiten
in anagrammen
von marmor
schlummert…

wo
werdende mütter
um ihren segen bitten
während
die dunklen gedanken
der rosenkranzweiber
über sie herfallen
und
an ihrer jugend
nagen

und
einer meiner schatten
am glaubensbekenntnis zerbrach
als er sich schützend
vor eine magdalena warf

20120227-205934.jpg

finde nichts…

halte nichts
an den täglichen ritualen
der selbstvergessenheit
die sich findet
je mehr man
sich in ihr verliert

den unadeligen
versuchen der dekonstruktion
die wie ein
ranziges balsam
das boot
der Seelen
abdichtet
für eine ewigkeit
die längst
gestorben ist,
der ich zwar
hinterhertrauere
eigentlich aber
in den verliesen
einer neuen zeit
verschwinden
sehen möchte

schließlich
war odysseus
nicht umsonst
den gefahren
des unbekannten
ausgesetzt,
als er nach hause kam
um den
teil der nacht
seiner selbst
zu ergänzen

so sinnieren
wir vor uns hin
bis
das Boot zerbricht
und eine
neue wirklichkeit
über uns hereinfällt
wie ein
regenschauer,
der die
lange wüste
der einsamkeit
netzt….

…so wurde es feucht
an meiner wange
als ich
den alten
Henry Fonda
am tisch
gegenüber
seinen platz
für
die jungen
räumen sah,…

oder schuf er
raum einer projektion
für mich,
seine Reminiszenz an
Eric Ode?

20120225-153416.jpg